Corona-Variante breitet sich aus

Dortmund: Problem mit Omikron-Zahlen – Amtsleiter macht düstere Prognose

Während die Corona-Inzidenzen sinken, nimmt die Sorge wegen der Omikron-Variante des Coronavirus zu. Der Leiter des Gesundheitsamts in Dortmund macht nun wenig Hoffnung auf Besserung.

Dortmund – In Dortmund* sind mittlerweile 10 Infektionen mit der Corona-Variante Omikron nachgewiesen worden, berichtet RUHR24*. Das sei jedoch „nur die Spitze des Eisbergs, auch für Dortmund“, sagte Dr. Frank Renken, der Leiter des Gesundheitsamts in einer Pressekonferenz am Dienstag (21. Dezember).

StadtDortmund (NRW)
Corona-Inzidenz243,3 (-3,4)
Virus-VarianteOmikron

Coronavirus: Bekannte Omikron-Infektionen in Dortmund nur „Spitze des Eisbergs“

Das Problem: Es ist zu aufwändig, jede Omikron-Infektion nachzuweisen. Nötig ist dazu eine sogenannte Sequenzanalyse des Virus-Erbguts. Nur anhand dieser Genom-Analyse kann sicher gesagt werden, ob es sich um die erstmals in Südafrika nachgewiesene Variante des Virus Sars-CoV-2 handelt (alle News zum Coronavirus in NRW* bei RUHR24 lesen).

Dabei wird bei weitem nicht jeder positive PCR-Test auf Omikron untersucht: „Sequenziert wird immer dann, wenn Kontaktpersonen bekannt sind“, sagte Dr. Frank Renken bei der Pressekonferenz am Mittag. Anschließend muss ein Labor ausschließen, dass es sich um die aktuell noch meistverbreitete Delta-Variante handelt. Dann sei es „hoch wahrscheinlich“ Omikron, sagt der Amtsleiter.

Das ist jedoch kein Dortmunder Problem. Selbst bundesweit würden nur etwa fünf Prozent aller Proben automatisch sequenziert.

Coronavirus-Variante Omikron breitet sich laut Dr. Frank Renken „unerkannt aus“

Das sorgt jedoch dafür, dass Infektionen mit der Omikron-Variante in Dortmund erst spät erkannt* werden können. Sobald jemand Symptome einer Covid-19-Erkrankung entwickelt, vergingen meist rund 4 Tage, bis sich die Person testen lässt. Die anschließende Sequenzierung allein dauert weitere 6 bis 7 Tage, sagte Renken. Die Folge dieses jeweils zehntägigen Blindflugs: „Omikron breitet sich inzwischen unerkannt aus.“

Während der vermeintliche Wettlauf gegen die Ausbreitung der Omikron-Variante auch in Dortmund gerade erst begonnen hat, macht Renken bereits jetzt wenig Hoffnung auf einen Sieg über das Virus: „Wir sind nicht in der Lage, diesen Wettlauf zu gewinnen“, sagte er. Dazu würden auch sämtliche Laborkapazitäten nicht ausreichen.

Omikron breitet sich inzwischen unerkannt aus.

Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts Dortmund

Booster-Impfung soll vor Omikron-Infektion und schwerem Verlauf schützen

Was tun also? Bisher sei die Booster-Impfung der beste Schutz gegen die Omikron-Variante* des Coronavirus, sagt der Mediziner: „Vermutlich gilt das für beides: Dass man als Überträger nicht infrage kommt und dass man nicht so schwer erkrankt.“

In Dortmund gibt es mittlerweile zahlreiche Impfangebote.

Erstmals wurde die Omikron-Variante in Dortmund am 7. Dezember bei einem Mann (71) nachgewiesen. Bislang gibt es insgesamt 10 nachgewiesene Fälle in der Stadt. Die Dunkelziffer: vermutlich weitaus größer. Experten schätzen, dass sich die Zahl der Infektionen mit der neuen Variante innerhalb weniger Tage verdoppelt.

In ganz NRW wurden bis zum 12. Dezember insgesamt 72 Omikron-Fälle* nachgewiesen. Erst am Montag (20. Dezember) hatte das Robert Koch-Institut die Risikobewertung verschärft. Die Gefährdung der Bevölkerung sei „sehr hoch“, das Coronavirus breite sich „rasant“ aus. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP, Torsten Tullius/Dortmund-Agentur; Collage: RUHR24