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Lange Zeit übte man sich beim BVB in Demut und Zurückhaltung. „Von Spiel zu Spiel denken“, ist der Satz, den Trainer Lucien Favre beinahe in jeder Pressekonferenz wiederholt.

Die Frage nach der Meisterschaft wurde stets abgeschmettert. Doch ausgerechnet jetzt, wo der FC Bayern die Tabellenspitze wieder übernommen hat, ruft der BVB den Titelkampf offiziell aus.

Sportdirektor Michael Zorc sagte im Interview mit der Sport Bild: „Wir werden alles versuchen und bis zum letzten Spieltag kämpfen, um Meister zu werden. Alles andere wäre in unserer Situation am 25. Spieltag sportlich nicht ambitioniert.“

Zorc spricht von einer „Sensation“

Es ist das erste Mal, dass man bei Borussia Dortmund so offen über die Sehnsucht nach der Schale spricht. Dennoch relativiert der 56-Jährige seine Aussage:

„Der Titel ist kein Muss für uns, er wäre insbesondere nach der schwierigen Vorsaison eine riesige Sensation“, sagte er der Sport Bild.

Nach dem Aus im Pokal und der Champions League hat der ganze Klub nun die Sinne geschärft, um den letzten verbliebenen Titel noch zu gewinnen:

„Wir haben jetzt, leider, nur noch einen Wettbewerb, indem wir die Chance auf einen Titel haben. Auf dem liegt unsere volle Konzentration. Wir sind nicht zufrieden, wenn wir am Ende Dritter oder Vierter werden.“

„Es geht nur mit 100 Prozent“

Aber um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es mehr Kontinuität als zuletzt. Partien wie in Nürnberg oder Augsburg darf es nicht mehr geben. Die Heimspiele gegen Tottenham und den VfB Stuttgart haben den Maßstab gebildet. Das weiß auch Dortmunds Sportdirektor.

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„Wir haben eine sehr junge Mannschaft, in der Hinrunde ist fast alles gelungen. Der eine oder andere bei uns dachte unterbewusst vielleicht, dass es in diesen Spielen auch mit halber Kraft geht. Aber es geht nur mit 100 Prozent, das ist jetzt auch bei jedem angekommen.“