Folgen der Covid-19 Pandemie

Klinik-Direktor aus Dortmund mahnt zur Geduld: "Dinge werden anders sein, als vorher"

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Infektiologe Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum Dortmund mahnt zur Geduld im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie.

Obwohl sich die Zahl der Coronavirus-Infektionen in NRW und Deutschland immer langsamer verdoppelt, mahnt ein Infektiologe aus Dortmund zur Geduld.

  • Das Coronavirus breitet sich in NRW und ganz Deutschland weiter aus. 
  • An eine Rückkehr zur Normalität ist derzeit noch nicht zu denken.
  • Ein Infektiologe aus Dortmund mahnt wegen der Covid-19-Pandemie zur Geduld.

Dortmund - Das Coronavirus verbreitet sich etwas langsamer, als noch vor wenigen Tagen. Von Euphorie kann jedoch keine Rede sein. Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Infektiologie am Klinikum Dortmund, mahnt im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie zur Geduld.

Coronavirus: Klinik-Direktor aus Dortmund mahnt zur Geduld

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist sowohl in Dortmund (die aktuelle Lage im Ticker) als auch in NRW in den vergangenen Tagen merklich gestiegen. Die gute Nachricht: Die Zeitspanne, in der sich die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten verdoppelt, wird allerdings immer länger.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, lag die Verdopplunggsrate in NRW am Donnerstag (2. April) bei 13,3 Tagen (Vortag: 10,2) und in ganz Deutschland bei 10,1 Tagen (Stand: 11.30 Uhr). Zu Wochenbeginn hatte sie noch bei etwa fünf Tagen gelegen, zu Anfang des Coronavirus-Ausbruchs gar bei nur drei Tagen.

Coronavirus: Infektiologe vom Klinikum Dortmund warnt vor Euphorie

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte zuletzt nach dpa-Informationen als Ziel aufgerufen, dass sich die Infizierten-Zahlen nach "10, 12 oder 14 Tagen" verdoppeln. Dann sei voraussichtlich ein Punkt erreicht, an dem das Gesundheitssystem durch den Coronavirus-Ausbruch, der auch den Flughafen Dortmund vor Probleme stellt, nicht überfordert wird.

Obwohl dieses Ziel zumindest augenblicklich haarscharf erreicht ist, warnt Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie im Lungenzentrum des Klinikums Dortmund, vor übertriebener Euphorie.

Der Experte vom Klinikum Dortmund hat nun auch häufige Fragen zum Coronavirus beantwortet. Dr. Bernhard Schaaf hat auch einige Tipps parat, wie man eine Ansteckung mit dem Coronavirus vermeiden kann.

Coronavirus: Entwicklung der kommenden drei Wochen mit Sars-CoV-2 abwarten

Wer aktuell im Klinikum in Dortmund, wo jetzt auch der Flughafen aufgrund des Coronavirus in Gefahr sein könnte, als Covid-19-Patient behandelt wird, trage den Erreger möglicherweise schon seit zwei Wochen in sich. Die Ansteckung dauere etwa eine Woche und "die Patienten kommen erst am 4., 5. oder 6. Tag, wenn sie Luftnot bekommen, zu uns in die Klinik", sagt er in einem Video auf der Facebook-Seite des Klinikums Dortmund.

Deshalb mahnt er zur Geduld: "In drei Wochen kann man dann sehen: Wie viele Patienten sind tatsächlich auf Intensivstationen behandelt worden, wie viele Patienten sind tatsächlich verstorben?"

Coronavirus: Neue Beurteilung der Covid-19-Situation nach Ostern

Dann sehe man auch: "Ist die Anstiegsquote so, dass wir das hinbekommen in den Krankenhäusern? Davon gehe ich ja aus. Dadurch, dass wir unsere Kapazitäten so stark hochgefahren haben."

Denn derzeit warte man regelrecht auf Coronavirus-Patienten. Aufschiebbare Operationen von anderweitig Erkrankten wurden verschoben. Nach Ostern müsse man neu beurteilen, ob man nach und nach die Schulen wieder öffnen könne, sollte die aktuelle Entwicklung das zulassen.

Coronavirus verändert das Leben in Deutschland

Dann gelte es daher, zwei oder drei Wochen zu warten und sich anzuschauen: "Steigt es wieder an oder nicht?" In diesem Fall müssten die Coronavirus-Sicherheitsvorkehrungen wieder verschärft werden.

Nach Ansicht von Dr. Bernhard Schaaf wird durch die Sars-CoV-2-Pandemie das Leben vorerst nicht mehr so weitergehen, wie es einmal war: "Es werden einige Dinge anders sein als vorher. Man wird keine riesengroßen Partys feiern oder Ischgl wieder öffnen", so der Infektiologe.

Wie es nach dem 19. April weiter geht, erfahren wir am Mittwoch (15. April). Auf Grundlage der Stellungnahme der Leopoldina-Akademie beschließt die Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer, welche Maßnahmen bleiben und welche gelockert werden.