Verband klagt gegen Influencerin

Prozess gegen Cathy Hummels: So argumentiert die BVB-Spielerfrau gegen ihre Klage

Wo hört Empfehlung auf und wo beginnt Werbung? Das verhandelt aktuell der Bundesgerichtshof. Der Klage gingen Instagram-Posts von Cathy Hummels voraus.

Karlsruhe – Müssen Influencer sogenannte „Tap Tags“ auf ihren Instagram-Profilen als Werbung kenntlich machen. Darüber hat am Donnerstag (29. Juli) der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt. Cathy Hummels stand dabei im Mittelpunkt. Doch wie kam es dazu und was sind Tap Tags überhaupt?

ModeratorinCathy Hummels
Geboren31. Januar 1988 (Alter 33 Jahre), Dachau
Größe1,68 Meter
EhepartnerMats Hummels (verh. 2015)
KinderLudwig Hummels

Cathy Hummels: Verlinkungen in Instagram-Posts Werbung? Klage gegen BVB-Spielerfrau

Bei Tap Tags handelt es sich um Markierungen auf einem Foto oder einem Video, die erst durch das Antippen des Nutzers sichtbar werden. Beliebt sind Tap Tags etwa bei Gruppenfotos, um die anderen Personen auf dem Bild zu markieren. Influencer nutzen diese Funktion aber auch gerne, um Firmen oder Hersteller von Artikeln zu markieren, die auf dem Foto zu sehen sind. Dabei kann es sich etwa um ein Kleidungsstück oder eine Uhr handeln.

Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) hatte dieses Vorgehen beanstandet. Denn darin sah der Verein unzulässige Schleichwerbung und nahm drei Influencer auf Unterlassung und Ersatz einer Abmahnpauschale in Anspruch. Neben Cathy Hummels richtete sich die Klage auch gegen die Influencerinnen Leonie Hanne und Luisa-Maxime Huss (mehr News zu Promis in NRW bei RUHR24).

Cathy Hummels gewann schon zwei Prozesse wegen angeblicher Schleichwerbung auf Instagram

Wegen der Verwendung von Tap Tags stand Cathy Hummels in der Vergangenheit bereits zwei Mal in München vor Gericht. Die Frau von BVB-Verteidiger Mats Hummels argumentierte dabei, dass die Gewerblichkeit ihrer Postings für jedermann offensichtlich und eine ausdrückliche Kennzeichnung jener als Werbung daher nicht nötig sei.

Das Landgericht München I folgte der Argumentation, auch vor dem Oberlandesgericht München errang die Moderatorin in dieser Sache einen Sieg. Doch bei den anderen beiden beklagten Influencerinnen waren sich die Vorinstanzen uneinig. Im Fall Leonie Hanne entschied das Oberlandesgericht Hamburg ähnlich wie die Münchener Kollegen. Posts von Luisa-Maxime Huss wurden vom Oberlandesgericht Braunschweig hingegen als unzulässige Werbung eingestuft.

Der Prozess vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe sollte Klarheit bringen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, war Fitness-Influencerin Luisa-Maxime Huss als einzige der beklagten Influencerinnen persönlich am Bundesgerichtshof erschienen. „Ich hoffe auf eine klare Richtlinie“, sagte Huss. Vom Bundesgerichtshof erwartete sie Vorgaben, wie sich Influencerinnen künftig verhalten sollen.

Instagram-Werbung: BGH-Entscheidung erst im September – Cathy Hummels muss sich gedulden

Cathy Hummels betonte vor der Verhandlung, dass es wichtig sei, zu kennzeichnen, wenn es für Postings Geld oder Gegenleistungen gab. „Aber genauso wichtig ist es, dass man auch seine freie Meinung noch entfalten kann“, so die 33-Jährige. Der Anwalt des klagenden Vereins VSW mahnte hingegen vor einer Gefahr für Verbraucher. Durch Tap Tags würden „private Mitteilungen und Werbung vermischt“.

Der Anwalt von Leonie Hanne argumentierte laut Legal Tribune Online, dass Jugendliche und junge Erwachsene um den kommerziellen Zweck von Instagram wüssten und durch derartige Posts nicht zum Kauf veranlasst würden. Der Anwalt von Cathy Hummels forderte, Influencer wie Medienunternehmen zu behandeln. In Zeitschriften seien ebenfalls Produkt-Werbungen sichtbar.

Hätte Cathy Hummels ihre Werbung auf Instagram kennzeichnen müssen? Der BGH entscheidet erst im September.

Fast zweieinhalb Stunden dauerte die mündliche Verhandlung am Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Donnerstag. Der Vorsitzende Richter Thomas Koch betonte die grundsätzliche Bedeutung des Verfahrens. Es könnte „vielleicht einiges dafür sprechen“, dass mit Verlinkungen in Form von Tap Tags in Instagram-Beiträgen eine Grenze zur Werbung überschritten sei.

Dennoch gab es am ersten Verhandlungstag kein Urteil. Wie der Bundesgerichtshof mitteilt, soll die Entscheidung in der Sache am 9. September 2021 um 8.30 Uhr verkündet werden.

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa

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