Bild: Darius/FoodLoaf

Was bietet Dortmund kulinarisch? Was ist neu, was noch unbekannt? Wir haben den Dortmunder Food-Blogger Darius von Foodloaf gebeten, an dieser Stelle in einer Kolumne neue Restaurants und Futterbuden zu testen.

Manchmal kommt es eben auf das Wesentliche an. Manchmal hilft es einfach, sich zu überlegen, was man eigentlich will, worauf es ankommt, bzw. was etwas „sein will“. Wie kann man beispielsweise ein Eis kritisieren, weil es viele Kalorien hat und ungesund ist? Das soll doch so sein! Es ist gut für die Seele – das ist das Wesentliche!

Für mich ist es in Bewertungen zu Restaurants oder auch Lebensmittelprodukten zumeist wichtig, dies zu bewerten, und nichts anderes. Und daher: Und was nützt der schönste Imbiss, wenn das Essen dort nach Mülleimer schmeckt? Genau gegensätzlich ist es bei Webers Rippchen-Braterei in Dortmund. Der Laden sieht nach nichts aus, und erinnert etwas an simpelste Pommesbude oder Uni-Kantine. Aber dafür sind die Rippchen wahrlich eine Offenbarung!

Webers Rippchen Braterei in Dortmund Wambel. Foto: Darius/FoodLoaf

Lest folgend einen kleinen Bericht, wo ihr grandiose Rippchen bekommen könnt und warum es hier auf das Wesentliche ankommt und auch genau das geliefert wird.

Wie immer gilt: Über Geschmack lässt sich streiten – wenn ihr anderer Meinung seid – lasst es uns wissen! Habt ihr schon mal dort oder woanders Rippchen probiert? Wo geht ihr für einen Imbiss gerne hin? Was sollten wir uns eurer Meinung nach mal anschauen? Schreibt es uns in die Kommentare – wir sind gespannt!

Die Braterei

Webers Rippchen-Braterei in Wambel ist die erste von zwei Filialen, eine zweite befindet sich in Bövinghausen – also ganz im Westen Dortmunds. Tatsächlich habe ich 32 Jahre meines Lebens nichts von diesem Laden gewusst. Asche auf mein Haupt, und das als Foodblogger! Vor wenigen Wochen ist mir durch Zufall die Braterei auf Google Maps aufgefallen, als ich nach einem Griechen gesucht habe (ich war dann in der Taverne Epsilon, ein sehr gutes „Stifado“ haben die!).

Folglich habe ich mich informiert und erfahren, dass Webers Rippchen-Braterei wahrlich ein Tempel für Rippchen-Freunde sein soll – die Leute kommen selbst aus der Umgebung hingefahren! Ich habe natürlich meinen nächsten Trip geplant, und bin  geschwind hingefahren, mit meiner Ma im Schlepptau. Die weiß auch, was gut ist.

Damit man direkt sieht worum es geht wenn man vorbeifährt.. Foto: Darius/FoodLoaf

Völlig unscheinbar an der Rüschebrinkstraße 40 gelegen, mit einem kleinen Parkplatz direkt vor der Tür, erkennt man die Braterei am riesigen Rippchen-Plakat. Der äußere, ansonsten ziemlich triviale Eindruck wird innen fortgesetzt. Der Laden sieht echt nicht schön aus, eher wie eine Frittenbude. Rote Tabletts, in gewisser Weise Selbstbedienung, sehr einfache aber zweckmäßig eingerichtete Räumlichkeiten mit Buchenholz-Stühlen und Tischen wie von Anno dazumal. Das irgendwie traurige, alberne und dann doch wieder passende Bild einer Currywurst an der Wand macht das Ganze nur noch schlimmer, statt besser.

Die stilvolle Deko. Foto: Darius/FoodLoaf

Der erste Eindruck? Am besten wieder rausgehen. Aber irgendwie hat es seinen Charme. Das ist jetzt schwer zu beschreiben. Auch wenn es so simpel und unscheinbar aussah, fühlte man sich irgendwie wohl. Vermutlich weil man selbst nur in Unterhose reingelassen werden würde. Wer weiß. Ja, „Charme“ ist der richtige Begriff – beim zweiten Blick.

