Rat legt Pläne vor

Dortmund: Stadt will den Corona-Exit schaffen

Wie können die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abgefedert werden? In Dortmund gibt es dazu jetzt einen Plan

Dortmund - Die Corona-Pandemie hat Dortmund fest im Griff. Nicht nur, dass die Infektionszahlen weiter auf besorgniserregend hohem Niveau liegen, auch wirtschaftlich hat die Krise Folgen für die Stadt. Um die ökonomischen Folgen infolge der Krise und des Lockdowns abzumildern, hat die Stadt nun ein Hilfs-Programm ausgearbeitet.

StadtDortmund
OberbürgermeisterThomas Westphal
Einwohner603.609 (12/2019)

Folgen der Corona-Krise: Dortmund beschließt Maßnahmen zur Abfederung

Bereits am 8. Oktober hatte die Verwaltung der Stadt Dortmund das „Corona-Exit-Programm“ in den Rat eingebracht. Mit dem Papier, welches eine Fortführung einer ersten Vorlage aus dem Juni dieses Jahres darstellt, gab die Verwaltung dem Rat einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage der Stadt in der Corona-Krise.

Demnach wirke sich die Pandemie auf das gesamte städtische Leben in Dortmund aus. Doch bei einer bloßen Bestandsaufnahme belässt es das vorgelegte Programm nicht. Stattdessen werden konkrete Maßnahmen beschrieben, um die wirtschaftlichen Folgen in Dortmund so gut wie möglich abzufedern (mehr News zur Corona-Pandemie in NRW auf RUHR24).

Besonderes Augenmerk wurde bei der Ausarbeitung der Maßnahmen auf die Situation der „künstlerisch Kreativen“ gelegt, die, so die Stadt Dortmund, „von Corona besonders getroffen werden“. Gemeinsam mit Künstlern in Dortmund arbeitet die Stabsstelle Kreativquartiere dazu an einem Projekt, um Leerstände in der Stadt zu künstlerischen Räumen umzugestalten.

Dortmund: Nachtbürgermeister ist teil des Corona-Exit-Programms

Daran anknüpfend wurde zudem beschlossen, in Dortmund zukünftig einen Nachtbürgermeister einzusetzen, welcher sich um die Organisation des Nachtlebens und der nächtlichen Kulturszene in Dortmund kümmern soll. Wie genau ein Konzept für Dortmund aussehen kann, soll laut Ruhr Nachrichten mit Vertretern der „Club- und Konzertszene“ ausgearbeitet werden.

Auch die Aufstockung des städtischen Personals erkannte die Verwaltung als unumgänglich. So soll nun bis Ende 2021 das Personal im Ordnungsamt von aktuell 80 auf 95 Personen aufgestockt werden.

Auch im Bereich der Wirtschaftsförderung soll es Unterstützung geben: Für jede Branche soll es eine spezielle Hilfsstrategie geben, bei deren Umsetzung zukünftig drei „Krisenberater“ der Stadt die Unternehmen unterstützen sollen. Zudem sind Investitionen in Höhe von rund drei Millionen Euro in diesem Bereich geplant.

Maßnahmenpaket in Dortmund zur Abmilderung der Folgen aus der Corona-Krise

Als weitere Maßnahmen sind Gebührenerlasse, steuerliche Erleichterungen und eine Stärkung der kommunalen Arbeitsmarktstrategie geprüft worden. Wie die RN berichten umfasst das Maßnahmenpaket zudem eine Stärkung der Innenstadt und die Entwicklung neuer Konzepte für Veranstaltungen wie dem Hanse- oder Weihnachtsmarkt. Auch die Stärkung alteingesessener Industrien werden durch das Programm abgedeckt.

Weiterhin sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Digitalisierung in Dortmund – wie auch an den Schulen – vorangetrieben werden, um Investitionshemmnisse für Unternehmen aus dem Weg zu räumen. So soll bis spätestens 2024 ein hochleistungsfähiges Breitband-Netz in Dortmund zur Verfügung stehen.

Schon jetzt ist zudem klar, dass die Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise kein Kurzeitprojekt sein wird. Aus Sicht der Verwaltung muss das Corona-Exit-Programm auf mehrere Jahre angelegt sein, es sei ein „Dekaden-Projekt“. Zur Überwindung der Corona-Folgen setzt die Stadt Dortmund auch auf eine langfristige Unterstützung von Bund und Ländern.

Am Donnerstag (17. Dezember) wurde das Hilfsprogramm dem Rat in Dortmund zur Beschlussfassung vorgelegt.

Rubriklistenbild: © Foto: Dortmund-Agentur/Soeren Spoo/dpa; Collage: RUHR24

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