Land NRW bestätigt

Corona-Hammer in Dortmund: Ab sofort wieder (fast) alles geschlossen

Die Stadt Dortmund hat am Freitag (16. April) neue Corona-Regeln in einer Allgemeinverfügung in die Wege geleitet. Es soll schon ab Montag (19. April) viele Schließungen geben.

Update, Sonntag (16. April), 17.15 Uhr: Geschäfte, Sport, Schulen, Freizeit – die ab Montag (19. April) gültige Allgemeinverfügung der Stadt Dortmund verschärft die Coronaschutzverordnung des Landes NRW. In einem Extra-Text fassen wir die wichtigsten Extra-Verbote für Dortmund ab dem 19. April zusammen.

Update, Freitag (16. April), 21.45 Uhr: Dortmund – Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Allgemeinverfügung zur Anordnung weiterer kontaktreduzierender Maßnahmen wurde vom Land NRW abgenickt. Im Laufe des Freitagabends hat das Land NRW sich mit dem Entwurf der Stadt Dortmund einverstanden gezeigt.

7-Tages-Inzidenz in Dortmund172,9 (Stand 16. April)
Aktuelle Corona-Fälle1500
Bislang gemeldete Corona-Fälle20.900

„Das ist ein sehr wichtiger Schritt für den Kampf gegen die dritte Viruswelle in unserer Stadt. Die dritte Welle verlangt uns leider noch einmal alles ab. Ich möchte mich bei allen Dortmundern und Dortmunderinnen für ihre Unterstützung, für ihre Umsicht und Besonnenheit bedanken“, verkündet Oberbürgermeister Thomas Westphal in einer Pressemitteilung. Allerdings hat das Land NRW eine Bedingung.

Wie es in der Mitteilung heißt, solle die Notbetreuung angepasst werden auf die derzeit geltenden Regelungen. Somit findet die Notbetreuung weiterhin statt. Ab kommenden Montag (19. April) findet in Dortmund kein Präsenzunterricht an den Schulen statt. Ausgenommen sind Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schulen, der Berufskollegs und der Förderschulen sowie die entsprechenden Semester im Bildungsgang Realschule des Weiterbildungskollegs.

Außerdem schließen ab Montag in Dortmund die Museen. Das Konzept von „Click & Meet“ wird ab Montag nicht weitergeführt. Die Möglichkeit, nach der Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren in Gruppen auf den Sportplätzen Sport treiben konnten, entfällt. Mit diesen Maßnahmen orientiert sich die Stadt Dortmund an den Inhalten des wahrscheinlich zum Ende der kommenden Woche geltenden geänderten Infektionsschutzgesetzes des Bundes.

Erstmeldung, Freitag (16. April), 12.14 Uhr: Die Stadt Dortmund hat am Freitag (16. April) eine neue Allgemeinverfügung in die Wege geleitet und dem Land NRW als Vorschlag zugesendet. Die darin enthaltenen geplanten Regeln haben es in sich. Noch am heutigen Freitag wird eine Entscheidung dazu aus Düsseldorf erwartet.

Dortmund: Neue Corona-Regeln sollen kommen – viele Schließungen

So will die Stadt Dortmund ab Montag (19. April) viele Schließungen in die Wege leiten und Ausnahmen von der aktuellen Notbremse-Regelung zurücknehmen. Click and Meet, so der Vorschlag an das Land NRW, soll vorerst eingestellt, Innenbereiche von Museen und Zoos sollen geschlossen werden.

Sport unter freiem Himmel für Kinder und Jugendlichen soll in Gruppen zudem verboten werden. Bislang durften Kinder- und Jugendliche unter 14 Jahren in Gruppen von zehn Personen mit Übungsleiter trainieren. Das soll jetzt ein Ende haben. Sollte das Land NRW dem Vorschlag der Stadt nicht folgen, wolle die Stadt ihre Sportplätze schließen.

