Pläne des Krisenstabs

Covid-19-Impfungen in Dortmund - wie Bürger vor Corona geschützt werden sollen

Dortmund plant bereits die Impfung der Bevölkerung.
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Die Stadt Dortmund plant bereits die Impfung der Bevölkerung.

Bald soll es Impfstoffe gegen das Coronavirus geben. Der Krisenstab in Dortmund plant nun die Impfungen. Doch wer wird wann wo geimpft?

Dortmund – Die Erfolgsmeldungen bei gleich mehreren Impfstoffen gegen das Coronavirus haben bei vielen die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie geweckt. Bis dahin wartet unter anderem in Dortmund (alle News zum Coronavirus im Live-Ticker) aber noch viel (Planungs-)Arbeit auf den Krisenstab. Welchen Impfstoff bekommt die Stadt überhaupt? Wie kommt er hierher? Und wer bekommt ihn als Erstes? Wir versuchen, die wichtigsten Fragen dazu zu beantworten.

Dortmund: Wann soll mit den Corona-Impfungen begonnen werden?

Die Impfstelle soll bereits im Dezember arbeitsfähig sein, vermutlich um Weihnachten herum. Das sagte Matthias Gahlen, Leiter des Krisenstabs der Feuerwehr in Dortmund am Dienstag. Ein erster Impfstoff soll zum Jahresende verfügbar sein.

Wo wird die Impfstelle in Dortmund sein?

Ein genauer Ort steht noch nicht fest. In der engeren Auswahl sind jedoch größere Hallen in Dortmund. In der kommenden Woche soll jedoch das Gebäude bekannt gegeben werden, in dem das Impfzentrum eröffnet werden soll. In NRW soll es zahlreiche Impfzentren geben.

Wer wird in Dortmund als erstes geimpft?

Als erste sollen den oder die neuen Impfstoffe voraussichtlich sogenannte vulnerable Gruppen erhalten. Dazu zählen laut Robert Koch-Institut etwa Senioren sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Sie sollen von mobilen Teams geimpft werden.

Auch medizinisches Personal sowie Menschen, die in der kritischen Infrastruktur (Polizei, Lehrer) arbeiten, sollen den Impfstoff zuerst bekommen. Wer im Krankenhaus arbeitet, soll dort auch geimpft werden.

Wo in Dortmund geimpft wird:

  • Impfzentrum: Für Massenimpfungen der Bevölkerung.
  • Krankenhäuser: Zur Impfung des medizinischen Personals.
  • Mobile Teams: Für die Impfung vulnerabler und kritischer Gruppen.

Fest steht aber auch das noch nicht. Die Ständige Impfkommission, der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina wollen dazu noch eine Empfehlung nach ethischen und rechtlichen Prinzipien herausgeben. Ziel ist es, schwere Covid-19-Erkrankungen zu verhindern, Menschen mit beruflichem Risiko zu Schützen und dabei staatliche Funktionen sowie das öffentliche Leben aufrechtzuerhalten.

Wie viele Impfungen soll es am Tag in Dortmund geben?

Derzeit plant der Krisenstab, dass pro Tag etwa 2.000 bis 3.000 Menschen in Dortmund geimpft werden sollen. Die Planungen dazu seien jedoch schwierig, da die Impfstoffe erst noch vom Bund gekauft und dann über die Länder an die Kommunen verteilt werden müssen (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Dortmund: Welchen Corona-Impfstoff bekommt die Stadt überhaupt?

Das wüsste der Krisenstab wohl auch gerne, denn davon hängt eine ganze Reihe weiterer Planungen ab. „Es ist unklar, welcher Impfstoff es wird und wie häufig jeder geimpft werden muss“, sagte Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts Dortmund.

Derzeit geht man davon aus, dass Impfstoffe zwei- bis dreimal verabreicht werden müssen, um einen ausreichenden Schutz zu bieten. Ebenfalls unklar ist, ob der Impfstoff zuvor tiefgekühlt werden muss. All diese Fragen müssen für die „wesentlichen Entscheidungen“ zunächst geklärt sein, sagte Renken.

Dr. Frank Renken, Chef des Gesundheitsamts der Stadt Dortmund.

Generell sind Details zu den Impfstoffen etwa von Pfizer und Biontech noch rar. Laut Krisenstabsleiter Mattias Gahlen war man zunächst davon ausgegangen, dass der erste Impfstoff „ein komplizierter sein wird“. Sprich: Er müsse bei minus 70 Grad Celsius transportiert, in einer Reinraum-Apotheke verarbeitet und binnen kürzester Zeit verabreicht werden. Das scheint nun jedoch anders zu sein, sagte Gahlen. Offenbar bleiben nun mehrere Stunden, das Vakzin zu verabreichen.

Für wie viele Dortmunder wird der erste Impfstoff reichen?

„Der Impfstoff wird bei weitem nicht für die gesamte Bevölkerung reichen“, sagte Krisenstabsleiter Gahlen bei der Pressekonferenz am Dienstag. Das Vakzin des deutschen Herstellers Biontech war als erstes ins Zulassungsverfahren gegangen. Für Deutschland sind davon laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zunächst „bis zu 100 Millionen Impfdosen“ vorgesehen.

Auch von einem weiteren Kandidaten, dem Wirkstoff des US-Herstellers Moderna konnte sich Deutschland rund 160 Millionen Dosen sichern. Insgesamt wird damit gerechnet, dass es bald sechs verschiedene Impfstoffe geben könnte. Es sollen aber ausreichend Impfdosen gekauft werden, um damit jeden Deutschen impfen zu können.

Wird mit dem Impfstoff bald alles wieder gut?

Diese Erwartungen bremste Dr. Frank Renken, Leiter des Gesundheitsamts in Dortmund, am Dienstag. Noch sei etwa nicht abschließend geklärt, wann die Menschen immunisiert seien oder wie ältere Personen auf die Impfung reagieren werden. „Die Lage ist keineswegs gerettet“, sagte Renken dazu bei der Pressekonferenz in Dortmund.

Die Bundesregierung plant etwa damit, dass rund zwei Drittel der Deutschen geimpft sein müssten, damit Herdenimmunität herrscht. Dann kann sich das Coronavirus nicht wie jetzt weiterverbreiten. In Dortmund müssten dafür demnach rund 400.000 der 600.000 Einwohner geimpft sein. Selbst wenn immer genügen Impfstoff verfügbar wäre, würde allein das mehrere Monate dauern.