Ärzte melden: So viele Wespenstiche wie seit 15 Jahren nicht mehr

Wespen haben in Oldenburg der Polizei bei einer Festnahme geholfen Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
+
Wespen haben in Oldenburg der Polizei bei einer Festnahme geholfen Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Dortmund/NRW - Immer wieder sieht man auf Dortmunds Straßen Menschen, die hektisch mit ihrem Armen wedeln. Der Grund: Wespen, die wild umherschwirren. Ärzte sagen jetzt: So viele Wespenstiche wie in diesem Jahr gab es zuletzt vor 15 Jahren.

Immer wieder sieht man auf Dortmunds Straßen Menschen, die hektisch mit ihrem Armen wedeln. Der Grund: Wespen, die wild umherschwirren. Ärzte sagen jetzt: So viele Wespenstiche wie in diesem Jahr gab es zuletzt vor 15 Jahren.

Die Arztpraxen sind derzeit voll mit Patienten, die von Wespen gestochen worden sind. "Viele Hausärzte berichten uns, dass momentan verstärkt Patienten mit Wespenstichen in die Praxen kommen", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag).

"Seit 2003 nicht mehr so schlimm"

Der stellvertretende Vorsitzende des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, ergänzt: "Seit dem Rekordsommer 2003 ist es nicht mehr so schlimm gewesen."

Ralf Raßmann ist Hausarzt in Düsseldorf. Er behandelt bis zu 20 Betroffene pro Woche. "Jeden Tag kommen vier bis fünf Patienten wegen Wespenstichen zu mir in die Praxis", sagt Raßmann gegenüber der Rheinischen Post. "Das ist schon auffällig. Es hat sich etwas verändert, denn auch die Reaktionen auf die Stiche sind anders. So sind die sichtbaren Auswirkungen der Stiche auf der Haut im Durchschnitt 20 mal 20 Zentimeter groß", so der Hausarzt.

Die meisten Betroffenen gehen zu einem Hausarzt, wenn sie von einer Wespe gestochen worden sind. Daher melden Krankenhäuser in der Regel keinen Anstieg der Fälle.

Wespen mit Wassernebel verjagen

Wespen sollte man übrigens nicht anpusten, um sie zu vertreiben. Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstimmung. Hilfreich ist aber zerstäubtes Wasser aus der Sprühflasche.

Gibt man einen Wassernebel in Richtung Wespe ab, denkt diese, es fange an zu regnen und folgt ihren Instinkten: Sie flüchtet in ihr Nest. Allerdings sollte man aus Tierliebe nur Wasser benutzen – und bereits zum Putzen verwendete Sprühflaschen gut von Rückständen von Fensterreiniger oder anderen reizenden Flüssigkeiten befreien. Diese können den Tieren ernsthaft schaden.

Info: In unserem Text "Die Wespen kommen: Diese fünf Tipps hat die Feuerwehr für euch", findet ihr noch mehr Tipps, wie ihr euch vor den Insekten schützen könnt.