Warum die CDU in Dortmund gegenüber dem 365-Euro-Ticket skeptisch ist

U 43 Rüschebrinkstraße Wickede Westentor. Foto: Jochen Linz
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U 43 Rüschebrinkstraße Wickede Westentor. Foto: Jochen Linz

Dortmund/NRW - Sollte Dortmund künftig das 365-Euro-Ticket in Bussen und Bahnen einführen? Die CDU der Stadt zeigt sich diesbezüglich eher skeptisch.

Sollte Dortmund künftig das 365-Euro-Ticket in Bussen und Bahnen einführen? Die CDU-Fraktion der Stadt zeigt sich diesbezüglich eher skeptisch.

  • Die CDU-Fraktion in Dortmund hat für das 365-Euro-Ticket eine Modellrechnung des VRR aufstellen lassen.
  • Außerdem verweist die Partei auf die Vorgehensweise aus Wien, wo es das Ticket bereits gibt.

365-Euro-Ticket: CDU lässt Modellrechnung aufstellen

Bus und Bahn für einen Euro pro Tag? Wenn es nach der SPDgeht, soll es in Deutschland zukünftig ein 365-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr geben.

Bei der CDU in Dortmund stößt der Vorschlag eher auf Skepsis - aus finanziellen Gründen. So ließ die Partei nun den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eine Modellrechnung aufstellen, nach dem Motto "was wäre wenn".

Aus den laut CDU "vorsichtigen Schätzungen" des VRR sei hervorgegangen, dass die Stadt Dortmund im Falle der Ticketeinführung jährliche Ausgleichszahlungen in Höhe von mindestens 26,273 Millionen Euro an den VRR leisten müsste.

Dortmund müsste Millionen investieren

Doch dabei würde es laut CDU nicht bleiben, so Uwe Waßmann, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dortmund. "Zu den jährlich über 26 Millionen Euro Unkostenausgleich kämen demnach weitere Investitionskosten in Millionenhöhe hinzu.“ Damit meint Waßmann die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur.

Die Rechnung der CDU: Wenn die Tickets günstiger würden, würden mehr Menschen Bus und Bahn fahren. Und dafür bräuchte man in Dortmund höhere Kapazitäten in der Infrastruktur.

Als Beispiel nennt der CDU-Mann Wien. Österreichs Hauptstadt gilt als Erfinderin des 365-Euro-Tickets. Die Stadt baute im Vorfeld der Einführung des 356-Euro-Tickets laut Waßmann die Infrastruktur im Nahverkehr "über zehn Jahre lang extensiv aus."

Kapazitäten ausbaufähig?

In diesem Zusammenhang zweifle die Ratsfraktion der CDU in Dortmund, inwiefern die Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehrs in Dortmund überhaupt ausbaufähig seien.

Am Ende, so Waßmann, sei die Umsetzung nur mit einer Förderung des Bundes möglich. Der hatte sich zuletzt auf niedrigere Preise für Bahn-Tickets festgelegt. "Schon jetzt stößt der Nahverkehr in Dortmund und den angrenzenden Städten oftmals an seine Kapazitätsgrenzen. Mehr geht nicht! Hier muss weiterhin investiert werden", so Waßmann.

Grünen begrüßen 365-Euro-Ticket

Während die CDU sich skeptisch zeigt, hat die SPD in Sachen 365-Euro-Tickets die Grünen an ihrer Seite. Aber auch für die Sozialdemokraten ist klar, dass es für das Ticket gewisse Voraussetzungen geben muss.

So sagte Norbert Schilf, Chef der Dortmunder SPD-Ratsfraktion gegenüber den Ruhr Nachrichten kürzlich: "Der öffentliche Personennahverkehr müsste so ausgebaut sein, dass er den Ansturm verkraftet. Und die Finanzierung muss gesichert sein. Denn jemand muss das bezahlen." Was diese Aussagen betrifft, scheinen SPD und CDU einer Meinung zu sein.

Der VRR und die Deutsche Bahn trennen sich übrigens. Für zahlreiche Kunden im Ruhrgebiet gibt es drastische Änderungen. Ab dem 15. November übernimmt Transdev den Verkauf von Tickets im Ruhrgebiet.