Ansteckungs-Gefahr?

Experten aus Dortmund überraschen mit Einschätzung über Corona-Risiko in Supermärkten

Wie hoch ist das Risiko, sich im Supermarkt mit Corona anzustecken?
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Wie hoch ist das Risiko, sich im Supermarkt mit Corona anzustecken? Eine Risikoeinschätzung aus Dortmund gibt leichte Entwarnung.

Wie hoch ist die Gefahr, sich im Supermarkt mit Corona anzustecken? Experten aus Dortmund haben dazu nun eine Risikoeinschätzung durchgeführt. Das sind die Ergebnisse.

Dortmund - Etwa 780.000 Menschen arbeiten in Deutschland in Supermärkten oder in Drogeriegeschäften. Und sie alle haben täglich Kontakt zu Menschen, die potenziell mit dem Coronavirus infiziert sein können. Andersherum haben Kunden mit Angestellten von Supermärkten Kontakt - wenn auch nur kurz. Wie hoch ist also die Gefahr, sich beim Einkaufen mit dem Coronavirus anzustecken?

NameCoronavirus SARS-CoV-2
Übertragung übervirushaltige Partikel
Freisetzung durchHusten und Niesen sowie beim Atmen, Sprechen und Singen

Coronavirus: Risikoeinschätzung aus Dortmund zur Ansteckungsgefahr in Supermärkten

Experten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) haben am Standort Dortmund eine Risikoeinschätzung dazu durchgeführt und nun die Ergebnisse vorgestellt.

Anders als in der Gastronomie, beschränkt sich der Aufenthalt in einem Supermarkt in der Regel auf einen kurzen Zeitraum. Wer fix ist, hat seinen Einkauf in einer knappen viertel Stunde erledigt. In der Regel wird beim Gang durch die Supermarktregale auch nicht viel geredet.

Coronavirus-Risiko in Supermärkten für Kunden scheinbar gering

Für Kunden ist das Risiko, sich beim Einkaufen mit dem Coronavirus anzustecken also entsprechend gering. Bislang galt der Einzelhandel nicht als Treiber der Corona-Pandemie - auch wenn 75 Prozent aller Coronafälle laut Kanzlerin Angela Merkel nicht mehr auf ihren Ursprung überprüft werden können.

Aber wie hoch ist das Risiko für das Personal von Supermärkten, was sich stundenlang im Inneren von Geschäften aufhält und zu vielen Kunden Kontakt hat? Fachleute der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kamen jetzt zum Schluss, dass es aufgrund der kurzen Kontakte zu Kunden auch bei Covid-19-Ausbrüchen nicht unbedingt zu Hochrisikokontakten kommt.

Coronavirus-Gefahr in Supermärkten wird durch Hygienemaßnahmen gesunken

Hygiene-Maßnahmen - etwa Abstände, Maskenpflicht, Visiere, Plexiglas an Kassen - würden das Infektionsrisiko für Beschäftigte von Supermärkte laut BAuA „wirksam senken“.

Doch auch die Experten geben zu, dass es keine gesicherten Daten für das Infektionsrisiko vor Ort gibt. Die Annahmen beruhen auf epidemiologischen Daten, die außerhalb des Einzelhandels erhoben wurden.

Corona im Supermarkt: Risiko für Ansteckung steigt durch Anzahl der Kunden

Klar: Das Risiko für Beschäftigte des Einzelhandels steigt mit der Anzahl mit dem Coronavirus infizierter Kunden. Zudem spiele laut BAuA Anzahl und Dauer der Kundenkontakte eine bedeutende Rolle beim Risiko für eine Infektion.

Video: Teil-Lockdown in Deutschland: Das ändert sich nun für Supermärkte

So haben Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel pro Arbeitstag durchschnittlich 84 bis 131 Kundenkontakte - je nach Art des Supermarkts. Die Kontakte dauern durchschnittlich jeweils zwei Minuten.

Coronavirus: Ansteckungsgefahr steigt ab Kontaktdauer von 15 Minuten

Virologen gehen jedoch schon länger davon aus, dass erst ab einer Kontaktdauer von 15 Minuten das Risiko für eine Ansteckung mit Corona erheblich steigt. „Jedoch weisen die Autoren darauf hin, dass auch unabhängig von der Krankheitshäufigkeit hohe Infektionsrisiken entstehen können, beispielsweise durch enge räumliche Nähe zu infizierten Personen“, heißt es von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zur Risikoeinschätzung aus dem eigenen Haus.

Wichtig sei es daher, die verfügbaren Schutzmaßnahmen in den Geschäften umzusetzen. Sprich:

  • Abstandsregelungen,
  • Mund-Nase-Bedeckungen bei Kunden und Beschäftigten,
  • verbesserte Luft- und Oberflächenhygiene,
  • Beschränkungen der Anzahl an Kunden im Geschäft und
  • Schutzschilde im Kassenbereich.

Diese Maßnahmen würden laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz das Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion für Beschäftigte und Kunden im Einzelhandel für Lebensmittel und Drogeriewaren wirkungsvoll zu senken.

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