Gesundheitsamtsleiter äußert sich

Dortmund: Corona-Inzidenz steigt weiter? Was in so einem Fall passiert

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken (mit roter Krawatte) und Rechtsdezernent Norbert Dahmen stehen mit Soldaten der Bundeswehr vor dem Gesundheitsamt in Dortmund.
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Die Bundeswehr hilft während der Corona-Pandemie in Dortmund aus.

Corona hat Dortmund in der Mangel, die Bundeswehr hilft. Noch hat die Stadt alles im Griff. Aber was passiert, wenn die Inzidenz weiter so steil steigt?

Dortmund – Uniformiert und mit rotem Barett auf dem Kopf stehen sie frisch aufgereiht fürs Foto vor dem Dortmunder Gesundheitsamt: 40 Soldaten helfen der Stadt aktuell bei der Nachverfolgung von Corona-Kontakten. Das Signal: Wir sind da, wenn ihr uns braucht. Auch die Stadt ist zufrieden. Die aktuelle Lage scheint noch machbar zu sein, jetzt wo das Militär hilft.

NameCOVID-19-Virus
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Prävention (u.a.)Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen

Dortmund: Bundeswehr hilft bei der Nachverfolgung von Corona-Kontakten

Innerhalb von einer Woche haben es die Soldaten geschafft, eine Liste mit 2000 Personen zu kontaktieren, um Corona-Kontakte nachzuverfolgen. Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken schwärmt: „Da ist wirklich eine ganz großartige Arbeit geleistet worden.“ Aktuell kann die Stadt Dortmund also alle Kontakte eines Corona-Infizierten sowie die Erkrankten selbst innerhalb von einem Tag benachrichtigen.

Noch hat die Stadt aber auch eine 7-Tage-Inzidenz von 73,1 (Stand 21. Oktober). Was aber, wenn die Zahl weiter so rasant steigt, wie in den vergangenen Tagen? Die Stadt würde in diesem Fall weiterhin versuchen, alle tatsächlich gemeldeten Corona-Fälle sowie deren Kontaktpersonen nachzuverfolgen. Irgendwann sei es dann aber so viel, dass ein Teil der Kontaktpersonen weggelassen werden müsste.

Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts in Dortmund.

Frank Renken glaubt, dass die Stadt aktuell bis etwa zu einer Inzidenz von 100 mithalten könnte bei der Kontaktnachverfolgung. „Das haben wir natürlich noch nicht ausprobiert“, so Renken.

Dortmund bricht Corona-Rekord – 102 Neuinfizierte an einem Tag

Dass dieser Wert schnell erreicht wird, ist nicht unwahrscheinlich. Immerhin war die Inzidenz zuletzt in kurzer Zeit von 35 auf 50 bis auf 70 gestiegen. Die Stadt selbst gibt zu, dass sie von dem rasanten Anstieg überrascht worden sei. Alarmieren sollte daher auch, dass am Mittwoch (21. Oktober) ein neuer Corona-Rekord für Dortmund bekannt gegeben wurde: 102 Corona-Neuinfizierte zählte die Stadt an einem Tag – Rekord seit Beginn der Pandemie.

Video: Im Kampf gegen Corona – so hilft die Bundeswehr

Die Bundeswehr soll der Stadt nun noch bis Mitte November unter die Arme greifen. Unterdessen will das Gesundheitsamt weiteres Personal zur Kontaktnachverfolgung aufbauen. Konkret: Innerhalb der Behörden will die Stadt Dortmund Personal verschieben. Am Ende sollen bis zu 200 Menschen im Gesundheitsamt arbeiten, die Coronafälle und deren Kontakte ermitteln sollen. Mit dieser Anzahl an Kontaktnachverfolgern fühlt sich Frank Renken „gut aufgestellt“.

Dortmund bangt: Steigt die Corona-Inzidenz, kann nicht mehr nachverfolgt werden

Geht der Plan nicht auf, muss die Stadt bei der Kontaktierung von Corona-Kontakten Abstriche machen. In der Konsequenz könnten unwissentlich infizierte Menschen weitere Personen mit dem Virus anstecken – etwa, wenn sie keine Symptome verspüren. Renken: „Jeder Tag, den man verliert in der Fallermittlung und Kontaktpersonennachverfolgung, kann dazu führen und führt dazu, dass es weitere Übertragungsfälle gibt.“

Noch gibt sich Dortmund kämpferisch, will die Kontaktnachverfolgung so lange wie möglich aufrechterhalten – und setzt gleichzeitig auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Frank Renken appelliert: „Der effektivste Schutz gegen eine Übertragung ist eben, wenn ich mich nicht infiziere. Das heißt, durch mein eigenes Verhalten kann ich ganz wesentlich dazu beitragen, ob ich ein hohes oder ein niedriges Infektionsrisiko habe.“