Bei Veranstaltung der AfD Dortmund: Neonazis agieren ungewollt als "Saalschutz"

Bei einer AfD-Veranstaltung haben Neonazis für vermeintliche Ordnung gesorgt. Foto: dpa/Collage: RUHR24
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Bei einer AfD-Veranstaltung haben Neonazis für vermeintliche Ordnung gesorgt. Foto: dpa/Collage: RUHR24

Bei einer AfD-Veranstaltung in Dortmund sorgten ausgerechnet Neonazis für vermeintliche Ordnung. Die Partei reagierte nicht. Alle Infos:

Der sogenannte "Bürgerdialog" der Alternative für Deutschland (AfD) in Dortmund hatte bereits vorab für Kontroversen gesorgt. Und auch bei der Veranstaltung selbst blieb es nicht ruhig. Dann griffen ausgerechnet Neonazis ein, um für Ordnung zu sorgen.

  • Am Mittwoch (18. September) veranstaltete die AfD einen Bürgerdialog in Dortmund.
  • Vor Ort trafen sowohl Links- als auch Rechtsextremisten aufeinander.
  • Neonazis gingen daraufhin nach eigenen Angaben gegen vermeintlich linke Störer vor.

Update, Montag (2. März 2020): Die OB-Kandidaten von SPD, Grünen und CDU haben der AfD eine Absage für den Wahlkampf erteilt. Demnach wollen die Politiker an keiner Podiumsdiskussion teilnehmen, zu der auch AfD-Politiker eingeladen werden. Und auch um den gemeinsamen Wahlabend im Rathaus Dortmund gab es Streit.

Neonazis bei Veranstaltung der AfD in Dortmund

Ursprungsmeldung: Als vor einiger Zeit bekannt wurde, dass die AfD eine Veranstaltung im Dietrich-Keuning-Haus in der Nordstadt von Dortmund plante, sorgte das für reichlich Diskussionen. Und auch nach der Veranstaltung, die am Mittwoch (18. September) stattfand, könnten diese weitergehen.

Denn vor Ort trafen zahlreiche Links- und Rechtsextremisten aufeinander, die den sogenannten Bürgerdialog der AfD besuchten. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, kam es zu Auseinandersetzungen und "Meinungsverschiedenheiten".

Rechtsextreme wollen für vermeintliche Ordnung sorgen

Beenden wollten die wohl ausgerechnet bei der Veranstaltung ebenfalls anwesende Neonazis. Unter ihnen war auch Michael Brück, der stellvertretende Landesvorsitzender der rechtsextremistischen Kleinstpartei "Die Rechte".

Wie diese auf ihrer Homepage berichtet, hätten Mitglieder der Partei im Dietrich-Keuning-Haus die Besucher der AfD-Veranstaltung vor Rangeleien geschützt. Ausgegangen seien diese von linken Aktivisten, die ein Banner entrollt hätten.

So äußert sich die AfD

Dass ausgerechnet Neonazis bei ihrer Veranstaltung für vermeintliche Ordnung sorgten, verhinderte die AfD nicht. Und auch, als die Rechtsextremisten die mutmaßlich linken AfD-Gegner am Entrollen ihres Banners und damit an ihrer freien Meinungsäußerung hinderten, schritt die Partei nicht ein.

Auf Anfrage von RUHR24 hieß es von einem Sprecher der Partei: "Da es sich um eine öffentliche Veranstaltung handelte, war es leider nicht möglich, die links- wie rechtsextremistischen Provokateure des Saales zu verweisen."

Das führte wohl schließlich zu den Rangeleien. Erst als sich der Rechte-Politik und Neonazi Michael Brück, der auch im Rathaus regelmäßig für Eklats sorgt, in einem Redebeitrag zu Wort melden wollte, schritt die AfD schließlich ein und verhinderte dies.

Übrigens: Die NRW-Reaktionen zum "Tabubruch" in Thüringen, zur Landtagswahl, fallen heftig aus. Vertreter der Politik und einige Prominente sind fassungslos. 

Innenminister Horst Seehofer gab in diesem Monat während einer Pressekonferenz bekannt, dass er der AfD die Mitschuld an dem schrecklichen Attentat in Halle gebe. Und das ist nicht der einzige Vorwurf dieser Art.

Andere Parteien, wie SPD und Grünen, machen die AfD für die zunehmende fremdenfeindliche Stimmung in Deutschland verantwortlich. Auch in Dortmund gaben sowohl die Grünen als auch die SPD kund, die AfD trage eine Mitschuld an dem Anschlag in Hanau. Die AfD wehrte sich jedoch gegen die Vorwürfe und versuchten den Spieß umzudrehen.