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In der Bundesliga sind sie Konkurrenten, doch was die Nations League der Nationalmannschaften betrifft, sind der BVB und der FC Bayern einer Meinung. Kurz vor der Premieren-Auslosung warnen die Spitzenclubs vor einer Ausweitung der Fußball-Länderspiele.

„Ich empfinde das als ein weiteres Drehen an der Schraube, wo man zu dem Punkt kommt, ob es nicht doch zu viel wird“, sagte Michael Zorc, Sportdirektor von Borussia Dortmund. „Ob die Belastung zu viel wird, ob es am Ende des Tages nicht eine Überfrachtung an Wettbewerben gibt.“

Mit erhobenem Zeigefinger: BVB-Sportdirektor Michael Zorc schaut mit Skepsis auf die Nations League. Foto: dpa

Gerade Spitzenteams wie der BVB mit seinen 14 A-Nationalspielern (11 davon aus Europa) leiden unter der zusätzlichen Belastung durch Länderspiele. Gerade der BVB kann davon ein Lied singen: Für die Krise im Oktober 2017 gab man auch der langen Länderspielpause eine Schuld. Das Team von Ex-Trainer Peter Bosz hatte danach einen deutlichen Leistungseinbruch.

Nations League im Zweijahresrhythmus

Die Nations League ist übrigens im Zweijahresrhythmus geplant, sie wird also in jedem Jahr ohne EM oder WM ausgespielt. An dem Turnier nehmen alle 55 Mitgliedsverbände der UEFA teil. Dabei gibt es vier Ligen (A bis D) mit verschiedenen Gruppen. In der höchsten Liga A wird am Ende der Gewinner des Turniers ausgespielt. Um in die Liga A zu kommen, müssen Nationen in ihren Ligen aufsteigen, es entsteht also ein ligaähnlicher Wettbewerb.

Könnte künftig ein paar mehr Termine mit der Nationalmannschaft haben: BVB-Spieler Julian Weigl (l.). Foto: dpa

Die Europäische Fußball-Union hat die Nations League unter anderen ins Leben gerufen, weil das Interesse an Testspielen von Nationalmannschaft europaweit zurückgeht. Am Mittwoch (24. Januar) wird die erste Auflage in Lausanne ausgelost, mögliche Gruppengegner von Weltmeister Deutschland sind Frankreich, England, Schweiz und Italien sowie Polen, Island, Kroatien und die Niederlande. Dabei will die UEFA die Nations League ausweiten und als Nachfolger des Confed Cups ein Endturnier mit dem Sieger von möglichen Nations Leagues anderer Kontinente schaffen.

„Ich sehe die inflationäre Entwicklung von Wettbewerben der Nationalmannschaften grundsätzlich kritisch“, sagt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef der Bayern – und schlägt damit in dieselbe Kerbe wie Borussen-Kollege Michael Zorc. „Wir brauchen nicht mehr Länderspiele, sondern weniger Länderspiele, denn die Spieler sind körperlich absolut am Limit. Wenn es keine Nations League geben würde, dann würde sie wohl auch niemand vermissen.“ Bei dem neuen Wettbewerb gehe es „wie so oft ausschließlich um die Finanzen“. (mit dpa-Material)