Archäologie

Forscher finden in Dortmund Dinoknochen – Fund von 2009 begeistert

Dortmund war mal ein Jagdgebiet für einen riesigen Raub-Dinosaurier. Ein Fund aus dem Jahr 2009 beweist sein Vorkommen im heutigen Ruhrgebiet.

Dortmund – Er war wahrscheinlich größer und tödlicher als jedes andere heute lebende Raubtier auf der Erde. Die Rede ist von einem Raubsaurier, dessen Skelett im Jahr 2009 an der B1 in Dortmund-Barop gefunden worden ist. RUHR24 erinnert an diese archäologische Sensation.

Bauarbeiter finden an der B1 in Dortmund Dino-Knochen – Fund von 2009 ist eine Sensation

Die viel befahrene B1 wird immer wieder von Baustellen begleitet. Ob auf oder neben der Fahrbahn – es gibt immer etwas auszubessern. Im Jahr 2009 wurde beispielsweise ein Teilstück bei Barop ausgebaut. Westlich und östlich der Schnettkerbrücke über die Emscher wurden während der Arbeiten alte Gesteinssichten freigelegt.

In diesen Schichten offenbarte sich dann eine kleine, archäologische Sensation. Bauarbeiter legten Anfang 2009 eine versteinerte, raptorartige Sichelkralle frei.

Wissenschaftler des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) sicherten die gut einen Quadratmeter großen Gesteinsplatte und analysierten sie anschließend. Schnell wurde klar, dass es sich bei dem Fund um 91 Millionen Jahre alte Überreste eines Raub-Dinosauriers handeln musste.

„Es ist der bisher einzige Fund eines Raubdinosauriers in Deutschland aus dieser Zeit und der einzige Beleg einer derzeit noch unbekannten Theropoden-Art“, sagte Dr. Klaus-Peter Lanser, Dino-Experte des LWL im Jahr 2011 nach einer rund zweijährigen Analyse des Fundes. Die Dino-Gattung lebte in der frühen Kreidezeit im Gebiet des heutigen Dortmund.

Dortmund lag in der Kreidezeit am Meer – Raubsaurier versteinerte im Flachwasser

Doch die Ruhrgebietsmetropole sah vor Millionen vor Jahren ganz anders aus als heute. Dortmund lag am Meer – natürlich gab es den Menschen zu dieser Zeit noch gar nicht.

Genauer gesagt: Das heutige Stadtgebiet war Teil einer Küstenlandschaft eines Binnenmeeres, wo auch der gefundene Saurier auf Beutejagd ging: „Der Kadaver des gefundenen Tieres lag vermutlich in flachem Wasser in Strandnähe und versteinerte dort, weshalb die Überbleibsel jetzt in den Gesteinsblöcken gefunden werden konnten“, hieß es in der Mitteilung des LWL.

An der B1 in Dortmund-Barop ist 2009 ein Skelett eines Raubdinosauriers gefunden worden. So soll er laut LWL in etwa ausgesehen haben.

Neben der entdeckten Dino-Kralle fanden die Forscher noch weitere Skelettstücke: Es wurden Teile des Unterarmskeletts, des Schulterblattes, der Rippen und des Fußwurzelknochens eines Land-Raubdinosauriers identifiziert. 

Dino-Knochen aus Dortmund sind im LWL-Naturkunde-Museum in Münster zu bestaunen

Die Experten schätzen, dass der Saurier von Schwanz bis Kopf gut zehn Meter lang gewesen sein muss. Ein echtes Ungetüm streifte über die Breitengrade, auf denen Dortmund zu finden ist. Auch aus der jüngeren Vergangenheit werden immer mal wieder Relikte gefunden. So beispielsweise im Juni 2022, als Bauarbeiter alte Gräber aus dem Mittelalter freilegten.

Ob Dortmund noch einmal Fundort von alten Dino-Knochen werden wird? Wer weiß, was unter dem Stadtgebiet noch alles liegt und darauf wartet, entdeckt zu werden. Wer sich das Dino-Skelett aus Dortmund anschauen möchte, hat dazu im Naturkunde-Museum Münster die Gelegenheit.

Rubriklistenbild: © Grzegorczyk/ LWL, Emmerich/ LWL; Collage: RUHR24

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