Corona-Demonstrationen in Sachsen

Corona-Schande von Leipzig: Dortmunds OB Westphal macht klare Ansage

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Thomas Westphal, der Oberbürgermeister von Dortmund, hat die Corona-Demonstration der „Querdenker“ in Leipzig kritisiert.

Nach der Corona-Demonstration von Leipzig am Wochenende hat Thomas Westphal, neuer OB von Dortmund, zu den Ereignissen klar Stellung bezogen.

Dortmund - Die Ereignisse von Leipzig am vergangenen Samstag (7. November) auf der „Querdenken“-Demonstration gegen die Corona-Auflagen hallen nach. Aus zahlreichen Ecken in Deutschland gibt es Kritik. Doch nicht nur die Eskalation der Gewalt gerät in den Fokus, sondern auch der Ort der Demonstration.

Bürgermeister Thomas Westphal
ParteiSPD
Im Amt seit1. November 2020

Dortmund: Neuer OB Thomas Westphal kritisiert Corona-Demo in Leipzig als „völlig inakzeptabel“

Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Dortmund (alle News aus Dortmund bei RUHR24.de), kritisiert die Entscheidung des sächsischen Oberverwaltungsgerichts Bautzen, dass die Erlaubnis erteilt wurde, die Demonstration in der Innenstadt in Leipzig stattfinden zu lassen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadt Dortmund von Montag (9. November) hervor.

„Das Versammlungsrecht ist zu Recht ein hohes Gut. Aber es ist angesichts der aktuellen Infektionslage völlig inakzeptabel und unverständlich, tausenden von Menschen zu gestatten, auf engstem Raum zusammenzukommen“, so Thomas Westphal.

Thomas Westphal (OB Dortmund) hätte anderen Ort für Corona-Demo in Leipzig vorgezogen

Unverständlich sei aus Sicht des neuen Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund (alle News zum Coronavirus in NRW) die Entscheidung auch, weil Leipzig mit dem Gelände der Messe eigentlich eine Alternative gehabt hätte. Das sei vorgeschlagen worden. Dieser Platz, so Westphal, sei ein Kompromiss im Sinne Aller gewesen.

„Die Veranstalter hätten eine Demonstration unter den Bedingungen des Infektionsschutzes und mit Abstand ohne Frage dort durchführen können“, so der Oberbürgermeister von Dortmund in der Pressemitteilung weiter.

„Nur schwer erträglich“: Thomas Westphal über die Teilnehmer der Corona-Demo in Leipzig

Doch auch das Verhalten der Teilnehmer der Querdenken-Demonstration gerät in die Kritik. Es sei nur schwer erträglich, so Thomas Westphal, „dass sich tausende unter den Demonstranten nicht an Infektionsschutz und Abstandsregeln halten.“ Es sei ein Hohn für alle Bürger, die den Regeln folgen (alle NRW-News im Coronavirus-Liveticker).

Thomas Westphal, der Oberbürgermeister von Dortmund, hat die Corona-Demonstration der „Querdenker“ in Leipzig kritisiert.

Am Samstagabend (7. November) war die Lage in Leipzig eskaliert. Wie zahlreiche Medien, darunter auch der MDR, berichteten, kam es zu Gewaltausbrüchen im Rahmen der Querdenken-Demonstration. Polizisten wurden mit Pyrotechnik attackiert, Medienvertreter verfolgt und gar zusammengeschlagen.

Corona-Demo in Leipzig ist am Samstag (7. November) eskaliert

Nachdem sich die weitestgehend friedliche Querdenken-Demonstration aufgelöst hatte, eskalierte die Situation am Hauptbahnhof in Leipzig. Angeblich seien es gewaltbereite Hooligans und Vertreter der rechten Kampfsportszene gewesen, die in der Lage waren, eine Polizeisperre zu durchbrechen.

Video: Aufarbeitung nach Querdenken-Demo in Leipzig gefordert

Corona-Demos in Dortmund im August und Oktober waren weitestgehend friedlich

Daraufhin hätten sich zahlreiche andere Teilnehmer der Querdenken-Demonstration mit auf dem Weg gemacht. Die Folge: Teilnehmer der Querdenker-Demonstration und angeblich rechte Gruppierungen liefen durch die Stadt, demonstrierten gegen die Corona-Auflagen. Neben den Ausbrüchen der Gewalt gegen Medienvertreter und Polizei ist es auch zu zahlreichen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gekommen.

Auch in Dortmund ist es in diesem Jahr zu Veranstaltungen der sogenannten Querdenker gekommen. Diese - im August und Oktober - liefen allerdings weitestgehend friedlich ab.

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