Corona in Dortmund: Keine Ausgangssperre in der Allgemeinverfügung verankert

Der wohl weitreichenste Plan betrifft die Schulen in Dortmund: Sie sollen auch ab Montag (19. April) weiterhin beim Homeschooling bleiben. Ausnahmen vom Homeschooling soll es für die Abschlussklassen, Förderschulen und die Notbetreuung geben, sagte Schuldezernentin Daniela Schneckenburger.

Kitas sollen dagegen weiterhin geöffnet bleiben, allerdings nach wie vor im eingeschränkten Regelbetrieb. Heißt: Eltern sollen prüfen, ob ihre Kinder wirklich dringend in die Kita geschickt werden müssen oder ob sie auch zu Hause betreut werden können.

Eine Ausgangssperre soll in der Allgemeinverfügung nicht verankert werden, teilte Thomas Westphal mit. Aber: Sollte das bundesweit geltende Infektionsschutzgesetz in der kommenden Woche entsprechend geändert werden, würde eine mögliche Ausgangssperre auch Dortmund treffen, sobald die Stadt an drei Tagen in Folge eine Inzidenz über 200 hat. Die Stadt Dortmund würde diesen Schritt zumindest begrüßen, so Westphal.

Weiterhin bestehen bleiben soll und wird die Maskenpflicht in fünf Parks sowie am Phoenix See. Diese Regelung sei von einer Entscheidung des Landes unberührt, sagte Rechtsdezernent Norbert Dahmen. Die Stadt dürfe selbst Zonen für die Maskenpflicht festlegen.

Corona-Lage dramatisch: Schulen in Dortmund sollen geschlossen bleiben

Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) begründete die geplanten Maßnahmen bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz am Freitag (16. April) mit dem aktuellen Infektionsgeschehen in Dortmund und der Tatsache, dass die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes noch nicht beschlossen sei sowie damit, dass die neue Coronaschutzverordnung des Landes NRW keine großen Änderungen beinhalte.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) will Schulen ab dem 19. April weiterhin geschlossen halten.

„Das ist aktuell so, als würden wir am Strand liegen und eine meterhohe Welle auf uns zukommen sehen und wir würden noch darüber diskutieren, ob es verhältnismäßig ist, den Liegestuhl abzuräumen und darin noch was zu trinken“, beschrieb Westphal die aktuelle Situation.

Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner verwies indes auf die inzwischen äußerst knapp gewordenen Intensivbetten in Dortmund (hier weitere Corona-News aus Dortmund bei RUHR24 lesen). Es gäbe derzeit lediglich zehn Prozent an freien Intensivbetten in der Stadt, weshalb der Status der Auslastung bei der Bezirksregierung in Arnsberg auf den Status „rot“ für „ausgelastet“ gestellt wurde. In den Städten um Dortmund herum sei die Lage auf den Intensivstationen ähnlich, sagte Zoerner.

Corona-Lage auf den Intensivstationen in Dortmund angespannt

Zudem müsse die Stadt auf den Personalaufwand auf den Intensivstationen achten, da ein Covid-19-Patient deutlich mehr Mitarbeiter binde, als andere Intensivpatienten. Hinzu komme, dass es derzeit deutlich schwerere Covid-19-Verläufe gäbe, als noch in der zweiten Welle der Pandemie. Zoerner berichtete zudem, dass es immer mehr junge Covid-19-Patienten auf den Dortmunder Intensivstationen gäbe, die jüngste beatmete Patienten sei erst 29 Jahre alt. „Das erfüllt uns mit großer Sorge“, sagte Zoerner, beschrieb die Lage aber auch als „nicht unbeherrschbar“.

Die 7-Tages-Inzidenz in Dortmund lag am Freitag (16. April) bei 172,9. Zuletzt war der Wert am 24. Dezember 2020 höher. Damals lag er bei 181,7. Seit Anfang April steigt die 7-Tages-Inzidenz in Dortmund rasant. Die Stadt erwartet bei der Inzidenz in den kommenden Tagen eine Überschreitung der 200er Marke.

Das Land NRW muss der Allgemeinverfügung zustimmen, bevor sie am Montag (19. April) inkrafttreten kann.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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