Neues Bauprojekt

„Sehr geringe Aufenthaltsqualität“: Dortmund will Burgtor komplett umbauen

Die Stadt Dortmund schraubt weiter an der städtischen Verkehrswende. Eine wichtige Straße soll runderneuert werden. Doch es gibt einige Probleme.

Dortmund – Baustellen gehören im Dortmunder Stadtverkehr zur lästigen Tagesordnung. Immer wieder sorgen Sperrungen und Einschränkungen dafür, dass bei Autofahrern in Dortmund die Nerven blank liegen. Jetzt will die Stadt einen wichtigen Knotenpunkt komplett verändern. Doch bei den Planungen gibt es einige Probleme.

StadtDortmund
StadtteileInnenstadt, Nordstadt
VorhabenNeubau der Brücke am Burgtor

Dortmunder Brücke zwischen Innenstadt und Nordstadt sorgt für große Probleme

Das Burgtor ist seit jeher eine wichtige Verkehrsader in Dortmund. Die Straße gilt als essenzielle Verbindung zwischen der Innenstadt und der Nordstadt. Getrennt werden die Stadtteile durch einen Bahndamm und eine über 100 Jahre alte Stahlbrücke. Genau diese Brücke sorgt bei der geplanten Baumaßnahme für große Probleme.

Aus Sicht der Stadt Dortmund ist die Burgtor-Brücke längst nicht mehr zeitgemäß. Die Straße sei an der Stelle zu eng für das mittlerweile enorme Verkehrsaufkommen. Außerdem habe der Platz unter der Stahlbrücke laut der Stadt eine „sehr geringe Aufenthaltsqualität“.

Wichtiger Neubau von Dortmunder Brücke hängt an der Deutschen Bahn

Sicherlich lässt sich darüber streiten, wie viel Aufenthaltsqualität eine Eisenbahnbrücke überhaupt bieten kann. Dennoch möchte die Stadt für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger eine Verbesserung erreichen. Dafür sollen Geh- und Radwege deutlich verbreitert werden und die Durchfahrtshöhe von 3,6 Meter auf bis zu 4,5 Meter angehoben werden (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Die Umsetzung hängt aber noch an der Deutschen Bahn. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, muss die Bahn für den Ausbau des Regionalverkehrs das Gleisbett östlich vom Hauptbahnhof erweitern. In dem Zug möchte die Stadt Dortmund wiederum gleich die komplette Stahlbrücke erneuern. Dabei soll dann auch die Straße ausgebaut und „attraktiver“ gestaltet werden, so die Stadt in ihrer Mitteilung.

Neugestaltung des Burgtors in Dortmund wird wohl auf sich warten lassen

Dafür muss die Stadt aber zunächst ein sogenanntes „Verlangen“ an die Deutsche Bahn aussprechen. Erst dann kann die Bahn prüfen, ob eine komplette Erneuerung der Brücke überhaupt in Frage kommt. Sollte der Stadtrat nichts verlangen, wird sich für Autofahrer auch nichts verändern.

„Die unattraktive Situation an einem wichtigen Eingangstor in die City würde somit – realistisch gesehen – in den nächsten 80 bis 100 genauso bestehen bleiben“, mahnt die Stadt Dortmund an. Allzu schnell wird sich am Burgtor aber wohl nichts verändern. Die Planungen der Deutschen Bahn zur Gleisbetterweiterung zwischen Nordstadt und City liegen laut den Ruhr Nachrichten wieder auf Eis.

Der erste Planungsentwurf für den Bereich rund ums Burgtor.

Radfahrer in Dortmund sollen von Bauprojekt am Hauptbahnhof profitieren

Die Bahn will nämlich auch den Fernverkehr ausbauen. Daher müssen die Planungen nochmal komplett neu gestartet werden. Zusätzlich dazu gehen auch die Bauarbeiten am Dortmunder Hauptbahnhof nur schleppend voran. Frühestens 2030 könne sich daher die Aufenthaltsqualität der Burgtor-Brücke verbessern.

Geht es nach den Plänen der Stadt, soll der Bereich unter der Bücke dann 26,25 Meter breit sein. Im Zuge der städtischen Verkehrswende soll die Straße vor allem für Fußgänger und Radfahrer attraktiver werden. Von einem weiteren Vorzeigeprojekt werden Dortmunder Radfahrer auch erst in ein paar Jahren profitieren können.

Stadt Dortmund möchte Eingang zur Innenstadt attraktiver gestalten

Sollten die Ideen der Stadt tatsächlich umgesetzt werden, stehen den Radfahrern insgesamt drei Fahrspuren zur Verfügung – genauso viele, wie für Autofahrer. Die Stadt Dortmund unterstreicht damit einmal mehr das Bestreben nach einer Verkehrswende.

Der Querschnitt der geplanten Straßenführung unter der Burgtor-Brücke.

Die versprochene „Stärkung der Attraktivität“ will die Stadt mit einer helleren und freundlicheren Gestaltung der Burgtor-Brücke erreichen. Außerdem haben die Stadtplaner in ihrem ersten Entwurf einen großen Platz mit Bäumen vorgesehen, der als „Entree“ zur Münsterstaße dienen soll.

Wann die Aufenthaltsqualität im Bereich rund um das Burgtor verbessert wird, ist noch unklar. Alles hängt von der Deutschen Bahn ab – und davon, ob die Stadt Dortmund ein „Verlangen“ hat.

Rubriklistenbild: © Hans Blossey/Imago

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