Sars-CoV-2

Hochansteckende Corona-Mutation erstmals in Dortmund nachgewiesen – RKI besorgt

Eine mutierte Variante des Coronavirus ist erstmals auch in Dortmund nachgewiesen worden. Die Variante B.1.1.7 stammt wohl aus Großbritannien. Was wir über die Mutation wissen.

Dortmund – Sechs Personen aus Dortmund haben sich bereits im Januar mit einer neuen Variante des Coronavirus* Sars-CoV-2 angesteckt. Eine Dortmunderin hatte das Virus aus Brasilien eingeschleppt und drei Personen in ihrem Haushalt angesteckt, berichtet RUHR24.de*. Unabhängig davon wurde die mit B.1.1.7 bezeichnete Virusvariante auch bei einem weiteren Dortmunder nachgewiesen. Besteht jetzt Grund zur Sorge?

VirusCoronavirus (Sars-CoV-2)
VarianteB.1.1.7
HerkunftGroßbritannien

Corona-Mutation in Dortmund: Variante B.1.1.7 offenbar leichter übertragbar

Um zu verstehen, was die mutierten Coronaviren von der ursprünglichen Variante unterscheidet, lohnt sich ein Blick auf den Aufbau des Virus. Wegen seines Aussehens wurde das Virus nach einer Krone („Corona“) benannt. Mit den Zacken dieser Krone dockt es an Zellen an und dringt dann in diese ein, um sich dort zu vermehren.

Mutationen betreffen häufig die Spike-Proteine (pink) des Coronavirus.

Auch diese Zacken, die sogenannten Spike-Proteine, sind von Mutationen im Erbgut des Virus betroffen. Solche Veränderungen sind zunächst mal keine Seltenheit. Rund 300.000 Mutationen sollen im Erbgut von Sars-CoV-2 bereits festgestellt worden sein. Doch nicht alle davon haben auch Auswirkungen. Bei Variante B.1.1.7 ist das offenbar anders.

Corona-Variante B.1.1.7: Ausbreitung laut RKI „in einigen Staaten besorgniserregend“

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin berichtet über die mutierte Variante B.1.1.7: „Untersuchungen zufolge ist sie noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten.“ Damit hätte das Virus durch die Veränderung einen Vorteil – und könnte sich noch besser verbreiten. Das gilt es zu verhindern, auch um weitere Mutationen zu vermeiden. Laut RKI sei „die Dynamik der Verbreitung der Varianten in einigen Staaten besorgniserregend“.

Das zweite Problem: Die Behörden in Großbritannien gehen davon aus, dass eine durch diese Variante ausgelöste Covid-19-Erkrankung* zudem einen schwereren Verlauf nehmen kann, als gewohnt. Das galt zunächst als unwahrscheinlich, könnte in der Folge aber zu mehr Toten führen. Hierzu gibt es derzeit aber erst wenige Daten.

Corona-Mutation in Dortmund: B.1.1.7 könnte Lage weiter verschärfen

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Laut RKI sollen die Impfstoffe etwa von Biontech, AstraZeneca und Moderna genauso gut vor einer Infektion mit dieser Coronavirus-Variante schützen. Da die Impfungen in Dortmund* und NRW derzeit noch schleppend vorangehen, bleibt vielen derzeit nur eine Möglichkeit: sich gar nicht erst anzustecken.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), warnt vor der Coronavirus-Variante B.1.1.7.

Welche Auswirkungen die Virusvariante B.1.1.7 für die Coronavirus-Pandemie in Dortmund, NRW und Deutschland haben wird, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Das RKI warnt daher: „Bei erhöhter Übertragbarkeit der neuen Virusvarianten besteht die Möglichkeit, dass noch mehr Menschen an Covid-19 erkranken und sich die Lage weiter verschärft.“

Corona-Variante B.1.1.7: Kombi-Mutation aus Großbritannien bereitet Forschern sorgen

Denn B.1.1.7 ist keineswegs die einzige Corona-Variante, die Epidemiologen derzeit Kopfzerbrechen bereitet. Bei einem Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in Köln wurden Coronavirus-Varianten aus Südafrika und Brasilien* nachgewiesen. Auch diese (B.1.351 und B.1.1.28 P.1) sollen eine höhere Übertragbarkeit zeigen.

Besondere Sorge macht Virologen derzeit eine Kombi-Mutation des Coronavirus: Sie soll neben einer stärkeren Ansteckung zudem eine gewisse Resistenz gegenüber Impfstoffen haben.

Corona-Variante B.1.1.7 in Dortmund: Sechs Infizierte wegen dieser Variante an Covid-19 erkrankt

In Dortmund will man jetzt genau beobachten, ob und wie sich die Corona-Variante B.1.1.7 verbreitet. Das ist aufwendig, denn um herauszufinden, ob ein Infizierter sich eine Variante eingefangen hat, muss zunächst das Erbgut des Virus sequenziert werden. Das dauert mindestens zehn Tage.

Zudem will das Gesundheitsamt der Stadt Dortmund die Infektionsketten unterbrechen. Im Falle der aus Brasilien eingereisten Frau sei das gelungen, berichtet die Stadt am Mittwoch (3. Februar): „Alle Betroffenen waren so frühzeitig durch das Gesundheitsamt in Quarantäne abgesondert worden, dass von einer Weiterverbreitung innerhalb Dortmunds nicht auszugehen ist.“ Die meisten Erkrankten hätten zudem nur einen leichten Verlauf erlebt, eine Person erkrankte mittelschwer.

Ob das auch im Falle des Dortmunders gelungen ist, bei dem die Virus-Mutation zufällig festgestellt wurde, muss abgewartet werden. „Hier stehen noch Umgebungsuntersuchungen aus. Die engen Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne“, teilt die Stadt mit. Bislang haben sich in Dortmund sechs Menschen mit der Corona-Variante B.1.1.7 angesteckt. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld, Bernd Thissen/dpa; Collage: RUHR24

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