Borsigplatz-Bewohnerin: "Will mich an diese Zustände nicht gewöhnen"

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Borsigplatz in Dortmund

Dortmund/NRW - Annachristina Klitzke ist schockiert: Nachdem ihre Kinder am Borsigplatz belästigt wurden, soll die Polizei nicht viel getan haben, um ihr zu helfen. Das will sie nicht akzeptieren.

Ein Freitag Ende Februar, der Tag in Dortmund neigt sich dem Ende entgegen. Nordstadt-Bewohnerin Annachristina Klitzke möchte mit ihren Kindern mit der Bahn nach Hause fahren. Doch dann tritt ein besoffener Mann in Erscheinung, der ihre Kinder belästigt. Was die Polizei dann tut, macht die 30-Jährige sprachlos.

Warum sie sich mit ihrer Geschichte an Dortmund24 wendet? "Weil ich mich nicht an diese Zustände gewöhnen möchte", sagt Annachristina Klitzke, die seit ihrer Geburt in der Nordstadt wohnt. In letzter Zeit, so die 30-Jährige, häuften sich Vorfälle wie jener vom 23. Februar dieses Jahres.

Die dreifache Mutter ist an jenem Freitag gegen 16.30 Uhr mit der U44 auf dem Weg in die Nordstadt, als ein offensichtlich besoffener Mann neben ihrem 11-jährigen Sohn steht und ihm eine Flasche Bier an den Hals hält. " 'Trink, trink, trink', hat er dann zu meinem Sohn geschrien, die Menschen in der Bahn waren entsetzt', erinnert sich Klitzke. Doch niemand hätte der Mutter zur Seite gestanden.

Mit der kleinen Tochter (2), ihrem Sohn (11) und der größten Tochter (14) steigt die Dreifach-Mama am Borsigplatz aus der Bahn. Mit ihr: der besoffene Mann. Klitzke entschließt sich, die Polizei zu rufen, schildert der netten Dame an der Leitung, was passiert war. Weil zu dem Zeitpunkt keine Streife in der Nähe ist, muss die dreifache Mutter warten.

Mann pinkelte auf den Borsigplatz

Dann tritt der Mann mit der Bierflasche wieder in Erscheinung. "Er ging zur 456er-Bushaltestelle 'Borsigplatz', holte sein Ding raus und pinkelte zur Straße gewandt auf den Boden", so Klitzke, die wenig später den Streifenwagen in Empfang nimmt. Doch was sie vom herbeigerufenen Polizeibeamten hört, macht sie fassungslos. "Er sagte mir, dass sowas am Borsigplatz gang und gäbe sei und dass man sich als Nordstadtbewohner an solche Zustände doch längst gewöhnt haben sollte", erinnert sich die Dortmunderin. Weder den Sachverhalt aufgenommen, noch ein Machtwort habe der Polizist laut Aussagen Klitzkes gesprochen. Ich war geschockt, das lässt mir bis heute keine Ruhe. Ich bin innerlich frustriert", sagt sie.

Auf Anfrage von Dortmund24 konnte sich die Polizei bislang nicht konkret zu dem Vorfall äußern. Nur so viel: „Wir haben unser Beschwerdemanagement beauftragt, den Sachverhalt umfassend aufzuklären. Der betroffene Frau bieten wir an, sich direkt mit uns in Verbindung zu setzen, um den Aufklärungsprozess zu beschleunigen", heißt es von einem Polizeisprecher. Die Beamten der Dortmunder Polizei, so der Sprecher, verfolgten das Ziel, "immer und überall ein bürgerorientiertes und professionelles Verhalten zu zeigen." Ob das am 23. Februar der Fall war, muss jetzt geklärt werden.

Annachristina Klitzke will sich jedenfalls nicht an diese Zustände gewöhnen - und ist deshalb mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen. "Ich wohne seit 30 Jahren hier und empfinde das als Unding."

Info: Wer Ähnliches wie Annachristina Klitzke erlebt hat, kann sich beim Beschwerdemanagement der Polizei Dortmund melden: Beschwerdemanagement.dortmund@polizei.nrw.de