Autos raus? Luft in Dortmunds Innenstadt soll besser werden

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Dortmund/NRW - Die Stadt Dortmund bewirbt sich Fördermittel für eine emissionsfreie Innenstadt.

Die Stadt Dortmund bewirbt sich um Fördermittel für eine emissionsfreie Innenstadt. Bei einer erfolgreichen Bewerbung könnten 13,6 Millionen Euro Fördermittel zur Luftverbesserung fließen.

Dortmund - Die Stadt Dortmund möchte, dass die Luft in der Innenstadt besser wird. Dafür wird zurzeit der Masterplan Mobilität entwickelt. Dabei soll das Förderprogramm der Landesregierung "Kommunaler Klimaschutz.NRW" helfen, für das sich die Stadt bewerben will. Doch dem muss der Rat vorher zustimmen.

Ziel des Förderprogrammes ist es, Kommunen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen (THG) zu unterstützen. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Autos und damit auch deren Abgase sollen größtenteils aus der Innenstadt verschwinden.

Rund 13,6 Millionen Euro würden für diese Maßnahmen eingesetzt

  • Emissionsfreier Lieferverkehr (das heißt, es sollen Lasträder und Elektromobile eingesetzt werden, damit es weniger Schadstoffe durch Auto-Abgase gibt und es soll zentrale Umladestellen geben, an der die Lieferungen für die Geschäfte gesammelt werden)
  • Förderung der Elektromobilität und des Park&Ride
  • Beschäftigte und Besucher der City, KiTas und Schulen sollen künftig mit dem ÖPNV fahren. Schneller, öfter, zuverlässiger – diese Aspekte könnten für mehr Menschen in Bussen und Bahnen in Dortmund sorgen.
  • Nahmobilitätskonzepte mit u.a. Ausbau von Car-Sharing und Fahrradparken
  • Fahrradparken und Erweiterung des Fahrradverleihsystems mit Pedelecs
  • Durchgängiges, attraktives Radwege-Angebot auf dem Wall
  • Fußgänger- und Fahrradachsen in die City
  • Entwicklung des grünen Walls und einer grünen City
  • Schnellladung von E-Fahrzeugen und E-Taxi-Ladespur am Hauptbahnhof
  • Ergänzung der Leitthemen durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Marketingstrategie zur Stärkung des ÖPNVs und des Rad- und Fußverkehrs

Stadt Dortmund: Klimaschutz ist Heimspiel

Voraussetzung für die Zulassung zum Wettbewerb ist, über ein integriertes Klimaschutzkonzept zu verfügen oder am European Energy Award (eea) teilzunehmen. Da es in Dortmund schon lange heißt: "Klimaschutz ist Heimspiel", erfüllt die Stadt beide Voraussetzungen. Im Jahr 2011 hat der Rat der Stadt Dortmund mit dem Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 beschlossen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu reduzieren.

Die heutige Verkehrs- und Emissionssituation zeigt, dass Handeln notwendig ist. Denn: "Die Verkehrsmengen an den Haupteinfallstraßen in die Innenstadt sind an vielen Stellen sehr hoch und der Grenzwert für CO2 wird teilweise überschritten" heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Ein rund 290 Hektar großer Teilraum im Innenstadtbereich soll emissionsfrei werden. Der Untersuchungsraum wird begrenzt von der Treibstraße/Steinstraße im Norden, von der Saarlandstraße im Süden, von der Unionstraße/Möllerstraße im Westen und von der Straße Heiliger Weg im Osten.

Für den Untersuchungsraum werden Maßnahmenbündel für die vier Leitthemen City, Wall(ring), Achsen und Quartier betrachtet. Ergänzt werden diese vier Leitthemen um Querschnittsmaßnahmen im Bereich Kommunikation, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Evaluation.

Für alle Maßnahmen gilt:

Der Schwerpunkt für die Wege in die Innenstadt und innerhalb der Innenstadt liegt bei der Schaffung von Alternativen zur motorisierten Mobilität. Es geht ausdrücklich nicht darum, die Autos komplett zu verbannen, sondern attraktive Alternativen zu schaffen sowie den vermehrten Einsatz von E-Fahrzeugen zu fördern.

Das Ziel: Die Erreichbarkeit der City wird gestärkt und nicht eingeschränkt. Attraktivität und Aufenthaltsqualität der City sollen durch die Maßnahmen gesteigert werden.

Ab Mitte 2018 müssen die Maßnahmen grundsätzlich in Bau bzw. in die Umsetzung gehen können, da ab dann der nur dreijährige Realisierungszeitraum im Rahmen der Förderung läuft. Daher stehen keine Maßnahmen im Fokus, die davon abhängig sind, dass Bundes- oder Landesregierung zunächst Gesetze ändern.

Projekt auf drei Jahre angelegt

Wenn der Rat am 1. Juni die Teilnahme der Stadt Dortmund am Förderaufruf beschließt, muss die Umsetzungsstrategie bis zum 22. Juni eingereicht werden. Sollte die Stadt Dortmund vom Fördergeber ausgewählt werden, erfolgen ab September eine rund fünfmonatige Qualifizierung der bei der Bewerbung eingereichten Umsetzungsstrategie und anschließend der formale Förderantrag. Der Projektzeitraum dauert ab Mitte 2018 drei Jahre.

Von der CDU kommt übrigens eine klare Absage an der Idee einer rein autofreien City: "Aus Sicht der CDU-Ratsfraktion ist es zwar durchaus sinnvoll, über alternative Verkehrskonzepte nachzudenken und diese gegebenenfalls auch zu fördern. Allerdings darf es in diesen Prozessen nicht dazu kommen, dass Autofahrer grundsätzlich verteufelt werden und der ewige Sündenbock für eine verfehlte Umweltpolitik sind", bewertet der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Uwe Waßmann.