Das Carsharing Angebot in Dortmund

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Dortmund/NRW - Wenn man nur ab und zu ein Auto braucht, bietet sich Carsharing an. Auch in Dortmund gibt es einige Anbieter. Aber lohnt sich das Konzept hier überhaupt?

Wenn man nur ab und zu ein Auto braucht, bietet sich Carsharing an. Auch in Dortmund gibt es einige Anbieter, die Autos zur Miete bereitstellen. Aber lohnt sich das Konzept hier überhaupt?

Der Begriff Carsharing bedeutet so viel wie "Auto teilen". Es können also mehrere Personen ein Fahrzeug gemeinsam nutzen, entweder privat oder über einen Anbieter. Die Vorteile: Carsharing-Fahrzeuge sind kostengünstig, flexibel und bieten einen Beitrag zum Umweltschutz. Das Konzept funktioniert so: Man sucht sich einen Anbieter aus, gibt den Zeitraum an, wann man das Auto nutzen möchte und welches Modell man gerne fahren will. Mittlerweile gibt es aber auch Plattformen, auf denen man sich nicht nur als Automieter, sondern auch als Vermieter anmelden kann, um sein Privatauto zur Verfügung zu stellen.

Seit vielen Jahren gehört das organisierte Carsharing in Dortmund zum Mobilitätsangebot. Es wird auch als "Mobilität der Zukunft" bezeichnet, weil immer mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten möchten. Denn in der Stadt kommt man auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B. Die Stadt Dortmund unterstützt diese Entwicklung mit dem "Masterplan Mobilität 2030", der Konzepte wie Carsharing oder Leihfahrräder vorantreiben soll.

Situation in Dortmund

In Dortmund handelt es sich vor allem um stationsgebundenes Carsharing. Die Betreiber stellen ihre Fahrzeuge also auf festgelegten, privaten Grundstücken ab. Ein dauerhaftes Abstellen im öffentlichen Straßenraum ist nicht möglich. Es bestünde laut Stadt auch noch keine Rechtsgrundlage, um öffentliche Stellplätze für Carsharingfahrzeuge zu reservieren.

Laut Pressestelle unterstützt die Stadt Carsharing in wenigen Einzelfällen bei Baugenehmigungen für Neubauvorhaben. Zudem finden durchaus Gespräche mit Anbietern über die Einführung von stationsunabhängigem Carsharing statt. Carsharing-Unternehmen seien gefragt, ein entsprechendes Angebot zu machen. An der TU Dortmund gibt es bislang kein Carsharing-Angebot, obwohl dort ein geeigneter Standort für das Konzept wäre.

Carsharing Neuerungen

Am 1. September hat der Bund ein Carsharinggesetz erlassen. Mit dem Gesetz wurde die Grundlage geschaffen, dass die Länder auf Parkgebühren für Carsharingfahrzeuge verzichten können. Das Gesetz wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) erarbeitet.

Das Gesetz definiert, was unter dem Begriff Carsharing zu verstehen ist und schafft die Grundlage für eine Kennzeichnung der Fahrzeuge. Davon sind sowohl stationsgebundene Anbieter, aber auch nicht stationsgebundene Fahrzeuge betroffen. Für das stationsbedingte Carsharing wird die Möglichkeit eröffnet, Abhol- und Rückgabestelle an ausgewählten Standorten in den öffentlichen Verkehrsraum zu verlagern. So soll eine Vernetzung mit dem öffentlichen Personennahverkehr sowie dem Rad- und Fußverkehr erfolgen.

Anbieter in Dortmund

Eine Auswahl an Carsharing-Anbietern besteht in Dortmund auf jeden Fall. Die einen bieten nur Fahrzeuge an, bei anderen Anbietern können sowohl Autos gemietet als auch Privatautos vermietet werden. Die Standorte befinden sich meistens in den Innenstadtbezirken, in Hombruch oder am Bahnhof Hörde auf privat Grundstücken.

Weil Carsharing auch dazu beiträgt, den Pkw-Besitz zu reduzieren, wird die Mobilitätsform durch die DSW21 und die Stadt Dortmund unterstützt. Bei stationsgebundenem Carsharing muss das Fahrzeug wieder dort abgestellt werden, wo es ausgeliehen wurde. Der Nutzer zahlt meistens eine monatliche Grundgebühr und Gebühren für den Zeitraum der Nutzung. Kosten für Benzin, Versicherungen und Reparaturen fallen weg.

