Distanz- und Wechselunterricht

Schule trotz Corona-Krise: Dortmunder Schulleiter ziehen nach einem Jahr Lockdown Bilanz

Das Dortmunder Rathaus und Dortmunds Schuldezernentin Daniela Schneckenburger
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Die Schulen in Dortmund gehen ab Montag (19. April) in den Distanzunterricht.

Ein Jahr Corona-Pandemie ist bereits vergangen – eine für viele Dortmunder stressige Zeit, besonders für Eltern und Kinder. Zwei Schulleiter aus Dortmund ziehen nun Bilanz.

Dortmund – Schulen auf, Schulen zu. Seit Wochen ist es ein ewiges hin und her. Tag für Tag stellt sich vermutlich für viele Eltern dieselbe Frage: Darf mein Kind denn heute zur Schule? So ergeht es auch einigen Schulleitern in Dortmund, die jetzt eine erste Corona-Bilanz ziehen.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
Fläche280,7 km²
Einwohner603.167 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Corona an den Schulen – Distanz- und Wechselunterricht an Grundschulen

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal gab zuletzt alles dafür, dass die Schulen in Dortmund geschlossen bleiben. Vor ein paar Wochen machte die NRW-Landesregierung dem Vorhaben noch einen Strich durch die Rechnung. Doch am Freitag (16. April) kam die Kehrtwende: Das Land NRW stimmte einer Allgemeinverfügung der Stadt Dortmund zu. Die Schulen bleiben ab Montag (19. April) geschlossen. Nur die Abschlussklassen dürfen weiterhin zur Schule gehen, erklärt Schuldezernentin Daniela Schneckenburger (mehr Corona-News aus Dortmund bei RUHR24).

Jetzt müssen sich Eltern in Dortmund wieder um Betreuung für ihre Kinder kümmern. Doch nicht nur sie durchlaufen eine schwere Zeit. Auch Schulleiter einiger Dortmunder Schulen wirken inzwischen verzweifelt: „Man kann wirklich nichts mehr ordentlich kommunizieren in Richtung Eltern. Für Kinder ist die Schule wichtig und wenn es irgendwie möglich ist, sollte man die Schulen auch offen halten“, äußert sich Jutta Portugall, Leiterin der Lieberfeld-Grundschule in Dortmund Wellinghofen, nun gegenüber den Ruhr Nachrichten (Bezahlartikel).

Corona in Dortmund: Grundschulleiterin versteht Schulschließungen nicht

In der Notgruppe ihrer Schule würden sich derzeit 60 Kinder befinden – aus mehreren Klassen, die untereinander gemischt werden. Für Portugall sei das Risiko viel geringer, wenn alle Kinder jeden Tag zur Schule kommen würden und täglich nur Kontakt mit den immer gleichen Klassenkameraden hätten.

An den weiterführenden Schulen sieht es da mit dem Distanzunterricht schon deutlich einfacher aus, bestätigt Markus Katthagen, Leiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Dortmund Asseln, gegenüber den Ruhr Nachrichten. Man habe mittlerweile gute Erfahrungen in Distanz- und Wechselunterricht sammeln können.

Corona-Studie aus Dortmund: An den Schulen muss noch viel passieren

Immerhin: Auch an der Lieberfeld-Grundschule würde der Wechselunterricht mittlerweile deutlich besser laufen, bestätigt Jutta Portugall. „Die Videokonferenzen haben zuletzt super funktioniert“, erklärt sie gegenüber den RN.

Eine Studie der TU Dortmund bestätigt den Eindruck. So würde der Distanzunterricht, also das Unterrichten mit Videoanrufen, deutlich besser klappen als noch zu Beginn der Pandemie-Maßnahme.

Video: Coronatests für Kinder: Das müssen Eltern wissen

Allerdings, so die Studie, gäbe es zwischen den Schülern einen deutlichen Unterschied – abhängig von der sozialen Struktur, in der sie leben. „Während einige Schulen beispielsweise immer noch keinen Unterricht per Videokonferenz durchführen, findet an anderen Schulen, die über dieselben Lernplattformen verfügen, der Distanzunterricht bereits dem Stundenplan entsprechend statt“, erläutert Studienleiterin Dr. Ricarda Steinmayr das Problem.

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