Mega-Evakuierung kommt zusätzlich

Chaos vor Weihnachten für Verkehr und Einzelhandel in Dortmund wegen Suche nach Blindgängern

Drei weitere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden am Wall in Dortmund vermutet. Das sorgt besonders im Weihnachtsverkehr für Ärger.

  • Die Stadt Dortmund vermutet am Wall weitere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. 
  • Die Suche nach den Bomben ist kompliziert, die Baustellen können nicht geschlossen werden
  • Die Auswirkungen werden Autofahrer und Einzelhandel in der Weihnachtszeit spüren 

Weitere Blindgänger am Wall in Dortmund? Suche nach Bomben ist kompliziert 

Die Dortmund-Bürger brauchen für die Zeit vor und um Weihnachten starke Nerven. Am Wall werden drei weitere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Das teilten die Stadt und die Bezirksregierung Arnsberg am Donnerstag (21. November) mit und sprach von sogenannten Verdachtspunkten.

Jetzt müssen Experten herausfinden, ob sich die Vermutung bestätigt. Sollte es sich um Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg handeln, werden diese im Zuge der Mega-Evakuierung im Januar entschärft. Für Verkehr und Einzelhandel in Dortmund hat das bis Ende 2019 komplizierte Auswirkungen.

Seit dem 18. November sind bereits wegen anderer möglicher Blindgänger Teile des Walls in Dortmund gesperrt. Nun wird sich die Dauer der Sperrung verlängern. Vertreter von Stadt und Bezirksregierung müssen drei weitere Punkte untersuchen, wo möglicherweise Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen.

Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg in Dortmund: Verkehr und Einzelhandel betroffen

Baudezernent Arnulf Rybicki äußerte sich auf einer einberufenen Pressekonferenz über die Lage: "Die Verdachtspunkte sind nicht so einfach zu ermitteln, wie im Vorfeld angenommen. Leitungen, die entweder ungünstig liegen oder durch ihre zu groß sind, erschweren die Vorarbeit. Ein Teil der Leitungen war nicht in den vorhandenen Plänen verzeichnet."

Das Problem: Die Stadt Dortmund muss nun ihren Zeitplan über den Haufen werfen. Bis zum Beginn der Weihnachtszeit sind Arbeiten und Baustellen am Wall nicht abgeschlossen. Das bedeutet, dass es weitere Einschränkungen im Verkehr auf dem Wall gibt.

Dortmund: Vor Weihnachten gilt eigentlich ein "Baustellenverbot"

"Das ist schlecht. Sowohl für die Autofahrer, als auch für den Einzelhandel. Das wissen wir. Aber leider geht es nicht anders", sagt Rybicki. 

Eigentlich gibt es in Dortmund ein sogenanntes "Baustellenverbot" rund um die Weihnachtszeit. Das soll vor allen Dingen die mit dem Auto kommenden Besucher davor bewahren in ein Verkehrschaos zu fahren. Die Rechnung: Je mehr Besucher, desto erfolgreicher der Einzelhandel.

Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet: Verkehrseinschränkungen in Dortmund

  • Die Vollsperrung am Hohen Wall / Rheinische Straße bleibt wohl bis zum 30. November bestehen
  • Am Hiltropwall auf Höhe vom Platz der Alten Synagoge kann zeitnah eine zweite Spur wieder öffnen
  • Die Sperrung eines Fahrstreifens an der Hansastraße wird wohl bis in die zweite Dezemberwoche dauern

Doch warum belässt es die Stadt Dortmund nicht zunächst dabei, die beiden bestätigten Blindgänger im Januar zu entschärfen und sich danach auf die Suche nach weiteren Bomben in dem Gebiet zu machen? Die Antwort hat Rybicki auf der Pressekonferenz gegeben.

Für eine Entschärfung eines Blindgängers müssen, wie hier in Dortmund-Hörde, viele Vorkehrungen getroffen werden.

"Eine jede Entschärfung in diesem Gebiet hat die Evakuierung von drei Kliniken in Dortmund zufolge. Die Kosten sind hoch. Wir wollen am 11. und 12. Januar alle Kräfte bündeln und alle möglichen Blindgänger in einem Zug entschärfen, die wir finden."

Mega-Evakuierung in Dortmund wegen Blindgänger: 12.000 Menschen und drei Kliniken betroffen

Im Januar 2020 müssen voraussichtlich bis zu 12.000 Anwohner in Dortmund an einem Tag evakuiert werden. Die Bezirksregierung Arnsberg ist schon bei zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sollte sich der Verdacht drei weitere Blindgänger bestätigen, wird ein größeres Team vor Ort sein.

Die Blindgänger sollten dann im Idealfall alle gleichzeitig entschärft werden. "Das ist eine immense logistische Herausforderung, sodass das ganze Team vor Ort sein wird", sagt Karl-Friedrich Schröder vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg. Über die Auswirkungen am 11. und 12. Januar 2020 will die Stadt Dortmund zeitnah informieren. Fest steht: Der öffentliche Nah- und Fernverkehr wird extrem eingeschränkt

Dennis Liedschulte / Stadt Dortmund

Rubriklistenbild: © Julian Stähle/dpa - Daniele Giustolisi/RUHR24 (Fotomontage)

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