Neue Zahlen der Agentur für Arbeit

Dortmund: Tausende Jobs wegen Corona weg – wie Betroffene geschützt werden sollen

Tausende Minijobs sind wegen der Corona-Krise in Dortmund verloren gegangen.
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Viele Arbeitnehmer in Dortmund leiden seit vielen Monaten unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Über 4.000 Minijobs sind verloren gegangen.

Dortmund – Tausende geringfügig Beschäftigte in Dortmund schauen in die Röhre. Den harten Corona-Monaten sind viele Jobs zum Opfer gefallen. Auch viele Arbeitsverhältnisse auf 450-Euro-Basis konnten der Krise nicht Stand halten.

StadtDortmund
Einwohner603.609 (2020)
Fläche280,7 km²

Corona-Pandemie in Dortmund zeigt: „Minijobs sind alles andere als krisenfest“

Allein in Dortmund sollen neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge im vergangenen Jahr 4.300 Minijobs wegen Corona weggefallen sein. Innerhalb von zwölf Monaten sank die Zahl um acht Prozent auf zuletzt 52.400, wie die IG Bau Bochum-Dortmund mitteilt (mehr News aus Dortmund auf RUHR24 lesen).

Aus der Corona-Pandemie müssten nun Lehren gezogen werden, um Betroffene in geringfügigen Arbeitsverhältnissen besser zu schützen. „Der Rückgang zeigt, dass Minijobs alles andere als krisenfest sind. In unsicheren Zeiten kürzen Firmen zuerst bei den 450-Euro-Kräften, die allerdings weder Anspruch auf das Kurzarbeiter- noch auf das Arbeitslosengeld haben“, so Gabriele Henter, Bezirksvorsitzende der IG Bau Bochum-Dortmund.

Große Gefahr für Minijobs: Betroffene sollen durch Reform geschützt werden

Die Forderung der Gewerkschaft lautet deshalb, dass Minijobs bereits ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden müssen. Die Politik setze mit den abgabenfreien Minijobs schon seit Jahren die falschen Anreize. Die Corona-Krise habe nun klargemacht, dass diese Stellen „eine arbeitsmarktpolitische Sackgasse“ sind.

Es ist höchste Zeit, die Sozialversicherungsfreiheit für 450-Euro-Jobs abzuschaffen“, so Henter weiter. Nur wenn für die Beschäftigten in Zukunft Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung gezahlt würden, könnten sie wirksam geschützt werden.

Minijob-Beschäftigte in Dortmund: Großteil arbeitet in Reinigungsfirmen – Risiko für Frauen

Vor allem bei Reinigungsjobs, zum Beispiel in Gebäuden, seien die Arbeitsverhältnisse besonders prekär. Insbesondere Frauen müssten deshalb ein großes Karriere- und Armutsrisiko hinnehmen. Laut Arbeitsagentur zählten die Reinigungsfirmen in Dortmund Ende 2020 rund 3.100 Beschäftigte, die einen Minijob als alleiniges Einkommen haben. Das macht 40 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Branche aus.

Video: Zahl der Minijobs sinkt durch Corona auf Rekordtief

Die IG Bau rät Beschäftigten, die während der Pandemie ihren Minijob verloren haben oder jetzt um dessen Verlust fürchten, Hilfe bei der Gewerkschaft zu suchen.

Nicht nur in Dortmund: 870.000 Minijobs durch Corona in Deutschland weggefallen

Auch in der Politik ist das Thema mittlerweile angekommen. Mehrere Parteien wie SPD, Grüne und Linke setzen sich ebenfalls für eine grundlegende Reform der Minijobs sein. Bereits im November vergangenen Jahres brachte die Linke den Antrag in den Bundestag ein, dass geringfügige Beschäftigungen der vollen Sozialversicherungspflicht unterliegen sollen.

Die CDU hingegen forderte im Zuge der Corona-Krise, die Verdienstgrenze bei Minijobs auf 550 Euro anzuheben. Laut der IG Bau sei das jedoch der falsche Weg und „würde die prekäre Beschäftigung ausbauen, statt sie einzudämmen“.

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung sind im Zuge der Corona-Pandemie in ganz Deutschland 870.000 Minijobs verloren gegangen. Die Autoren der Untersuchung sprechen sich ebenfalls dafür aus, solche Stellen in die Sozialversicherungspflicht einzubeziehen.

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