BGH-Urteil

Cathy Hummels feiert Sieg vor Gericht – das Urteil freut viele Influencer

Am Ende ging es bis zum Bundesgerichtshof: Cathy Hummels und ihr Rechtsstreit um Schleichwerbung. Am Ende triumphierte sie. Für eine andere Influencerin gab es aber trotzdem eine Klatsche.

NRW – Wo hören sorglose Produktempfehlungen auf – und wo fängt Schleichwerbung an? Seit Jahren kämpft Cathy Hummels*, der genau letzteres vorgeworfen wurde, um ihr Recht. Am Donnerstag (9. September) hat der Bundesgerichtshof nun ein finales Urteil gefällt. Cathy Hummels triumphiert – eine andere Influencerin hatte nicht so viel Glück. RUHR24* weiß mehr.

PromiCathy Hummels
BerufInfluencerin und Moderatorin
Geboren31. Januar 1988 (Alter 33 Jahre), in Dachau

Cathy Hummels gewinnt Prozess wegen Schleichwerbung – Influencer zogen vor Bundesgerichtshof

Vier Jahre lang hatte Cathy Hummels vor Gericht gekämpft: Der Verband Sozialer Wettbewerb e.V.* hatte die Influencerin dahingehend abgemahnt, auf Social Media durch Markennennung und „Tap Tags“ Schleichwerbung zu betreiben, ohne die Produkte dementsprechend zu kennzeichnen.

Als „Tap Tags“ werden Markierungen auf einem Foto oder einem Video bezeichnet, die erst durch das Antippen des Nutzers sichtbar werden. Beim Anklicken der sogenannten „Tap Tags“ wird der Nutzer umgehend auf die Instagram-Seite der verlinkten Person oder Firma geleitet (mehr Nachrichten über NRW-Promis* auf RUHR24).

Doch diesen Schuh wollte sich Cathy Hummels offenbar nicht anziehen lassen: Da sie die Produkte selbst gekauft und für die Werbung nicht bezahlt wurde, zog sie vor Gericht. Ihrem Beispiel folgten auch die Hamburger Fashion-Influencerin Leonie Hanne und die Göttinger Fitness-Influencerin Luisa-Maxime Huss, denen ebenfalls Schleichwerbung vorgeworfen wurde. Am Donnerstag (9. September) fällte der Bundesgerichtshof dann endgültig ein Urteil – und Cathy Hummels darf endlich triumphieren.

Cathy Hummels: Bundesgerichtshof urteilt wegen Instagram-Schleichwerbung – Influencerin triumphiert

Konkret heißt es im BGH-Urteil: „Allein der Umstand, dass Bilder, auf denen das Produkt abgebildet ist, mit „Tap Tags“ versehen sind, reicht für die Annahme eines solchen werblichen Überschusses nicht aus. Bei einer Verlinkung auf eine Internetseite des Herstellers des abgebildeten Produkts liegt dagegen regelmäßig ein werblicher Überschuss vor.“

Cathy Hummels mit ihrem Anwalt. Jetzt hat das BGH endlich ein Urteil gefällt.

Das bedeutet: Laut BGH-Urteil müssen Influencer nicht alle Produkte, die sie in Social-Media-Posts erwähnen, als Werbung kennzeichnen. Aber: Posts müssen in jedem Fall als Werbung gekennzeichnet werden, wenn sie für eine „übertriebene werbliche“ Produktpräsentation eine Gegenleistung erhalten.

Cathy Hummels feiert nach gewonnenem Prozess wegen Schleichwerbung auf Instagram

Im Anschluss an die Verhandlung zeigte sich Cathy Hummels auf Instagram frohlockend: „Wir haben gesiegt! Endlich Klarheit! X Jahre habe ich gekämpft und jetzt hat der BGH, das oberste Gericht, das bestätigt!“, schrieb sie ihren Fans in einem Post.

Besonders wichtig sei ihr das Urteil wegen ihrer Authentizität auf Social Media gewesen, erläuterte sie weiter: „Ich mag es, euch authentisch an meinem Alltag teilhaben zu lassen. Und ich liebe es euch zu sagen, was ich mag. Und das so authentisch und offen wie möglich.“

Den Vorwurf der Schleichwerbung habe Cathy Hummels* ohnehin nie verstanden: „Für mich ist das auch keine (Schleich-)Werbung. Es gehört dazu, weil ich euch gern einen Mehrwert bieten will mit meinen Stories. Was ich mag, mag ich und das sollt ihr wissen. Das ist nicht anders als in einer Frauenzeitschrift.“

Cathy Hummels gewinnt Prozess wegen Schleichwerbung – andere Influencerin muss Klatsche einstecken

Im Interview mit „ZDFheute live“ sagte Cathy Hummels zudem, dass sie hoffe, dass ihr Urteil nun wegweisend für alle Influencer sein würde, „dass sich viele weitere Gerichte daran auch orientieren und dass einfach dieser Abmahnwahnsinn für die ganze Influencer-Welt [...] eingedämmt wird“.

Während Cathy Hummels also triumphiert, hatte ihre Influencer-Kollegin Luisa-Maxime Huss am Donnerstag (9. September) nicht so viel Glück. Weil sie für einen Post über eine Himbeermarmelade eine Gegenleistung des Unternehmens erhalten hatte, besagten Post aber nicht als Werbung gekennzeichnet hatte, wurde sie vom Gericht antragsgemäß verurteilt. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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