Schwarze Schafe

Friseur in der Coronavirus-Krise als Gefahr: Experten der Innung warnen

Die Friseurbetriebe in Deutschland dürfen trotz Coronavirus seit dem 4. Mai wieder öffnen - jedoch nur unter strengen Auflagen.
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Die Friseurbetriebe in Deutschland dürfen trotz Coronavirus seit dem 4. Mai wieder öffnen - jedoch nur unter strengen Auflagen.

Ein Besuch beim Friseur ist wegen des Coronavirus an viele Auflagen gebunden. Doch hält sich nicht jeder daran. Experten der Friseur-Innung warnen.

  • Seit dem vierten Mai haben die Friseure wieder geöffnet, allerdings nur unter starken Auflagen.
  • Die Friseur-Innung Dortmund und Lünen hat bei vielen Betrieben Verstöße gegen die Auflagen festgestellt.
  • Nun warnt die Vereinigung vor dem Besuch dieser Salons in Dortmund.

Dortmund - Wer seit dem 4. Mai trotz Coronavirus wieder regelmäßig beim Friseur sitzt, der wird sich schon an die vielen Auflagen* in den Salons gewöhnt haben. Dennoch warnen Experten jetzt vor dem Besuch, berichtet *RUHR24.de.

Stadt

Dortmund

Einwohner

603.609 (Stand: Dezember 2019)

Oberbürgermeister

Ullrich Sierau (SPD)

Coronavirus: Harte Schutzmaßnahmen beim Friseur - auch in Dortmund

Die Auflagen bei einem Besuch beim Friseur sind hart. Eine Schutzmaske muss auch beim Schneiden getragen werden, ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Kunden verringert die Kapazität des Unternehmens (mehr Nachrichten aus Dortmund bei RUHR24*).

Außerdem müssen bei jedem Haarschnitt die Haare gewaschen werden, Begleitpersonen sind nicht erlaubt und wer ohne Termin kommt, der bekommt direkt die Absage. Ganz schön harte Auflagen, denken sich vermutlich viele der Friseure.

Friseur-Experten beobachten Verstöße gegen Corona-Auflagen in Dortmund und Lünen

Immer wieder beobachtet die Friseur-Innung Dortmund und Lünen, wie einige Friseure eigenständig die Hygienebestimmungen in ihren Salons lockern würden. So erhoffen sie sich mehr Kunden, um mit dem Geld die Verluste der letzten Monate auszugleichen.

Dabei würde es vor allem um eine Lockerung der Maskenpflicht gehen, das Auslassen des Haarewaschens und das zu wenige Desinfizieren der Hände. "Angesichts steigender Fallzahlen und einer drohenden zweiten Infektionswelle ist das unverantwortlich gegenüber der Kunden", so Frank Kulig, Obermeister der Friseur-Innung Dortmund und Lünen.

Corona-Verstöße in Dortmund sind existenzbedrohend für andere Friseurbetriebe

Dieses Vorgehen sei sogar geschäftsschädigend gegenüber den Betrieben, die sich an die Corona-Vorschriften halten, heißt es in einer Pressemitteilung. Für Kulig unverantwortlich: "Wir als Innungsbetriebe halten uns an die Hygiene-Vorhaben. Was derzeit in einigen externen Betrieben abläuft, schadet nicht nur dem Image des ganzen Handwerks, es führt zu einem ruinösen Wettbewerb, ist existenzbedrohend und sogar gesundheitsgefährdend."

Video: Ab 4. Mai und mit Auflagen: Friseure öffnen wieder

Daher appelliert der Obermeister der Friseur-Innung an die Kunden, solche Betriebe in Zukunft zu meiden und somit dazu beizutragen, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Den Betrieben droht bei Nichteinhaltung der Corona-Vorschriften hohe Bußgelder.

Zweiter Lockdown in Dortmund könnte für Friseure das Aus bedeuten

Die Schwarzen Schafe, die in Dortmund und Lünen anzutreffen sind, sind aber nicht das einzige, wovor die Friseur-Innung warnt. Auch ein zweiter Lockdown sei für die Branche unerträglich, wie Frank Kulig erklärt. Während des letzten Lockdowns haben sich viele Kunden selber die Haare geschnitten.*

Frank Kulig, Obermeister der Friseur-Innung Dortmund und Lünen, warnt vor den schwarzen Schafen in der Coronavirus-Zeit.

"Wenn uns eine zweite Corona-Welle noch einmal in den Lockdown treibt, bedeutet das für unsere Unternehmen nicht nur erneut massive Umsatzausfälle, sondern für einige Betriebe ganz klar das Ende." Trotz Soforthilfen des Landes, die auch wieder zurückgezahlt werden müssen, seien die Betriebe sechs Wochen ohne Einnahmen gewesen.

Gelockerte Hygienevorschriften beim Friseur durch schwarze Schafe gefordert

Allerdings seien in vielen Salons die Einnahmen so knapp kalkuliert, dass diese sich eine Schließung über mehrere Wochen nicht leisten können - und schon gar nicht das zweite Mal in einem Jahr. Vielen Betrieben würden bei einem zweiten Lockdown vor der Pleite stehen.

Das möchte die Friseur-Innung Dortmund und Lünen vermeiden und führen daher gezielte Kontrollen in den Betrieben durch. Falls die schwarzen Schafe in Dortmund allerdings weiter der Meinung sind, dass sie sich nicht an die Corona-Vorschriften halten müssen, fordert Kulig, dass die Hygienevorschriften in allen Betrieben auf das mindeste angepasst wird. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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