Extra-Impfstoff vom Land NRW

Dortmund plant zusätzliche Corona-Impfungen – vier Stadtteile ausgewählt

Die Dortmunder Corona-Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner kritisiert das Land NRW für sein Vorgehen bei den Impfungen.
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Die Dortmunder Corona-Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner kritisiert das Land NRW für sein Vorgehen bei den Impfungen.

Dortmund soll von der NRW-Landesregierung zusätzlichen Corona-Impfstoff bekommen. Die Stadt hat nun vier Stadtteile für die Verteilung ausgewählt.

Dortmund – Mehr Corona-Impfungen außer der Reihe – das plant die Stadt Dortmund aktuell. Ergeben hat sich diese Möglichkeit, nachdem das NRW-Gesundheitsministerium am 13. Mai (Donnerstag) einen neuen Impferlass auf den Weg gebracht hat. 15 Kreise und Städte bekommen nun die Chance, Sonderkontingente des Impfstoffs von Johnson & Johnson zu erhalten.

StadtDortmund
Sieben-Tage-Inzidenz101,1 (18. Mai laut RKI)
Aktuelle Corona-Infektionen1.477 (17. Mai)

Land NRW macht zusätzlichen Corona-Impfstoff locker: Dortmund ist dabei

33.000 Impfdosen stehen laut dem Gesundheitsministerium zur Verfügung. Unter anderem Gelsenkirchen, Herne, Oberhausen sowie Hamm und eben Dortmund sollen von dem Sonderkontingent des Corona-Impfstoffs zunächst profitieren. Wichtig dabei: Das zusätzliche Impfangebot gilt ausschließlich für benachteiligten Stadtteile.

„Wir kommen mit dem Sonderkontingent dem Wunsch der Kreise und kreisfreien Städte nach, gezielt in vulnerablen Sozialräumen mit einer hohen 7-Tage-Inzidenz impfen zu können. Unsere Impfkontinente sind allerdings sehr begrenzt, sodass wir eine Auswahl treffen mussten“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Bedarf in Dortmund ist da: Stadt bekommt fast 5.000 zusätzliche Impfdosen

Die ausgewählten Städte und Kreise sollten dem Ministerium ein Kurzkonzept einreichen, damit ihnen in der Folge die zusätzlichen Impfdosen zugeteilt werden können. Dieser Bitte kam die Stadt Dortmund am Montag (17. Mai) nach. „Wir haben den Bedarf aus Dortmund an das Land geschickt“, sagte Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Nun warte die Stadt Dortmund auf eine Rückmeldung aus Düsseldorf. Immerhin könnte die Metropole im Ruhrgebiet mit der Unterstützung der Landesregierung im Kampf gegen Corona über 4.555 zusätzliche Impfdosen verfügen (mehr Corona-News aus Dortmund auf RUHR24).

Corona-Zusatzimpfungen in Dortmund: Stadt wählt vier Stadtteile aus

Natürlich könnten die Zusatzimpfungen nicht auf dem gesamten Stadtgebiet passieren. Deshalb habe man dem Gesundheitsministerium unter Berücksichtigung des aktuellen Infektionsgeschehens in Dortmund zunächst vier Stadtteile- bzw. Bezirke als Startorte genannt. In einem ersten Schritt sollen die Extra-Dosen von Johnson & Johnson hier zum Einsatz kommen:

  • Mengede,
  • Nordstadt,
  • Eving,
  • Lütgendortmund.

Zusätzliche Corona-Impfungen in Eving, Mengede, Lütgendortmund und der Nordstadt

Wie die Krisenstabsleiterin mitteilte, wolle man in diesen Bezirken vor allem dort gegen Corona impfen, wo die Inzidenzen mit Blick auf die Bevölkerungsdichte im jeweiligen Stadtbezirk auffällig hoch ist. In der Nordstadt konzentriere man sich auf die drei Sozialräume Hafen, Nordmarkt und Borsigplatz.

In Lütgendortmund gehe es um bestimmte Wohnanlagen, in denen Menschen deutlich beengter wohnen. So auch in Eving – genannt wurden hier unter anderem die Bereiche Lindenhorster Straße und nördlich des Winterkampwegs. In Mengede betrifft es den Stadtteil Westerfilde.

Video: Corona: NRW fordert härtere Strafen für Impfpass-Fälschungen

Auf das offizielle „Go“ der NRW-Landesregierung muss die Stadt allerdings noch warten. „Wir brauchen natürlich mobile Impfteams, die vor Ort in den Stadtquartieren arbeiten“, sagte Zoerner. Hierzu habe man bereits Kontakt zu der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) aufgenommen. „Sobald klar ist, wo und wann es losgehen soll, kann die KV Ärzte und Impfteams zur Verfügung stellen und sinnvolle Einsatzorte identifizieren“, so Zoerner weiter.

Dortmund: Stadt mit 4.555 weiteren Impfstoff-Dosen erstmal zufrieden

Doch können die knapp 5.000 Zusatzimpfungen den Bedarf in Dortmund überhaupt komplett abdecken? Die Antwort lautet: nein. Nach Informationen der Stadt haben Berechnungen ergeben, dass man insgesamt etwa 19.900 weitere Dosen eines Corona-Impfstoffs bräuchte.

„Das haben wir dem Land ebenfalls mitgeteilt. Aber 4.555 zusätzliche Corona-Impfungen sind für den Anfang schon mal gut“, sagte Zoerner. Langfristig wolle die NRW-Landesregierung ein Sonderkontingent in Höhe von 100.000 Impfdosen zur Verfügung stellen.

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