Großer Polizei-Einsatz

Dortmund: Hornbach nach Youtuber-Chaos sauer – Türkischer Supermarkt von Aktion überrascht

Sogar ein Hubschrauber der Polizei stieg während der Aktion des Youtubers „CanBroke“ in die Luft.
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Sogar ein Hubschrauber der Polizei stieg während der Aktion des Youtubers „CanBroke“ in die Luft.

Ein Youtube-Star namens „CanBroke“ hat am Wochenende für Menschenmassen und ein Polizeiaufgebot in Dortmund gesorgt. Jetzt äußern Einzelhändler ihren Unmut, die Polizei nimmt Stellung.

Dortmund – Wie aus dem Nichts entwickelten sich am Wochenende auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in der Nordstadt von Dortmund* Szenen, als wäre Michael Jackson wieder unter uns: Tausende Menschen strömten vor die Filiale des großen türkischen Supermarkts „Erdemli“, um einem Youtube-Star namens „CanBroke“ zuzujubeln. Zeitgleich entsandte die Polizei Dortmund ein starkes Aufgebot inklusive Hubschrauber an die Borsigstraße. RUHR24* hat mit den Beteiligten gesprochen – und Überraschendes erfahren.

NameCanBroke
BürgerlichCan Eren
BerufInfluencer

Dortmund: Polizei-Einsatz wegen Youtuber „CanBroke“ in der Nordstadt

Die Polizei Dortmund hatte am Samstag (27. Juni) auf dem Gelände vor dem Supermarkt an der Borsigstraße mehrere tausend Menschen gezählt, die wegen dem Influencer in die Nordstadt gekommen waren*. Ein Video des Supermarkts zeigt, wie sich Menschenmassen vor der Front des Geschäfts drängen und von der Polizei mühsam in Schach gehalten werden müssen.

Einen Tag nach den unfassbaren Szenen ist ein Video von „CanBroke“ aufgetaucht, in dem der Youtuber ungläubig die Werbe-Aktion für seinen Eistee Revue passieren lässt. „Ich wollte doch nur meinen Eistee verkaufen“, schüttelt Can Eren, so heißt er bürgerlich, ungläubig den Kopf. „Uns haben Helikopter verfolgt, Digger“, sagt „CanBroke“ in dem Video und fügt an: „Ich habe so Angst, dass eine Rechnung kommt – ich kann mir das nicht leisten, Mann!“

Dortmund: Folgen von Youtuber-Aktion in Nordstadt sind noch unklar

Kommt jetzt tatsächlich eine Rechnung der Polizei? Immerhin stieg sogar ein Hubschrauber in die Luft, was alles andere als ein günstiger Einsatz ist. Gegenüber RUHR24 lässt eine Sprecherin der Polizei offen, wie mit dem Einsatz in der Nordstadt verfahren werde. Fest stehe, dass es keine Straftaten gegeben hätte, so Polizeisprecherin Dana Seketa.

Die Polizei habe versucht, möglichst schnell die Straßen freizubekommen, damit Gefahren gebannt seien und Menschen wieder hätten einkaufen gehen können. Denn neben dem Supermarkt gibt es in dem Einkaufszentrum weitere Geschäfte – etwa den Baumarkt Hornbach.

Youtuber-Aktion von „CanBroke“ in Dortmund: Hornbach ist wenig erfreut

Dort zeigt man sich drei Tage nach der Aktion des Youtubers wenig erfreut: „Wir waren vorab nicht über diese Aktion informiert, wurden eiskalt überrascht“, sagt Sprecher Florian Preuß gegenüber RUHR24. Gleiches gelte für die Kunden des Baumarkts, die laut Preuß zwei Stunden lang bei der An- und Abreise „extrem eingeschränkt“ gewesen seien.

Ob der Youtuber jetzt für etwaige Einnahmeausfälle für Hornbach und die übrigen Geschäfte aufkommen muss, ist unklar. Hornbach hat allerdings bereits angekündigt, von einer Anzeige abzusehen.

Polizei Dortmund prüft, welche Folgen Aktion von Youtuber „CanBroke“ haben könnte

Die Polizei Dortmund indes prüfe, wie nun mit dem Fall umgegangen werde. Dabei spiele auch eine Rolle, inwiefern der Youtuber sowie der einladende Supermarkt hätten wissen können, welche Folgen die Werbe-Aktion hätte haben können. Die Polizei jedenfalls hat entsprechende Personalien erfasst und befindet sich in der Prüfung des Sachverhalts.

Der Erdemli-Supermarkt, der dem Youtuber erlaubte, vor der Filiale für den Eistee zu werben, zeigt sich indes überrascht von der Tragweite der Aktion. „Wir haben selbst auch fast zwei Stunden lang keinen Umsatz gemacht während der Aktion“, sagt die Filialleiterin gegenüber RUHR24. Die Filiale selbst vertreibt den Eistee von „CanBroke“.

Türkischer Supermarkt wusste nichts von Bekanntheit von Youtuber „CanBroke“

Dass die Aktion so groß werden würde, sei dem Supermarkt so aber auch nicht bewusst gewesen. „Wir können deshalb gut verstehen, dass andere Geschäfte, wie etwa Hornbach, nicht glücklich mit der Aktion waren“, so die Filialleiterin.

Hätte man geahnt, dass tausende Menschen kommen würden, hätte man Polizei und Ordnungsamt vorab informiert. „Ich muss gestehen“, ich kannte den Youtuber gar nicht und habe erst im Nachhinein erfahren, wie viele Menschen ihm im Internet zuhören“, gibt die Filialleiterin zu. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.