Restimpfstoff auf Straße angeboten

Corona: Dortmund macht Spontanimpfung möglich - Impfwillige per SMS benachrichtigt

Die Stadt Dortmund will Impfwilligen nun auch die „Impfbrücke“ anbieten. Zudem ist ein Leistungstest im Impfzentrum auf Phoenix-West geplant.

Update, Donnerstag (13. Mai), 11.55 Uhr: Die „Impfbrücke“ in Dortmund ist gestartet. Über die Homepage werden ab jetzt Impfwillige, die eine Impfberechtigung haben, schnell und unkompliziert über übergebliebene Impfdosen informiert. Und so funktioniert es: Sollten im Impfzentren Phoenix-West in Dortmund am Ende des Tages Restimpfdose liegengeblieben sein, erhalten Impfberechtigte eine SMS mit der Info, dass sie kurzfristig geimpft werden können.

Dazu wählt das System unter den registrierten Impfwilligen per Zufallsprinzip drei Impfberechtigte aus, und benachrichtigt diese per SMS. Wer zuerst auf die SMS mit „Ja“ antwortet, kann sich spontan im Impfzentrum impfen lassen. Allerdings: Nach spätestens 60 Minuten verfällt das Impfangebot und drei weitere Impfberechtigte erhalten das Impfangebot per SMS.

Übergebliebener Corona-Impfstoff wird in Dortmund an Impfberechtigte verteilt

Wer impfberechtigt ist, listet der Impffahrplan der Stadt Dortmund auf. Aktuell sind bereits die meisten Personen der Gruppe 3 („Erhöhte Priorität“) impfberechtigt. Dazu gehören Mitarbeiter der Steuerfahndung, Gerichte und der Justiz, Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel und Lehrer an weiterführenden Schulen. Pflegende Angehörige und Vorerkrankte nach § 4 (ebenfalls Prio Gruppe 3) sind bislang noch nicht impfberechtigt.

Bislang nutzen Impfzentren das Tool der „Impfbrücke“ um die ihnen bekannten Impfwilligen per SMS über kurzfristige Termine informieren zu können. Ab jetzt können Impfberechtigte, die Interesse an einer kurzfristigen und spontanen Impfung haben, sich selbst auf der Internetseite der Impfbrücke Dortmund registrieren.

Erstmeldung, Dienstag (11. Mai), 17 Uhr: Dortmund – Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund hatte bei der Pressekonferenz am Dienstag (11. Mai) einige Ankündigungen im Gepäck. So rechnet man etwa damit, dass die Schulen in Dortmund ab Montag (17. Mai) wieder öffnen. Neuigkeiten gibt es auch mit Blick auf die Impfkampagne in der Stadt.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkArnsberg
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Corona in Dortmund: Stadt wird übrigen Astrazenca-Impfstoff nicht los

21.958 Menschen seien im Zeitraum vom 1. bis zum 9. Mai im Dortmunder Impfzentrum geimpft worden, erklärte Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner. 56.380 Weitere sollen bis zum Ende des Monats folgen. Die Zahl der Geimpften steigt also auch in Dortmund stetig. Dennoch ist am Montagabend (10. Mai) erstmals ein Problem aufgetreten, welches die Stadt eigentlich immer verhindern wollten.

2.580 Impfdosen seien am Montag verabreicht worden – doch eigentlich waren zwölf mehr geplant. Die Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca seien bereits aufgezogen gewesen, doch die Impflinge erschienen nicht zu ihrem Zweittermin. Solche Fälle hatte es zwar auch schon zu früheren Zeitpunkten gegeben. Doch es ist inzwischen längst nicht mehr so leicht, den übrigen Impfstoff loszuwerden.

Corona-Impfstoff in Dortmund auf der Straße angeboten – „Impfbrücke“ kommt

„In der Vergangenheit war es immer relativ einfach, das zu überbrücken. Wir konnten dann auf die Gruppe der Feuerwehr und der Polizei zurückgreifen. Die sind aber in der Zwischenzeit geimpft worden“, sagte Zoerner (mehr Corona-News aus Dortmund auf RUHR24).

Die Mitarbeiter im Impfzentrum hätten deshalb probiert, andere impfberechtigte Personen aus der Priorisierungsgruppe 3 telefonisch zu erreichen. Das sei aber nicht gelungen. „Dann ist man nach draußen gegangen und hat Menschen angesprochen und gefragt, ob sie eine Impfung haben wollen würden.“ Eine solche Aktion soll sich aber möglichst nicht wiederholen, machte Zoerner deutlich.

Mitarbeiter des Dortmunder Impfzentrums mussten Astrazeneca-Impfstoff auf der Straße anbieten.

Abhilfe soll deshalb künftig die „Impfbrücke“ schaffen – ein Konzept, das in der Vergangenheit bereits in Duisburg eingeführt wurde. Planmäßig ab Freitagmorgen (14. Mai) sollen sich Impfwillige auf einer entsprechenden Plattform registrieren können. Sollte dann am Abend im Impfzentrum Impfstoff übrig bleiben, werden registrierte Personen benachrichtigt.

Corona in Dortmund: Übriger Impfstoff via „Impfbrücke“ zunächst nur für Gruppe 3

Details will die Stadt Dortmund dazu später bekannt geben. Im Mai können dieses Angebot aber nur impfberechtigte Personen nutzen, die zur dritten Priorisierungsgruppe gehören. Bis die neue Plattform „Impfbrücke“ einsatzbereit ist, behilft sich die Stadt für die Vergabe übrig gebliebener Impfdosen mit eigens dazu erstellten Listen.

Die „Impfbrücke“ ist aber nicht die einzige Maßnahme, mit der die Stadt künftig noch mehr Menschen impfen möchte. Das umgebaute Impfzentrum auf Phoenix-West in Dortmund soll an Christi Himmelfahrt (13. Mai) einem Leistungstest unterzogen werden. 3.700 Impfungen sollen dann während der gleichen Öffnungszeit und mit dem gleichen Personal wie bisher durchgeführt werden.

„Wir wollen ausprobieren, wie viel wir in diesen Strukturen schaffen können“, so Zoerner. 3.700 Impfungen seien in etwa das, was man für möglich hält. Hintergrund für den geplanten Leistungstest sind die Ankündigungen von Bund und Land, wonach in Kürze große Mengen an Impfstoff zur Verfügung stehen werden.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/Hendrik Schmidt/dpa; Collgae: RUHR24

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