Corona-Schutz im Januar 2021

15-km-Regel im Kreis Recklinghausen: Maßnahme hat Auswirkungen auf Dortmund

Der Kreis Recklinghausen hat die Inzidenzmarke von 200 überschritten. Es gelten verschärfte Corona-Regeln. Und die betreffen auch viele Dortmunder.

Recklinghausen/Dortmund - Neben dem Kreis Recklinghausen haben in NRW am Mittwoch (13. Januar) sieben Kreise und kreisfreie Städte die kritische Inzidenz-Marke von 200 gerissen. Seit Dienstag (12. Januar) gilt für die Dortmunder Nachbarn im Kreis Recklinghausen die 15-Kilometer-Regel.

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Corona-Maßnahmen: 15-Kilometer-Regel muss auch von Dortmundern beachtet werden

In Orten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 können in NRW verschärfte Corona-Maßnahmen gelten, wie die Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit auf einen 15-Kilometer-Radius um den eigenen Wohnort.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist aktuell (Stand 13. Januar) Mettmann (216,2), den Oberbergischen Kreis (239,7), Bielefeld (238,8), Gelsenkirchen (238) sowie den Kreisen Höxter (233,2), Minden-Lübbecke (217,8) und Recklinghausen (212,7) und Bottrop (211,8) mit einer 7-Tages-Inzidenz aus, die höher als 200 liegt. Dortmund ist mit einer Inzidenz von 148,1 bislang nicht dabei. Dennoch sind die Bürger der Stadt Dortmund von den einschränkenden Corona-Maßnahmen auch betroffen.

Wer in Dortmund lebt und wohnt, der muss sich bislang nicht an die 15-Kilometer-Regel halten. Es sei denn, man möchte in den Kreis Recklinghausen hineinfahren. Dann müssen sich auch jene an die einschränkenden Regeln halten, die nicht im eigentlichen Hotspot wohnen. Denn die 15-Kilometer-Regel gilt im gesamten Gebiet des betroffenen Kreises oder der betroffenen Stadt – und somit auch für Dortmunder, wenn sie die Stadtgrenze Dortmund in Richtung Recklinghausen überschreiten.

Corona-Maßnahmen in Dortmund: Regionalverordnung führt 15-Kilometer Regel im Detail auf

Wie das Land NRW in einer zusätzlich zur Corona-Schutzverordnung erlassenen Regionalverordnung erlassen hat, dürfen sich Bürger aus kreisfreien Städten und Kreisen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von „nachhaltig über 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und diffusem Infektionsgeschehen“ nur noch innerhalb des Kreis- bzw. kreisfreien Stadtgebietes ohne Einschränkung bewegen – in eben dem 15-Kilometer-Radius, wie auf der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen.

Der 15-Kilometer-Radius um die Stadt Recklinghausen, in dem sich Anwohner nach den neuen Corona-Regeln bewegen dürfen

In der Regionalverordnung heißt es außerdem, dass die gleiche räumliche Bewegungseinschränkung auch für das „Hineinfahren in solche Hotspots von außerhalb“ gilt. Demnach dürfen auch Personen, die nicht im Hotspot wohnen, sich in den Gebieten mit den hohen Inzidenzzahlen nur bewegen, wenn sie dabei einen 15-Kilometer-Radius um den eigenen Heimatort nicht verlassen.

Corona: Wann müssen Dortmunder die 15-Kilometer-Regel beachten

Für alle Dortmunder gilt daher, dass sie nicht weiter als 15 Kilometer ab der Stadtgrenze Dortmund in den Kreis Recklinghausen hineinfahren dürfen. Dass nicht ab der eigenen Haustür gerechnet werden muss, liegt daran, dass der Wohnort in seiner Gesamtheit für die Festlegung des nicht zu überschreitenden Radius gilt. Nicht die exakte Wohnadresse. Bei der Berechnung muss die Luftlinie zugrunde gelegt werden. Nicht die gefahrenen Kilometer.

Wie Radio 91.2 ausgerechnet hat, bedeutet das für Einwohner der Stadt Recklinghausen, dass sich noch knapp bis an den Wall in Dortmund heranfahren dürfen. Dortmunder kämen demnach noch bis Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln.

Dortmund: Ausnahmen der 15-Kilometer-Regel für Fahrten in den Kreis Recklinghausen

Doch auch von dieser Regel gibt es einige Ausnahmen. Allerdings gilt auch hier: Schlupflöcher in der Corona-Verordnung sollten nicht ausgenutzt oder ausgereizt werden. Schon mit Verabschiedung der neuen Corona-Schutzverordnung appellierte der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an die Menschen, sich keine Schlupflöcher in der Verordnung zu suchen. Diesen Appell wiederholte der Ministerpräsident am Dienstag (12. Januar) im Landtag.

Es ist nicht die Zeit, nach Schlupflöchern zu suchen, sondern die Zeit, die Regelungen, die da sind, im Privaten möglichst noch zu übertreffen.

Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident

Dennoch: Wer aus Dortmund zur Arbeit in den Kreis Recklinghausen fahren muss, darf das auch, wenn er dafür die Grenze des 15-Kilometer-Radius überschreiten muss. Auch Familienangehörige, Lebenspartner dürfen weiterhin besucht werden. Wer zur Schule will oder für einen Arztbesuch in den Kreis fährt, muss sich in NRW ebenfalls nicht an die 15-Kilometer-Regel halten. Ebenso, wer eine andere Person pflegt oder betreut ist nicht an die Regel gebunden.

Übrigens: Wer gegen die Regeln der Corona-Schutzverordnung verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen – bis zu 25.000 Euro können fällig werden.

Rubriklistenbild: © Dennis Liedschulte/RUHR24.de

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