„Wesentliche Änderung“

Corona in Dortmund: Impfungen zeigen interessanten Effekt in Stadtteilen

Jeden Monat schätzt das Gesundheitsamt die Corona-Lage in Dortmund ein. Diesmal gibt es gute Neuigkeiten – wenn auch mit Einschränkungen.

Dortmund – Die Corona-Pandemie geht in ihren zweiten Winter. Noch sind weiterhin zu wenige Menschen geimpft, um Mundschutz und Abstandsregeln ablegen zu können. In einigen Stadtteilen von Dortmund sieht es diesbezüglich jedoch gar nicht so schlecht aus. Hier ist ein interessanter Effekt zu beobachten.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
VirusCoronavirus (Sars-CoV-2)

Coronavirus in Dortmund: Aktuelle Zahlen zeigen Effekt der Covid-19-Impfungen in Stadtteilen

Im vergangenen Bericht hatte das Gesundheitsamt noch eine hohe Dunkelziffer bei den Corona-Infektionen in den Stadtteilen von Dortmund befürchtet. Zuletzt waren die Infektionen in der Stadt mit rund 600.000 Einwohnern jedoch deutlich gesunken. Deutliche Unterschiede zeigen sich hingegen auch in der Fachkommentierung (PDF) des aktuellen Berichtszeitraums vom 14. September bis zum 13. Oktober.

Denn etwa in der Nordstadt haben sich erneut deutlich mehr Menschen mit Covid-19 infiziert, als in anderen Stadtteilen: 372 Menschen steckten sich im betrachteten Zeitraum neu an. Zum Vergleich: In Hörde waren es nur 121 Neuinfektionen.

Corona in Dortmund: Stadt beobachtet interessanten Effekt bei Neuinfektionen

Dabei zeigt sich laut dem Gesundheitsamt Dortmund erstmals ein besonderer Effekt: „Auffällig ist, dass sich die Zahl der Neuinfektionen in Dortmund seit etwa zwei Wochen auf einem Plateau befindet und nicht nennenswert zu- oder abnimmt. Dabei sind die Fallzahlen deutlich höher, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.“

Bislang war dies nicht der Fall. Steigende Infektionszahlen haben in der Regel dazu geführt, dass sich in absehbarer Zeit umso mehr Menschen infizieren (exponentielles Wachstum). Das scheint in Dortmund jetzt nicht mehr der Fall zu sein. Doch woran liegt es, dass sich die Zahl der Infektionen derart eingependelt hat?

Corona in Dortmund: Mehr Menschen sind geimpft – aber nicht in jedem Stadtbezirk

In den vergangenen Wochen hat sich nur eine Variable nennenswert geändert: die Zahl der vollständig geimpften Menschen in Dortmund. Sie ist auf mittlerweile 70 Prozent gestiegen. Das Problem: Hierbei handelt es sich nur um einen Durchschnittswert. In einigen Stadtbezirken sind also deutlich mehr Menschen geimpft, als in anderen.

Das sorgt für deutliche Unterschiede bei den Infektionszahlen: Im Zeitraum des Berichts lag der durchschnittliche 7-Tages-Inzidenzwert in Aplerbeck etwa bei nur 42 Infektionen pro 100.000 Einwohner. In der Innenstadt-Nord ergibt sich hingegen ein Wert von 157 (siehe Karte).

„Die großen Inzidenzunterschiede in der 4. Welle sind sehr wahrscheinlich dadurch zu erklären, dass die Impfquoten in einigen Bezirken sich signifikant unterscheiden“, heißt es dazu vom Gesundheitsamt. Diese „schnellere und stärkere Ansteckung“ lasse in bestimmten Stadtteilen die Vermutung zu, dass die Impfquote sogar unter 50 Prozent liegen könnte. In anderen Stadtteilen seien bereits „deutlich über 70 Prozent“ der Bewohner gegen Corona geimpft, teilt das Gesundheitsamt mit.

Dortmund: Gesundheitsamt spricht von „wesentlicher Änderung“ in der Corona-Pandemie

Für Dortmund bedeutet das erstmals einen stadtweit sichtbaren Effekt durch die Corona-Impfungen. Laut Gesundheitsamt habe „erstmals eine Infektionswelle sich seit Beginn der Pandemie selbst begrenzt.“ Damit ändere sich der Verlauf dieser Pandemie wesentlich. Denn dort, wo viele Menschen geimpft sind, wird Covid-19 künftig nicht mehr flächendeckend auftreten.

Zuvor war durch die Impfungen bereits die Zahl der schweren Infektionen und damit auch der Todesfälle insbesondere unter älteren Menschen gesunken. Dennoch geht die Stadt Dortmund davon aus, dass neben Covid-19 auch die Grippewelle für neue Engpässe in den Krankenhäusern sorgen könnte.

Das Robert Koch-Institut nimmt nicht an, dass in Deutschland, NRW oder Dortmund bereits im Winter 2021 eine Herdenimmunität erreicht werden kann. Dafür müssten 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen sowie 90 Prozent der über 60-Jährigen geimpft sein. Die aktuellen Zahlen aus Dortmund zeigen jedoch, dass die Corona-Impfungen auf Stadtteilebene und sogar darunter bereits jetzt einen direkten Effekt haben – sofern nur ausreichend viele Menschen mitmachen.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa, Datawrapper; Collage: RUHR24

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