Combat 18: Video nach Lübcke-Mord soll Neonazi aus Dortmund zeigen

Videosequenz aus Combat18-Video. Quelle: Combat 18
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Videosequenz aus Combat18-Video. Quelle: Combat 18

Dortmund/NRW - Ein Video der rechtsextremistischen Gruppe Combat 18 soll einen Neonazi aus Dortmund zeigen. Die Sequenz ist eine Reaktion auf den Morfall Lübcke.

Ein am Mittwoch aufgetauchtes Video der rechtsextremistischen Gruppierung Combat 18 soll einen Neonazi aus Dortmund zeigen. In dem Video distanziert sich die Gruppe von Stephan Ernst, dem mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

  • Mutmaßlicher Dortmunder Neonazi aus Combat 18-Video schon mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.
  • Verfassungsschutz stuft Video als echt ein.

In dem ersten offiziellen Video der rechtsextremistischen Gruppe zum Mordfall Lübcke ist ein vermummter Mann zu sehen, der in der knapp einminütigen Sequenz Stellung zu einer Sendung des ARD-Magazins "Monitor" nimmt.

In dem "Monitor"-Bericht hatte es ursprünglich geheißen, der mutmaßliche Mörder des CDU-Politikers Lübcke, Stephan Ernst, habe sich in Kreisen der rechtsextremistischen Gruppierung Combat 18 aufgehalten.

Stephan Ernst bei Treffen von Combat 18?

Fotos, die dem Magazin vorlagen, sollen Stephan Ernst auf einer konspirativen rechten Veranstaltung im sächsischen Mücka zeigen. Dort soll Ernst zusammen mit Mitgliedern von Combat 18 zu sehen sein. Das hatte ein Gutachter gegenüber Monitor bestätigt.

Inzwischen gibt es Zweifel an dessen Aussage. Es könnte sich möglicherweise um eine Verwechslung handeln, was ein weiterer von Monitor beauftragter Gutachter im Nachhinein bestätigt hat. Die Verwechselung ist ans Tageslicht gekommen, weil sich die eigentliche Person auf dem Foto bei der Polizei gemeldet hatte.

Video weist auf Fehler in ARD-Sendung hin

In dem nun aufgetauchten Video wird auf diesen Fehler, den Monitor bereits korrigiert hatte, hingewiesen.

Bei dem im Video zu sehenden Sprecher, der seinen Text mit nachträglich verzerrter Stimme von einem Zettel abliest, soll es sich um einen bekannten Dortmunder Neonazi handeln, wie es laut RUHR24-Quellen heißt. Die Polizei konnte diese Information gegenüber unserer Redaktion noch nicht bestätigen. Das Video sei an die zuständige Stelle weitergeleitet worden, heißt es von Seiten der Polizei in Dortmund.

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Der im Video zu sehende und scheinbar aus Dortmund stammende Neonazi war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, unter anderem auch wegen schwerer Straftaten, für die er mehrere Jahre im Gefängnis saß.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat das Video am Freitag als echt eingestuft. Ein Sprecher sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa),Combat 18 wolle mit dem Video möglicherweise ein Verbot der Gruppierung vorbeugen.

Journalist im Fokus von Combat 18

Zugleich solle laut NRW-Verfassungsschutz mit dem Video ein darin genannter Journalist eingeschüchtert werden, der 2018 intensiv zu Combat 18 recherchiert habe. Die rechtsextremistische Szene fühle sich durch seine investigativen Recherchen massiv gestört.

In NRW soll Combat 18 laut Verfassungsschutz weniger als zehn Mitglieder haben. Weitere Zugehörige der Gruppe sollen demnach in Hessen und Thüringen agieren. Experten warnen vor der Gruppe, die sich im rechtsextremen Untergrund bewegt. mit dpa-Material