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Wir haben eine Auswahl von Dortmunder Anbietern für euch zusammengestellt:

Willmobil

Willmobil

Willmobil ist ein Carsharing-Anbieter, der nur in Dortmund ansässig und deswegen auch als Ansprechpartner vor Ort erreichbar ist. Persönliche Betreuung wird dort großgeschrieben. Zur Auswahl stehen Autos in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Ausstattungen zur Verfügung. Die Stationen sind fest gemietete Stellplätze. Das heißt, man weiß genau, wo das Auto steht, ohne danach suchen zu müssen. Die Fahrzeuge sind versichert und alle Kunden, die einen gültigen Führerschein besitzen, können die Autos nutzen - ganz ohne Mindest- oder Höchstalter.

Die Stationen befinden sich im Kreuzviertel, zeitweise im Klinikviertel, im Althoff-Viertel, im Saarlandstraßenviertel, in der Nordstadt-West, in der Innenstadt-Ost, in Hörde-Nord (Märkische Straße) und in Benninghofen. Die monatlichen Kosten ergeben sich aus dem Fixkostenbeitrag, Kilometerzahl und Zeit. Im Basis-Tarif beträgt der Fixkostenbeitrag 5 Euro. Der Kilometer inklusive Treibstoff kostet den Nutzer 0,26 Cent. Das Tanken wird mit der monatlichen Rechnung gut geschrieben. Für Firmen, Paare und Familien gibt es spezielle Tarife. Um ein Fahrzeug mieten zu können, muss man sich auf der Homepage registrieren.

Greenwheels

Greenwheels

Warum Greenwheels? Der Anbieter beantwortet die Frage so: Es ist preiswert. "Wenn sie weniger als 15.000 km pro Jahr fahren, ist Greenwheels preiswerter als ein eigenes Auto", so der Wortlaut auf der Homepage des Anbieters. Abgestellt werden kann das Auto an jedem anderen Greenwheels-Standort. Die Standorte können auf der Homepage der Plattform abgerufen werden.

So geht's: An Hunderten, gut erreichbaren Standorten stehen die Autos für den Nutzer bereit. Um Greenwheels-Autos nutzen zu können, muss man sich auf der Homepage registrieren. Daraufhin wird eine Schufa-Prüfung durchgeführt - ist die Bewertung positiv, bekommt man eine Greenwheels-Karte zugeschickt. Nach Führerscheinprüfung wird die Karte freigeschaltet und das Auto kann gebucht werden. Der Vorgang kann bis zu eine Woche dauern.

Voraussetzungen: Um ein Abonnement abzuschließen, muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Die Kündigungsfrist beträgt 30 Tage. Die Greenwheels Karte ist erstmalig gratis, ohne Kaution und Registrierungskosten. Die Tankkosten werden von Greenwheels getragen. Der Kunde hat die Möglichkeit Tagesfahrten (2,49 Euro) oder Abonnements abzuschließen, bei denen man 10 Euro im Monat zahlt. Um Versicherungen, Kraftfahrzeugsteuer und Wartung braucht man sich nicht zu kümmern.

Ruhrauto-E

Ruhrauto-E

Ruhrauto-Ebietet Carsharing von Elektroautos im Ruhrgebiet an. Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium unterstützt und die Fahrzeuge sind in acht Städten verfügbar. Um ein Auto zu mieten, muss man sich registrieren. Den Mitgliedern stehen mehr als 40 Elektrofahrzeuge in unterschiedlichen Größen zur Verfügung. Die Autos haben feste Stationen in Dortmund, Bochum, Essen, Bottrop, Gelsenkirchen, Mülheim/Ruhr und Oberhausen. Ein Vorteil: Die einzelnen Stationen sind in unmittelbarer Umgebung des ÖPNV vorzufinden und sind damit an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden.

Drive-CarSharing

Drive-CarSharing

Hier kann man auch auf die Fahrzeuge von Flinkster und Ruhrauto-E zugreifen, außerdem gibt es noch ein weiteres Fahrzeug in Hörde sowie Kooperationen mit Mietwagenfirmen. Auch bei diesem Anbieter bezahlt man nach der Anmeldung nur, wenn man ein Fahrzeug nutzt. Drive-CarSharing ist ein stationsbasiertes System, bei dem die Autos an festen Stellplätzen über das Stadtgebiet verteilt zur Verfügung stehen.

