Schienenersatzverkehr statt Zug

Pendler-Horror beginnt: Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster ab sofort gesperrt - RB50 fällt aus

Ab 6. Januar verkehrt auf der Zugstrecke zwischen Dortmund und Münster teilweise nur Schienenersatzverkehr.
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Ab 6. Januar verkehrt auf der Zugstrecke zwischen Dortmund und Münster teilweise nur Schienenersatzverkehr.

Am Montag (6. Januar) haben die Bauarbeiten an der Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster begonnen. Sie sollen voraussichtlich bis August dauern. Auf Pendler kommen deshalb enorme Einschränkungen zu, denn statt des RB50 fährt teilweise nur noch Schienenersatzverkehr.

  • Ab dem 6. Januar ist die Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster teilweise gesperrt.
  • Bis August sollen die Bauarbeiten der Deutschen Bahn andauern.
  • Pendler, die die RB50 nutzen, müssen auf den Ersatzverkehr umsteigen.

Dortmund/Münster - Es war schon lange angekündigt, aber ab heute (6. Januar) ist es so weit: Das Drama, für alle, die regelmäßig die RB50 zwischen Dortmund und Münster nutzen, beginnt. Die Bahnstrecke ist teilweise gesperrt. Bis August müssen Pendler und Zugfahrer auf dieser Strecke auf Ersatzverkehr umsteigen.

RB50 fährt teilweise nicht zwischen Dortmund und Münster

Immer wieder kommt es auf der Bahnstrecke zwischen Dortmund und Münster zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr der RB50. Gerade Pendler leiden hier oft unter Verspätungen, denn die eingleisige Strecke zwischen Münster und Lünen ist enorm störanfällig. Deshalb hat die Region einen Ausbau der Strecke gefordert. Darauf hatte die Deutsche Bahn reagiert. Neben dem zweigleisigen Ausbau gibt es auch eine Modernisierung der Strecke.

Darunter fällt auch die Sanierung des abgesackten Bahndamms, der ab dem 6. Januar und in den kommenden Monaten ansteht - und weshalb sich die Pendler zwischen Dortmund und Münster auf Einschränkungen bei ihrem täglichen Weg zur Arbeit einstellen müssen. Das Wort Schienenersatzverkehr wird bis August also häufiger in den Büros hierzulande zu hören sein. Rund 5000 Pendler werden davon betroffen sein.

Schienenersatzverkehr für RB50 zwischen Dortmund und Münster

Zwar verkehren die Züge der Linie RB 50, von leichten Fahrzeitänderungen abgesehen, planmäßig zwischen Münster Hbf und Davensberg sowie zwischen Lünen Hbf und Dortmund Hbf. Dazwischen müssen Zugfahrer allerdings auf Busse umsteigen. Dafür hatte der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gemeinsam mit der Eurobahn, der Betreiber der RB50, ein Konzept entwickelt. Das findet ihr hier

Bis August verkehrt zwischen Lünen und Davensberg nur Ersatzverkehr.

Der Ersatzplan soll es den Pendlern und allen anderen Fahrgästen, die vielleicht mal zum Shopping nach Dortmund oder Münster wollen, ermöglichen, trotz der Bauarbeiten möglichst schnell und komfortabel ans Ziel zu kommen. Das war auch einer der Forderungen von Münsters OB Markus Lewe und Ullrich Sierau, Oberbürgermeister in Dortmund. Sie hatten von der Deutschen Bahn, die die Bauarbeiten durchführt, einen qualifizierten Lösungsvorschlag erwartet sowie, dass der Fernverkehr aufrechterhalten werden muss. Es bleibt abzuwarten, ob das eintrifft.

Bus statt Bahn: Das erwartet Fahrgäste der Bahn zwischen Dortmund und Münster

Auf das Auto müssen die Pendler aber nicht zurückgreifen, es sei denn, sie haben es besonders eilig. Denn der Ersatzverkehr, der bis August zwischen Davensberg und Lünen fahren wird, braucht um einiges länger für die Strecke als die RB50. Manch einer braucht für seinen bisherigen Weg zur Arbeit oder Schule ganze 40 Minuten länger, wie der WDR berichtet. Teilweise seien die Fahrpläne der örtlichen Busse nicht auf den Schienenersatzverkehr abgestimmt, weshalb Pendler lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder früher aufstehen müssen.

Bei der Eurobahn habe man sich dennoch bemüht, ein gutes Konzept zu entwickeln, dass allen Bedürfnissen der Pendler gerecht wird. Und das, obwohl sie gar nichts für die Sperrung können, denn die Deutsche Bahn nimmt die Sanierungsarbeiten an der Strecke der RB50 vor. Für Fahrgäste ist das natürlich nicht auf den ersten Blick erkennbar, weshalb die Einschränkungen für das private Bahnunternehmen keine einfache Angelegenheit werden dürfte. 

Die zu erwartenden Einschränkungen werden den Ärger vieler Zugfahrer auf sich ziehen - und somit auch auf die Eurobahn. Vor allem, weil das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder für Probleme mit Pünktlichkeit und Ausfällen zu kämpfen hatte. Zuletzt hatte ein Streik bei der Eurobahn die Zuggäste genervt.

So kommt ihr am schnellsten von Dortmund nach Münster

Für Zugfahrer, die direkt von Dortmund nach Münster müssen, gibt es ein gesondertes Angebot. Pendler, die normalerweise mit der RB50 auf dieser Strecke unterwegs sind, müssen nicht auf den Bus umsteigen, sondern können stattdessen von Münster aus mit dem RE7 oder der RB89 über Hamm fahren. Von Dortmund aus können die Linien RE 1, RE 3, RE 6 und RE 11 genutzt werden. 

Die Alternativroute erfordert zwar einen Umstieg in Hamm, sie soll aber auf jeden Fall zeitsparend sein. Der Informationsfluss diesbezüglich scheint schon zu funktionieren. An den Gleisen werden regelmäßig Durchsagen gemacht, in den Bahnhöfen hängen Informationszettel und es werden Flyer verteilt. Ob die Umsetzung auf der Bahnstrecke ebenso erfolgreich funktioniert, wird sich zeigen. Bis dahin müssen Pendler starke Nerven haben - und zwar monatelang.

Am Sonntag (24. Februar) kam es übrigens zu einer Streckensperrung der Deutschen Bahn zwischen Düsseldorf und Duisburg. Ausgerechnet an Karneval fegt ein Unwetter über NRW. 

Video: Das ändert sich 2020 für Pendler mit der Bahn

Nicht nur zwischen Münster und Dortmund kommt für Zugfahrer im neuen Jahr einiges anders, auch im deutschlandweiten Zugverkehr hat die Deutsche Bahn ein paar Neuerungen parat. Unter anderem muss sich der Hauptbahnhof in Wuppertal auf eine Vollsperrung Ende Januar einstellen. Grund dafür sind Bauarbeiten der Deutschen Bahn.

Übrigens: In der Nordstadt Dortmund muss das Wassernetz saniert werden. Dazu muss die Stadt auch Straßen sperren. 

Der überregionale Zugverkehr zwischen Dortmund und Münster ist von der Sperrung nicht betroffen. Bereits seit 2018 wird hier umgeleitet. Da hat man sich wohl bemüht, die Forderungen der beiden Oberbürgermeister umzusetzen.