Covid-19 im Ruhrgebiet

Dortmund: Horror-Szenario in Westfalenhalle könnte wegen Corona wahr werden

In der Nähe der Westfalenhallen ist ein Baum während des Sturms "Kirsten" auf eine Oberleitung gekracht.
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Die Stadt Dortmund plant wegen der Corona-Krise die Errichtung eines Behelfskrankenhauses in der Westfalenhalle.

Die Pläne der Stadt Dortmund für ein Interims-Krankenhaus in der Westfalenhalle werden immer konkreter. Das Szenario will jeder vermeiden, doch die Zahlen zeigen keine gute Tendenz.

Dortmund – Nein, Szenen wie in Italien, als Leichen in Lkw abtransportiert wurden oder wo Menschen in ihren Autos vor überfüllten Krankenhäusern mit Sauerstoff versorgt werden, gibt es in Dortmund nicht. Und momentan sieht es lange nicht danach aus, als würde dieses Corona-Horror-Szenario eintreten. Dennoch bereitet sich die Stadt seit Monaten auf die Errichtung eines zusätzlichen Krankenhauses in der Westfalenhalle vor.

OrtWestfalenhalle Dortmund
StadtbezirkInnenstadt-West
EigentümerWestfalenhallen Dortmund GmbH

Dortmund: 500-Betten-Krankenhaus für genesene Covid-19-Patienten in Westfalenhalle

 „Wir gehen jetzt in die Ausführungsplanung für ein 500-Betten-Behelfskrankenhaus“, kündigte Gesundheitsdezernentin und Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner in dieser Woche an. Zwischenzeitlich waren die Planungen für ein solches Krankenhaus in der Westfalenhalle vor dem Sommer ad acta gelegt worden. Jetzt ist die Corona-Situation aber wieder eine andere.

So stellte Zoerner zuletzt fest, dass sich die Situation um das Coronavirus in Dortmund zuletzt verändert habe. „Es gibt eine Verschiebung in den Altersgruppen“, blickt die Gesundheitsdezernentin auf die Gruppe der Corona-Neuinfizierten.

Mehr ältere Menschen stecken sich in Dortmund mit dem Coronavirus an

Waren es im Sommer hauptsächlich jüngere Menschen, die sich mit Sars-Cov-2 ansteckten, sind es nun in der Mehrzahl ältere. Zoerner: „Das hat auch zur Folge, dass wir vermehrt schwere Verläufe sehen mit deutlich mehr Todesfällen.“

Video: Geduld statt Panik auf der Corona-Intensivstation

Die Zahlen sind alarmierend. Seit Ende Oktober hat Dortmund in weniger als einem Monat ungefähr eine Verdoppelung der Sterbefälle zu beklagen. Gleichzeitig steigt auch die Zahl derjenigen, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen.

Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen steigt in Dortmund an

Stand Freitag (27. November) wurden 161 Corona-Patienten stationär behandelt, darunter 38 intensivmedizinisch, davon wiederum 27 mit Beatmung. Für den Hintergrund: Dortmund verfügt derzeit über rund 310 Intensivbetten. Bei einer seit Oktober stark steigenden Tendenz an Menschen, die mit Corona auf die Intensivstation gebracht werden müssen, ist nun also höchste Vorsicht geboten.

Die Stadt scheint aufs Äußerste vorbereitet zu sein, gibt selbst an, dass die Anzahl der Menschen, die stationär versorgt werden müssen, weiter steigen wird. „Es gibt bei den aktuellen Zahlen überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass sich an diesem Trend irgendetwas nachhaltig ändert“, stellte Zoerner fest. Die Lage in den Krankenhäusern spitze sich weiter zu.

Stadt Dortmund will Plätze für Corona-Patienten frei halten

Unterdessen richtet sich die Stadt mit einem Appell an das Land NRW. Sie fordert die Landesregierung dazu auf, die Krankenhäuser anzuweisen, Kapazitäten freizuhalten für Corona-Patienten. Operationen, die verschoben werden können, sollten nach Ansicht der Stadt Dortmund verschoben werden.

Auch die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen ist dieser Ansicht. Sie fordert die Wiedereinführung der sogenannten Freihaltepauschale, um Covid-19-Patienten freie Plätze anbieten zu können.

Indes laufen die Planungen für das Behelfskrankenhaus in Dortmund weiter. Ernst erkrankte Covid-19-Patienten sollen unter der hohen Kuppel der Westfalenhalle aber nicht behandelt werden. Viel mehr soll das weite Runde dazu genutzt werden, Menschen zu behandeln, die Covid-19 schon hinter sich gebracht, aber weiterhin pflegerischen Bedarf haben.

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