Geplant ist der Umbau der B1 zur A40 schon lange, jetzt ist er ein ganzes Stück näher gerückt. Die Stadt hat die Marsbruchstraße verlegt, eine neue Auffahrt gebaut und die Schienen der U47 umgebaut. Straßen.NRW ist jetzt dafür zuständig, die bisher vierspurige B1 zur Autobahn mit sechs Spuren auszubauen.

Dortmund – Die Stadt Dortmund und der Bund planen seit vielen Jahren, die B1 zur Autobahn auszubauen. Weil die Straße dadurch sechs statt vier Spuren haben wird, soll der Verkehr besser fließen. Doch einfach so zwei Spuren dazubauen ging nicht. Auf der B1 in Höhe der Marsbruchstraße in Aplerbeck stand bis vor Kurzem eine Ampel. Das darf auf einer Autobahn nicht sein. Außerdem mündete die Marsbruchstraße im sogenannten „Viertelanschluss“, also etwa im 90-Grad-Winkel, in die B1. Diese Einmündung musste die Stadt zu einer Auffahrt umbauen.

Schritt 1: Umbau der U-Bahn-Schienen

Seit November fährt die U47 durch diesen Tunnel unter der B1 und der neuen Marsbruchstraße. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Die Ampel auf der B1 wurde bis November benötigt, weil die U47 die Fahrbahn überquerte. Also war die Lösung, um die Ampel abzubauen: Die U47 muss durch einen Tunnel unter der Fahrbahn durchfahren. Jetzt hält die Stadtbahn an der Haltestelle Hauptfriedhof noch auf der B1, fährt dann in Richtung Aplerbeck durch den neu gebauten Tunnel und hält danach wieder oberirdisch an der Marsbruchstraße an der neuen Haltestelle Allerstraße/LWL-Klinik.

Die Haltestelle Allerstraße/LWL-Klinik wurde neu gebaut. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Im Zuge dieser Maßnahme wurde die Linie bis zum Knoten Allerstraße zweigleisig ausgebaut. Durch die zusätzlichen Schienen ist der Abschnitt jetzt sicherer.
Die Schienen, die über die B1 verliefen, wurden Ende März entfernt.

 

 

Bis zur Allerstraße verläuft die Linie U47 jetzt zweigleisig. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Schritt 2: Verlegung der Marsbruchstraße

Kurz vor der B1 macht die neue Marsbruchstraße einen Knick nach links. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Die frühere Einmündung der Marsbruchstraße in die B1 war für eine Autobahn nicht geeignet. Deshalb baute die Stadt die Straße zu einer Auffahrt um. Jetzt macht die Marsbruchstraße von Aplerbeck kommend an der Tankstelle einen Knick nach links, verläuft einige hundert Meter parallel zur B1 und mündet dann in die Auffahrt auf die B1. Neu ist damit auch, dass die Autofahrer nicht mehr nur von der B1 über die Marsbruchstraße nach Aplerbeck fahren können, sondern nun auch in die andere Richtung auf die B1 auffahren können. Dies ging zuvor nur über Parallelstraßen, wodurch die Autos jedoch durch ein Wohngebiet fahren mussten.

Der Blendschutzwall ist 1,5 Meter hoch. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Hin zur B1 errichtete die Stadt entlang der neuen Marsbruchstraße einen 1,5 Meter hohen Blendschutzwall, der die Autobahn vom Scheinwerferlicht der auffahrenden Autos abschirmt. Neben seiner Funktion als Auffahrt dient der neue Teil der Marsbruchstraße zukünftig auch als Anbindung der neuen Bundesbank-Niederlassung. Dafür wurden zwei Einmündungen hin zum Bundesbank-Gelände gebaut.

Hier entsteht die neue Niederlassung der Bundesbank. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Die neue Auffahrt wurde von Oberbürgermeister Ullrich Sierau offiziell für den Verkehr freigegeben.

Die nächsten Schritte: neue Ampel und Bepflanzung

Dieser Streifen wird noch mit Eichen bepflanzt. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

An eine Einmündung zum Bundesbank-Gelände wird eine Ampel gebaut, für die die Bundesbank die Kosten übernimmt. Laut Sylvia Uhlendahl, Leiterin des Dortmunder Tiefbauamtes, werden entlang des neuen Straßenabschnittes Marsbruchstraße noch Eichen im Allee-Charakter gepflanzt. Damit wird in der Pflanzzeit zwischen Oktober und März begonnen.