Nachdem der Nutzer die Kundenkarte erhalten kann, kann das Wunschfahrzeug jederzeit kostenlos per App über das Internet gebucht werden. Drive-CarSharing setzt emissionsfreie Fahrzeuge ein, um die Umwelt zu entlasten. Hier muss kein Monatsbetrag gezahlt werden, sondern lediglich die Fahrt an sich. Die Fahrtabrechnung der einzelnen Fahrten geschieht immer zur Mitte des Folgemonats. Der Gesamtpreis besteht aus dem Zeitpreis und aus der Kraftstoffpauschale. Der Zeitpreis errechnet sich aus den Kosten pro Stunde und den Kilometerkosten.

Flinkster

Flinkster

Flinkster ist ein Angebot der Deutschen Bahn. In über 300 Städten und 1.700 Stationen können Fahrzeuge geliehen werden. Für BahnCard-Kunden ist die Anmeldung kostenfrei. Ohne BahnCard zahlt man einmalige Startkosten von 29 Euro. Der Stundenpreis beträgt 1,50 Euro. Eine Monatsgebühr entfällt nicht. Für unter 25-jährige Nutzer gibt es Buchungsbeschränkungen, diese Nutzer können auf einzelne Fahrzeugklassen nicht zugreifen.

Drivy

Drivy

Auch für Drivy muss sich der Nutzer ein Profil anlegen. Nach Eingabe des Mietzeitraums und der Adresse, von der man die Fahrt beginnen möchte, werden verfügbare Fahrzeuge in der Umgebung angezeigt. Es handelt sich um die Fahrzeuge privater Autobesitzer. Der Interessent kontaktiert den Besitzer und sobald dieser die Anfrage annimmt, kann die Buchung abgeschlossen werden. Bezahlt wird über die Website.

Dann muss man sich mit dem Autobesitzer treffen, um das Auto abzuholen. Nach gemeinsamer Prüfung des Fahrzeugs kann der Mietvertrag unterschrieben werden. Der zu zahlende Mietpreis, der Tankstand und die gefahrenen Kilometer werden zusammen mit dem Vermieter angepasst. Am Ende steht dann noch eine Bewertung über den Vermieter und sein Auto aus. Auch der Vermieter bewertet den Mieter, dadurch gewährleistet Drivy Transparenz in der Community.

Drivy schützt Mieter und Vermieter mit einer Versicherung und dem Kundenservice. Es gibt aber auch Bedingungen: Man muss älter als 21 Jahre sein, für höherwertige Fahrzeuge sogar 27 oder 28 Jahre. Man muss, dort, wo das Auto gemietet wird, einen Führerschein besitzen, der mehr als zwei Jahre gültig ist. Für höherwertige Fahrzeuge sogar drei Jahre. Der Kraftstoff ist nicht im Mietpreis enthalten, das Fahrzeug sollte also mit gleichem Tankinhalt zurückgegeben werden, mit dem es übernommen wurde. Drivy bietet aber auch "Drivy Open-Autos" an. Diese stehen an festgelegten und bestimmten Standorten bereit. Die Anmietung erfolgt dann über die Drivy App.

Croove

Croove

Croove wirbt damit, 30 Prozent günstiger als traditionelle Autovermietungen zu sein. Gemietet werden können die Autos über eine App. Man kann sich kostenlos registrieren und entweder sein eigenes Auto vermieten oder ein Auto mieten. Während der Mietzeit wird das Fahrzeug gegen sämtliche Schäden und Diebstahl bis zu einer Millionen Euro versichert. Ob man die Mietanfrage annimmt, entscheidet jeder selbst. Das gemietete Auto kann durch den Valet-Service direkt vor die Haustür gebracht werden.

SnappCar

SnappCar

Auch bei SnappCar kann man sein Auto vermieten und damit Geld verdienen. Der Vermieter wählt den Tagespreis für das Auto selbst aus und wann das Fahrzeug verfügbar ist. Außerdem kann man als Vermieter natürlich entscheiden, wem man sein Auto überlässt. Alle Nutzer werden geprüft, bevor sie ein Auto mieten dürfen. SnappCar arbeitet mit der Allianz zusammen und bietet so ebenfalls eine Carsharing-Versicherung an.