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Dortmund: Termine für die nächsten Corona-Impfungen in Hotspots stehen fest

Die Stadt Dortmund startet die nächste Impfaktion in sozialen Brennpunkten der Stadt. Gleichzeitig kündigt sie dabei eine Neuerung bei der Vergabe der Termine an.

Dortmund – Die Stadt Dortmund nimmt bei ihrer Impf-Kampagne nun verstärkt soziale Brennpunkte in den Fokus. Wo die Corona-Inzidenzen immer etwas höher waren als im Rest von Dortmund, sollen die Impfungen nun für die Beruhigung der Lage sorgen.

StadtDortmund
Corona-Inzidenz52,2 (Stand 1. Juni)
Gemeldete Corona-Fälle total27.850

Dortmund: Impfung gegen Corona in sozialen Brennpunkten gestartet

In Bezirk Mengede hat eine entsprechende Impf-Aktion bereits Ende Mai stattgefunden. 2000 Impfungen standen für Anwohner der dortigen Stadtteile Bodelschwingh, Nette und Westerfilde bereit, 1588 Bürger machten davon Gebrauch. Die Diskrepanz zwischen den verfügbaren Impfungen und der Zahl der geimpften erklärt sich mit Impf-Skepsis oder schlicht Unwissenheit über die Aktion.

Nun dürfen sich Dortmunder aus den Bezirken Nordstadt, Eving und Lütgendortmund auf ähnliche Impf-Aktionen freuen, kündigte die Stadt in einer Pressekonferenz am Dienstag (1. Juni) an.

Dortmund: Corona-Impfungen in der Nordstadt – Termine stehen fest

In der Nordstadt soll diese Aktion bereits am Freitag (4. Juni) starten und bis Sonntag (6. Juni) dauern. Geimpft wird jeweils von 8 bis 18.30 Uhr an zwei Stellen in der Nordstadt:

  • dem Sozialen Zentrum Dortmund, Westhoffstraße 8
  • dem Bernhard-März-Haus, Osterlandwehr 12 -14

Die Stadt wolle gezielt auf die Menschen zugehen, die für eine solche Impfung infrage kämen. Wer genau das ist, dazu machte Sozialdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag keine Angaben.

1500 Corona-Impfungen für die Nordstadt in Dortmund

Fest steht, dass in der Nordstadt insgesamt 1500 Corona-Impfungen an drei Tagen an den Mann oder die Frau gebracht werden sollen. Nicht nur Sprachbarrieren gelte es dort zu überwinden, sondern auch eine gewisse Skepsis der dortigen – oftmals ausländischen – Bewohner gegenüber dem Staat.

Diese Skepsis, so Zoerner, liege in der Biografie der Menschen begründet, die nicht selten aus Ländern geflohen seien, in denen der Staat selten Gutes im Schilde führt.

Stadt Dortmund nennt Voraussetzungen für Corona-Impfung in der Nordstadt

Sowohl Wohlfahrtsverbände als auch die Stadt wollen diese Menschen nun gezielt ansprechen, ihnen die Angst vor einer Impfung nehmen. Berechtigt seien laut Zoerner auch Menschen, die keine Krankenversicherung besäßen. Voraussetzung sei lediglich eine Meldeadresse in der Nordstadt von Dortmund und das Alter: 18 Jahren sollen Impflinge mindestens sein. Als Nachweise für die Impfberechtigung sind der Personalausweis oder die Meldebestätigung vorzulegen. Die Impfberechtigten werden gebeten, soweit erforderlich zur Impfung einen Dolmetscher mitzubringen. (Hier weitere Corona-News aus Dortmund bei RUHR24 lesen)

Eine Situation wie in Köln-Chorweiler, wo Menschen aus bestimmten riesigen Wohnblöcken geimpft worden sind, gibt es in Dortmund nicht. Vielmehr müsse die Stadt nun gezielt die entsprechenden Bürger ansprechen.

Dortmund impft in sozialen Brennpunkten nur mit Stoff von Johnson & Johnson

Dabei soll ausschließlich Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson verabreicht werden, der nur einmal verimpft werden muss, statt wie bei Biontech oder Astrazeneca zweimal.

Die Stadt Dortmund geht nun aktiv in soziale Brennpunkte und macht Menschen dort ein Impf-Angebot – etwa in der Nordstadt.

Auch Menschen aus Lütgendortmund und Eving sollen von der Brennpunkt-Aktion der Stadt Dortmund profitieren. Die Stadt wolle in diesen beiden Stadtbezirken allerdings anders vorgehen, als in der Nordstadt oder in Mengede. Hier sollen sogenannte Impf-Gutscheine an entsprechende Personen verteilt werden. Die Verteilung hat bereits begonnen. Die „Glücklichen“ dürfen sich dann in einem Impfzentrum gegen Corona impfen lassen und entsprechend einen Termin dort vereinbaren. 900 Menschen sollen in Eving und Lütgendortmund von der Impf-Aktion profitieren.

NRW stellt Impfungen gegen Corona für soziale Brennpunkte bereit

Hintergrund der Aktion ist das neue Coronaschutzimpfungs-Angebot des Landes NRW für Menschen, die in Stadtteilen mit erhöhtem Infektionsrisiko leben. Das Land hat der Stadt Dortmund dafür 4.555 Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson zur Verfügung gestellt.

Neben Menschen aus sozialen Brennpunkten hat die Stadt aktuell auch Obdachlose für Corona-Impfungen in den Blick genommen. Bis zum 1. Juni hat die Stadt 1076 Menschen ohne Wohnung gegen Corona geimpft. Bis zum 3. Juni läuft diese Impf-Aktion noch. Bislang wurde im Gasthaus an der Rheinischen Straße, in der Frauenübernachtungsstelle an der Nortkirchenstraße, am Wichernhaus an der Stollestraße sowie an der Methadon-Ambulanz an der Bornstraße geimpft.

Impfungen für Flüchtlinge in Dortmund stoßen auf Skepsis

Parallel laufen derzeit Impfungen in Einrichtungen für Flüchtlinge. Die Stadt stellte dort allerdings „eine deutliche Zurückhaltung“ gegenüber dem Impfen fest, sagte Birgit Zoerner. Es gäbe etwa viele Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden seien und sich schwanger nicht impfen lassen wollen.

Rubriklistenbild: © Daniele Giustolisi/RUHR24

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