Variante gilt als sehr ansteckend

Dortmund: Britische Mutation ist nicht zu stoppen - Corona-Experte wird deutlich

Die britische Corona-Mutation breitet sich auch in Dortmund weiter aus.
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Die britische Corona-Mutation breitet sich auch in Dortmund weiter aus.

Das Infektionsgeschehen in Dortmund verändert sich aktuell wieder. Ein Grund dafür ist die britische Corona-Mutation. Ihre Ausbreitung lässt sich nicht stoppen.

Dortmund - Das Coronavirus tritt seit einiger Zeit auch in Dortmund in Form von Mutationen auf. Erst kürzlich gab es mehrere Fälle der britischen Variante in einer Dortmunder Kita. Die Ausbreitung schreitet voran und es lässt sich nur schwer bis gar nicht nachvollziehen, wo die Menschen sich anstecken.

BehördeGesundheitsamt Dortmund
LeiterDr. Frank Renken
Adresse Hoher Wall 9-11, 44137 Dortmund

Corona-Inzidenz in Dortmund: Wert steigt innerhalb von zwei Wochen deutlich an

Während die Corona-Zahlen in Dortmund vor zwei Wochen noch Grund zur Freude und einer gewissen Erleichterung gegeben haben, sieht die Situation am Dienstag (23. Februar) anders aus. Am 8. Februar (Montag) lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt endlich unter einem Wert von 50 (44,5). Nur 14 Tage später lautet der Wert der Infektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche 63,2 (22. Februar).

Damit liegt der aktuelle Inzidenzwert der Ruhrgebiets-Metropole sogar höher als in Nordrhein-Westfalen. Laut den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag die Sieben-Tage-Inzidenz in NRW nämlich am Montag bei 61,7 - und damit unter dem Schnitt in Dortmund (mehr Corona-News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Mehr Corona-Infektionen in Dortmund: Mutationen beeinflussen die Inzidenzwerte enorm

Eine ernstzunehmende Rolle bei der Entwicklung des Infektionsgeschehens - nicht nur in Dortmund - spielen laut Dr. Frank Renken, Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, die neuen Varianten des Coronavirus. Sie beeinflussen die Inzidenzen in den Städten und Kreisen vor allem deshalb, weil sie ansteckender sind.

Das Auftreten der Mutationen führe außerdem dazu, dass mehr Corona-Tests gemacht würden, erklärte Renken am Dienstag bei einer Pressekonferenz der Stadt. Das Resultat: Vermehrte Testungen führen zwangsläufig zu mehr bestätigten Corona-Infektionen (weitere aktuelle Nachrichten zu Corona in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Corona-Experte über Mutationen in Dortmund: bis jetzt nur eine Variante nachgewiesen

Laut dem Gesundheitsamt gibt es in Dortmund derzeit 48 Menschen, die sich mit der britischen Corona-Mutation angesteckt haben (Stand 23. Februar). In der siebten Kalenderwoche lag der Anteil der Variante im Dortmunder Infektionsgeschehen bei 7,1 Prozent. Zum Vergleich: Anfang Januar dieses Jahres lag dieser noch bei 0,1 Prozent.

Video: Laut Experte: Nicht nur Virus-Mutationen Schuld an steigenden Infektionszahlen

Diese Zahlen gehen vorerst lediglich auf die Ansteckungen mit der Variante B. 1.1.7 zurück. „Andere Varianten wurden in Dortmund noch nicht nachgewiesen“, so der Corona-Experte weiter. In anderen Ruhrgebiets-Städten wie Duisburg waren zuletzt unter anderem Fälle der Corona-Variante aus Südafrika bestätigt worden.

Corona-Mutation B. 1.1.7 ist unberechenbar: Ansteckungsquellen in Dortmund weitestgehend unbekannt

Dr. Frank Renken machte am Dienstag jedoch auch deutlich, wie unberechenbar diese Variante des Virus ist. „Die Ausbreitung der Mutation kann man nicht stoppen, weil sie nicht konkret nachverfolgt werden kann“, so Renken.

Die Ansteckungsquelle sei in den seltensten Fällen klar. Die Dunkelziffer der Infektionen mit der britischen Mutation in Dortmund sei deshalb womöglich deutlich höher als die bestätigten 48 Fälle.

Bei den nachgewiesenen Corona-Fällen in den Dortmunder Kitas konnte der Ursprung der Ansteckung ebenfalls nicht geklärt werden. Renken war auch hier schnell davon ausgegangen, dass man die Infektionsquelle nicht ausmachen werde. Das liege nicht am knappen Personal der Stadtverwaltung, sondern daran, dass die Information nicht herauszufinden sei, so der Gesundheitsamt-Leiter.

Britische Corona-Mutation in Dortmund: Eine Person nach Infektion verstorben

Immerhin: Zwar soll die Mutation B. 1.1.7 deutlich ansteckender sein, als das ursprünglich bekannte Coronavirus. Der Verlauf nach einer Infektion mit der britischen Variante soll sich allerdings nicht unterscheiden. In Dortmund ist bislang eine Person (über 80 Jahre) an der Corona-Mutation verstorben (Stand 23. Februar). Insgesamt sind in der Stadt seit Beginn der Pandemie 294 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion verstorben.

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