Verkehrschaos in Dortmund

Doch kein Chaos beim BVB-Weihnachtssingen? Besucher können Aufregung von Kritikern nicht verstehen

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Es gibt nicht nur Kritik für das Weihnachtssingen beim BVB.

Das BVB-Weihnachtssingen sorgte in diesem Jahr bei vielen nicht nur für Gänsehaut, sondern auch für großen Ärger. In Dortmund herrschte regelrechtes Verkehrschaos.

  • Über 68.000 Fans sangen am Wochenende Weihnachtslieder im Signal Iduna Park. 
  • Einige Besucher waren unzufrieden mit der Verfügbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs.
  • Auch am Einlass kam es zu Verzögerungen - doch es gibt auch Gegenstimmen.

Update, Dienstag (17. Dezember), 8.30 Uhr: Dortmund - Zwei Tage nach dem Weihnachtssingen im Stadion des BVB wird im Netz noch immer über die Organisation des Events diskutiert. Doch es gibt nicht nur Kritik an den Organisatoren, sondern auch an den Kritikern.

"Wir kamen aus Aschaffenburg und waren 14.30 Uhr da, also rechtzeitig und hatten keine Probleme, werden nächstes Jahr wiederkommen, für meinen Sohn und mich ein unvergesslicher Tag", schreibt eine Userin. Eine andere meint: "Verstehe die Aufregung nicht. Bei Heimspielen vom BVB ist es immer brechend voll. Da beschwert sich niemand. Warum jetzt?" Mehrere Kommentatoren weisen zudem darauf hin, dass im Vorfeld über diverse Kanäle kommuniziert worden sei (Auch RUHR24 berichtete), dass Besucher frühzeitig anreisen sollten.

Immerhin: Es gibt auch einige Besucher, die sich einsichtig zeigen: "Ich muss selber zugeben, wir sind einfach zu spät gefahren. Denke, die Masse der Besucher wollte so circa eine Stunde vorher da sein. Oder besser noch später, weil man ja nen Sitzplatz hat."

Erstmeldung, Montag (16. Dezember), 13 Uhr: Großveranstaltungen wie das BVB-Weihnachtssingen sind auch eine organisatorische Herausforderung. Das haben die Besucher in diesem Jahr durch Verzögerungen und volle Bahnen zu spüren bekommen. Aber nicht immer tragen die Verantwortlichen auch die Schuld. Mehrere Besucher berichten unter unserem Facebook-Beitrag, sie seien frühzeitig angereist und hätten die Plätze im Stadion bequem erreichen können. 

Volle Bahnen und langsamer Einlass am Westfalenstadion beim BVB-Weihnachtssingen

Die Kommentare in den sozialen Medien bemängeln gleich mehrere Baustellen beim BVB-Weihnachtssingen. Besonders der öffentliche Nahverkehr in Dortmund sorgt für Empörung: "Es war zum dritten Mal in Folge eine super schöne Veranstaltung. Bloß die DSW21 hat da was vergessen, vielleicht wurden die nicht informiert Monate zuvor, dass am 15.12. was los ist in Dortmund", schreibt eine Userin. 

"Wir sind gefahren, wie bei einem BVB-Heimspiel und waren mit allem unterwegs, was fahren kann", äußert sich Britta Heydenbluth von der DSW21 (Dortmunder Stadtwerke AG) gegenüber RUHR24. Auch die Busbahnen 445 und 450 seien am Sonntagnachmittag verstärkt worden. Die deutsche Bahn habe dagegen keine Sonderfahrt angeboten. 

BVB-Weihnachtssingen: Frauen und Männer getrennt

"Es war voll", so Heydenbluth. "Aber das lässt sich bei so einer großen Veranstaltung nicht vermeiden, parallel war ja auch noch Weihnachtsmarkt." Hinzu käme, dass mutmaßlich mehr Dortmunder und weniger Auswärtsfans zum BVB-Weihnachtssingen angereist seien, was die Bahnen in der Stadt noch mehr belastet habe. Immerhin: Beim friedlichen Publikum gab es keine weiteren Zwischenfälle. 

Doch am Signal Iduna Park angekommen, war das Chaos offenbar noch nicht überstanden: Der Einlass zum BVB-Weihnachtssingen wurde nach Geschlecht getrennt. In der Schlange für Frauen soll es zu erheblichen Verzögerungen gekommen sein, wie eine Facebook-Userin schildert: "Der Einlass war eine Katastrophe! In Zeiten der Anti-Diskriminierung darf ich nicht jeden Eingang benutzen. Das geht besser!"

Keine Unterbesetzung beim BVB-Weihnachtssingen - sagt der Veranstalter

Laut Veranstalter sei der Eingang beim BVB-Weihnachtssingen zwei Stunden vor Beginn geöffnet worden. Außerdem sei darauf verwiesen worden, dass die Besucher frühzeitig anreisen sollten. "Ich denke nicht, dass es hier eine Unterbesetzung gab. Es gab auch Zeitspannen, in denen nicht so viel los war", so Kai Meesters von der MMP Event GmbH gegenüber RUHR24. 

"Zu Bundesliga-Spielen sind die Leute das gewohnt, dass man sehr früh da ist. Bei dieser Veranstaltung war auch ein anderes Publikum da, das erst später angereist ist." Das Sicherheitspersonal würde außerdem sehr sorgsam arbeiten. "Man muss diese Menschenmenge auch erstmal sicher ins Stadion kriegen", so Meesters. Auch am Dienstag werden die Fan-Massen wieder ins Stadion strömen. Dann steht der Bundesliga-Kracher gegen RB Leipzig (wir berichten im Liveticker vom BVB-Spiel) an.

BVB-Weihnachtssingen: Stadt Dortmund schleppt über 100 Autos ab, Ordnungsamt warnt

Auch die Stadt Dortmund hatte an einem Sonntag mit der Weihnachtsstadt, dem Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark und dem BVB-Weihnachtssingen gut zu tun. Über 100 Autos wurden im Gebiet der drei Großveranstaltungen abgeschleppt, weil sie extrem verkehrsbehindernd abgestellt wurden, wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt. 

Das Ordnungsamt macht darauf aufmerksam, dass die Kontrollen auch am nächsten Wochenende verstärkt durchgeführt werden und appelliert an alle Autofahrer ihre Fahrzeuge regelkonform abzustellen. 

BVB-Weihnachtssingen trotzdem ein voller Erfolg

Trotz einer Menge Kritik überwiegt in den sozialen Medien aber die positive Resonanz zum BVB-Weihnachtssingen. "Es war gigantisch", schreibt eine Userin auf Facebook. 

Video: 50.000 im BVB-Stadion: Weihnachtssingen mit Götze und Co.

Auch der Veranstalter freut sich über den Erfolg und die besondere Stimmung im Stadion. "Wir sind unfassbar zufrieden, das war eine ganz tolle Veranstaltung", so  Meesters. "Wenn man die lächelnden Kinder und die glücklichen Menschen sieht, weiß man, wofür man das macht. Und wenn 68.000 Menschen zusammen Weihnachtslieder singen, ist das schon was ganz besonderes."