Westlich vom U-Turm befindet sich das U-Jack. Das Quartierscafé in der Rheinischen Straße feiert seinen fünften Geburtstag. Wir verraten euch, was das Projekt so besonders macht. 

Das Quartierscafé U-Jack an der Rheinischen Straße 194 ist nicht nur ein Café. Hier treffen Aspekte des Stadtumbaus, der Beschäftigungsförderung und der Integration und Beteiligung im Stadtteil aufeinander. Doch natürlich haben auch Menschen aus dem Quartier aber auch von überall sonst, hier die Möglichkeit sich zu treffen. „Es ist eine Institution“, sagt Susanne Linnebach, Leiterin Stadterneuerung im Amt für Wohnen und Stadterneuerung.

Mit Mitteln des Stadtumbaus konnte eine schon lange leerstehende Gaststätte an der Rheinischen Straße 194 angemietet und betrieben werden. Durch die Mietsicherheit konnte auch der Eigentümer motiviert werden, in sein Gebäude zu investieren – insbesondere in diesem Bereich der Rheinischen Straße ein wichtiges Signal.

Seit fünf Jahren gibt es das Projekt U-Jack jetzt schon. Anfangs war es noch ein reines Café, inzwischen gibt es auch viele (Kultur-)Veranstaltungen. „Das U-Jack ist ein Quartierstreff. Jeder kann hierhin kommen“, so Linnebach. Mutter-und-Kind-Veranstaltungen, Frauenfrühstück, Treff für Nachbarn.

Der Name U-Jack kommt übrigens teilweise noch aus einem alten Logo vom Projekt „Stadtumbau Rheinische Straße“. Das „U“ steht für das Unionviertel, aber auch für „union“. „Das ist in allen Sprachen zu verstehen“, so Projektleiter und Koordinator bei der Ewedo GmbH Dortmund Christoph Werdelmann. „Jack ist aus einer Wortspielerei entstanden und klingt nicht so streng“, erklärt er weiter.

Herzblut und Leidenschaft

Im U-Jack arbeiten keine gelernten Kräfte. Das sei eine „große Herausforderung“, so Werdelmann. So stehen morgens oft Fragen im Rahmen wie „kommen alle?“ und „sind sie alle motiviert?“. „Die Gäste erwarten einen gut laufenden Betrieb. Wir müssen Ansprüche erfüllen“, so Werdelmann. Ein Projekt wie das U-Jack, das funktioniere nur „mit Herzblut und Leidenschaft“.

Einmal in der Woche wird im U-Jack gemeinsam der Speiseplan erstellt. „Dann kümmern wir uns um die Einkäufe – wie in der Gastronomie“, erklärt Werdelmann. Der Hygienestandard im Café liege bei 150 Prozent. 70 Prozent Frauen arbeiten im U-Jack. Oft 30 Stunden in der Woche, für alleinerziehende Mütter gibt es die Möglichkeit einer 20-Stunden-Woche.

Bis 2018 wird das Projekt U-Jack auf jeden Fall noch weiterlaufen. Und auch die Geschäftsführung der Ewedo GmbH möchte laut Werdelmann, dass das Projekt weiterläuft. „Es ist nicht mehr wegzudenken“, erklärt der Projektleiter. Auch das Jobcenter hätte schon seine weitere Unterstützung zugesagt.

Bei einer gemeinsamen Koch-Aktion unter den Teilnehmern des Projekts stellte sich heraus, dass ein Teilnehmer besonders gut Zwiebeln schneiden konnte. „Er war früher in der Armee und hat im Kochzelt gearbeitet, aber er hat nie darüber nachgedacht, dass er über diese Kompetenz verfügt.“ Jetzt sei die Frage, ob er über diesen Zugang einen Job – vielleicht wirklich in der Küche – finden kann.

U-Jack beschäftigt Langzeitarbeitslose

Das Jobcenter Dortmund fördert im Café U-Jack die Beschäftigung von langzeitarbeitslosen Menschen im Café und deren Qualifizierung. Durch die Praxis- und Menschennähe des Projektes kann die Motivation der Beschäftigten in hohem Maß gesteigert werden. Es ist bereits mehrfach gelungen, ehemals perspektivlosen Menschen einen neuen Platz im Berufsleben zu verschaffen. Das Café ist Treffpunkt für alle Menschen im Quartier, zieht aber durch ein niedrigpreisiges Angebot und die Ausgabe von Berechtigungsscheinen für weitere Konstruktionen besonders finanziell schwächere Menschen an.

Sieben sogenannte Arbeitsgelegenheiten gibt es im U-Jack, dazu kommen drei weitere im Projektgarten. „Die Arbeitsgelegenheiten im U-Jack sind stark nachgefragt. Hier herrscht eine gute Atmosphäre“, erklärt Rita Thelen vom Jobcenter Dortmund. „Hier sollen die Teilnehmer nicht nur arbeitsmäßig, sondern auch in Sachen Motivation und Selbstbewusstsein gestärkt werden“, so Thelen weiter.

Im Rahmen des BAMF-Projektes „Tandem – zusammen gehen, gemeinsam ankommen“ in dem das Quartierscafé ein Baustein ist, wird darüber hinaus das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gefördert. Die vom Projektpartner VMDO organisierten internationalen Kochevents, das Frauenfrühstück und die Tanzgruppe erfreuen sich großer Beliebtheit und tragen zum gegenseitigen Verständnis bei.

Das U-Jack ist von montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Ihr findet es an der Rheinischen Straße 194 (U-43-Haltestelle Ottostraße).