Die Aufgabe des Landes NRW: aus vier Spuren sechs machen

Sylvia Uehlendahl vom Dortmunder Tiefbauamt. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Die Stadt hat damit ihre Aufgaben für die Umwandlung der B1 zur Autobahn erledigt. Jetzt ist Straßen.NRW, der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, an der Reihe. Er muss zwei zusätzliche Fahrspuren bauen. Wie lange das noch dauert, steht noch nicht fest. Doch laut Uehlendahl hat das Land mit den ersten Maßnahmen bereits begonnen. Zum Beispiel werden an der B1 schon Probebohrungen durchgeführt.

Aplerbecker sind zufrieden

Der Aplerbecker Manfred Jablowski ist vom Umbau begeistert. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Bei der offiziellen Freigabe des neuen Straßenabschnitts Marsbruchstraße sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dass die Aplerbecker Autofahrer mit dem Umbau sehr zufrieden seien. Das bestätigten auch die anwesenden Bürger. Manfred Jablowski gefällt vor allem, dass er nun viel schneller mit dem Auto in Richtung Innenstadt fahren kann. Früher konnte er nicht über die Marsbruchstraße auf die B1 fahren. Er musste immer einen Umweg über die parallel verlaufende Aplerbecker Straße nehmen. Wie die anderen Autofahrer musste er dadurch durch das Wohngebiet fahren. Das war eine Belastung für die Anwohner. Besonders schlimm sei es immer bei BVB-Spielen gewesen, wenn die Autofahrer über die Ortsstraßen versuchten, dem Stau auf der B1 auszuweichen, erklärte Jablowski.

Über diese Einbahnstraße an der Shell-Tankstelle versuchten oft Autofahrer auf die B1 zu fahren – entgegen der Fahrtrichtung. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Jablowski ist auch der Meinung, dass die Verkehrslage durch den Umbau sicherer geworden ist. Er hat früher oft mitbekommen, dass es an der Ampel auf der B1 Auffahrunfälle gegeben hat. Diese Ampel ist nun vom Tunnel für die Stadtbahn abgelöst worden. Außerdem hätten früher verbotenerweise manche Autofahrer eine einspurige Behelfsauffahrt bei der Tankstelle genutzt, um auf die B1 zu fahren – trotz Durchfahrtsverbot. Das ist durch die neu eröffnete zweispurige Auffahrt nun nicht mehr nötig.

Lärm und Stau: Befürchtungen des Bezirksbürgermeisters

Der Aplerbecker Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel hat noch Bedenken. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24

Jürgen Schädel, der Bezirksbürgermeister von Aplerbeck, sieht auch die Vorteile des Umbaus, vor allem der Verkehrsentlastung im Wohngebiet. Jedoch ist er nicht begeistert, dass die B1 eine Autobahn werden soll. Durch Geschwindigkeiten bis 130 Stundenkilometer würden acht Meter hohe Lärmschutzwände nötig. „Für das Straßenbild wäre das eine Katastrophe“, meint Schädel. Deswegen hofft er, dass der Versuch klappt, ohne die Wände auszukommen. Das ist zum Beispiel möglich, da direkt an der B1 nur gewerbliche Bauten stehen und erst in zweiter oder dritter Reihe die Wohnbebauung.

Schädel befürchtet außerdem, dass sich durch den Umbau an anderer Stelle Stau bilden könnte. Wenn die Autos von der B1 kommend die Marsbruchstraße entlangfahren, kommen sie am Ende zur T-Kreuzung an der Rodenbergstraße. Dort könnte bei viel Verkehr dann Stau entstehen.

Kosten für die Stadt: über 17 Millionen Euro

Insgesamt kosteten die bisherigen Maßnahmen die Stadt über 17 Millionen Euro. Der Bau des neuen Straßenabschnitts Marsbruchstraße brauchte rund zwei Millionen Euro. Viel teurer war der Umbau der U-Bahn-Linie. Die Kosten dafür lagen insgesamt bei 27,5 Millionen Euro, die jedoch zu gleichen Teilen auf Bund, Land und Stadt aufgeteilt wurden. Machte für die Stadt etwa 9,2 Millionen. Der Ausbau der Zweigleisigkeit kostete nochmal etwa 6,4 Millionen Euro. Die kommunalen Anteile werden jedoch durch den VRR gefördert.