Cybercrime-Razzia in der Nordstadt: Polizei stürmt linkes Kulturzentrum

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Blaulicht Polizei. Junger Mann nach Party-Streit gestorben. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Polizeibeamte haben am Mittwochabend (4. Juli) das linke Kulturzentrum "Langer Anton" in der Nordstadt gestürmt. Offenbar ging es um geheime Daten, die auf einem Server in den Räumen des Wissenschaftsladens lagen.

Polizeibeamte haben am Mittwochabend (4. Juli) das linke Kulturzentrum "Langer August" in der Nordstadt gestürmt. Offenbar ging es um geheime Daten, die auf einem Server in den Räumen des Wissenschaftsladens lagen.

Gegen 20 Uhr stürmten Beamte das Gebäude in der Braunschweiger Straße. Nach Angaben des Vorstands des "Wissenschaftsladens" hatten sie einen Durchsuchungsbeschluss dabei. Während des Einsatzes seien auch Mitglieder anderer Vereine in dem Haus gewesen. Federführend für den Einsatz ist die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime mit Sitz in Köln.

Offenbar soll eine Website mit gestohlenen Dokumenten auf einem der Server gelagert worden sein. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigt den Einsatz, will zum Ablauf oder den genauen Vorwürfen aber nicht Stellung nehmen. Auf Nachfrage bestätigt der Verein, Server für andere Webseiten zur Verfügung zu stellen. Mitgenommen worden sei aber nur der verdächtige Server.

Kritik an dem Einsatz

Der Durchsuchungsbeschluss sei laut Wissenschaftsladen nur für dessen Vereinsräume gültig gewesen. Dennoch hätten sich die Einsatzkräfte auch gewaltsam Zutritt zu anderen Vereinsräumen in dem Haus gemacht, heißt es aus dem Vorstand. Darunter soll auch eine Besenkammer gewesen sein.

Unter anderem sitzen der Chaos Computer Club und das Bündnis gegen Rechts in den Räumen. Dass auch deren Räume durchsucht wurden sei "völlig überzogen", sagt Petra Liebherr vom Vorstand.