Man sitzt hinreichend ausreichend… oder so. Foto: Darius/FoodLoaf

Die Bestellung und der Geschmack

Da sind wir auch wieder beim Thema: Völlig egal wie es aussieht, es kommt auf die Rippchen, auf das Wesentliche an! Also haben wir unsere Rippchen-Bestellung aufgegeben. Man bestellt die Rippchen ohne Beilage, oder auch im Menü, zum Beispiel mit Pommes und Salat und bestellt sich optional auch noch Saucen dazu (hausgemacht, angeblich Familienrezept usw.). Neben den Rippchen gibt es auch Currywurst, Frikadelle, Schnitzel und anderes Pommesbuden-Essen. Die müssten einen Foodtruck besorgen und zu Baustellen fahren – da gäbe es die perfekte Kundschaft.

Auszug aus dem Speiseangebot. Foto: Darius/FoodLoaf

Bei den Salaten gibt es zum Beispiel Kartoffel-, Nudel- oder auch Tomaten- und Bohnensalat. Sie erinnern irgendwie an Camping-Salate, oder an Salate zu irgendwelchen Familien-Geburtstagen, wo Oma einen riesigen Pott Kartoffelsalat macht. Sie passen zum Angebot.

Salate – fehlt nur eine Tupperdose zur Aufbewahrung. Foto: Darius/FoodLoaf

Ganz im Gegensatz zur Einrichtung wie von gestern, wirkt übrigens der Pieper der einen alarmiert, wenn die Bestellung fertig ist. Es dauerte auch nicht lange und nach circa 10 bis 15 Minuten konnten wir unsere Bestellung abholen.

Oh mein Gott, sahen die Rippchen gut aus! Perfekt gebraten und gebräunt, beeindruckend groß, und sie sahen bereits beim Anblick unglaublich saftig aus. Es hieß, dass sich das Fleisch nur so von den Knochen schälen ließe, quasi abfällt. Und ja, ich sage euch, genauso war es! Noch nie habe ich zartere Rippchen gegessen. Das Fleisch fällt vom Angucken vom Knochen, ist super saftig, und ist gut, wenn auch relativ dezent gewürzt.

Das Wesentliche. Foto: Darius/FoodLoaf

Ich meine das amerikanische Rippchen viel stärker gewürzt sind, und auch teils festeres Fleisch haben, weil die Zubereitung anders ist (können aber natürlich auch über Stunden butterzart gegart werden). Es folgt, dass die Webers Rippchen zwar „milder“ sind, aber durch die dezentere Würzung der Fleischgeschmack im Vordergrund steht und nicht die Gewürze. Sonst könnte ich ja auch einen Karton würzen, braten und essen. Der würde bei genug Gewürzen auch schmecken.

Die Rauchnote der Rippchen ist dezent, ich glaube nicht dass sie geräuchert werden, weiß es aber nicht. Die BBQ-Sauce gibt dafür eine rauchige Komponente, auch wenn ich den puren Genuss bevorzuge. Die mexikanische Jalapenos-Sauce ist nicht wirklich scharf, wie es drauf stand, und schmeckte nicht besser als das Fertigprodukt von Knorr, finde ich. Aber es ist egal! Denn die Rippchen sind es. Die Rippchen stehen für sich alleine.

So muss ein zünftiges Mahl aussehen!. Foto: Darius/FoodLoaf

Die Pommes kann man auch getrost vergessen, nicht nur weil die Rippchen alleine gut sind, sondern weil sie mir nicht schmeckten. Aber wen interessiert das? Wenn man einfach nur gute Rippchen essen möchte, ist alles andere egal. Denn hier in Webers Rippchen-Braterei bekam ich das Wesentliche: fantastische Rippchen.

Fazit

Exzellente Rippchen zu fairen Preisen (siehe Foto oben), nette, einfach passende Salate als Beilage, Pommes die nicht schmecken, und ein irgendwie billig erscheinender Imbiss mit Pommesbuden-Charme machen Webers Rippchen-Braterei zu DER Anlaufstelle für, ich weiß ich wiederhole mich, das Wesentliche: tolle Rippchen. Mehr bekomme ich nicht, mehr will ich nicht.

 Der Blogger

Darius kommt aus Dortmund und schreibt auf seinem Blog „FoodLoaf.com“ über Essen, Fitnessprodukte und Restaurants. Angefangen hat alles mit Eis-Tests auf Youtube. Außerdem ist Darius Biochemiker. Deshalb weiß er ganz genau, warum die Hefe im Pizzateig aufgeht und das Bier so schön perlt.