Bild: Kirchner/dpa

Vergangene Woche sorgte Michael Zorc mit drei Transfers in zwei Tagen für Aufsehen. Im Interview mit der WAZ spricht der Sportdirektor nun über die Neuzugänge, weitere Transferaktivitäten und die Lehren aus der vergangenen Saison. Buzz09 und RUHR24 haben seine Aussagen zusammengefasst.

  • Zorc erhofft sich von allen drei Neuzugängen noch Leistungssprünge
  • Ein Abgang von Julian Weigl ist kein Thema
  • In Zukunft will der BVB offensiver mit der Zielsetzung umgehen

Zorc: „Wir wollten früh Klarheit haben“

Angesprochen auf die frühen Transfers von Schulz, Hazard und Brandt gibt Zorc an, bei all diesen Spielern früh Klarheit gehabt haben zu wollen. Dabei sei auch hilfreich gewesen, dass auf der Abgangsseite der Transfer von Christian Pulisic ebenfalls früh fix war. Zudem wollte man der Konkurrenz zuvorkommen: „Du bist ja auch nicht der einzige interessierte Verein.“

Von allen drei Spieler erhofft man sich beim BVB einen weiteren Leistungssprung, obwohl alle bereits etablierte Bundesligaspieler sind: „Julian Brandt spielt schon fünf Jahre Bundesliga, ist aber im Mai erst 23 geworden“, so Zorc. Nico Schulz soll den Bedarf auf der Position des Linksverteidigers decken. Hazard passe mit seinen Fähigkeiten perfekt zu den anderen Offensivkräften des BVB.

Hauptaugenmerk liegt jetzt auf der Abgangsseite

„Wir werden natürlich weiter versuchen, den Kader zu optimieren. Aber das Gros ist getan“, sagt Zorc zu weiteren möglichen Neuzugängen. Um keinen aufgeblähten Kader zu haben liegt der Fokus nun also auf der Abgangsseite. Ein möglicher Verkaufskandidat ist André Schürrle. Alle Gerüchte um Zu- und Abgänge lest ihr im Transferticker von Buzz09 und RUHR24.

Angesprochen auf mögliche weitere Baustellen im Kader äußert sich Zorc zurückhaltend. Auch ein neuer Stürmer sei nicht unbedingt notwendig: „Ich kann übrigens nicht erkennen, dass wir nicht Deutscher Meister geworden sind, weil wir zu wenig Tore geschossen haben. Das hatte andere Gründe“. Auch ein weiterer Mittelfeldspieler soll vorerst nicht kommen.

Julian Weigl soll bleiben

Das hat auch damit zu tun, dass Julian Weigl beim BVB bleiben soll. Laut Michael Zorc habe man überhaupt keine Intention, Weigl abzugeben. Bei den Abgängen geht es vor allem um die Spieler, die der BVB in der letzten Saison verliehen hat. Für sie stellt der Sportdirektor beim BVB eher keine große Perspektive in Aussicht.

Auch Marcel Schmelzer möchte der Sportdirektor gerne behalten: „Er verkörpert ein Höchstmaß an Identifikation mit Borussia Dortmund“.

Unklar ist die Situation laut Zorc aktuell bei Raphael Guerreiro. Der Vertrag des Portugiesen läuft 2020 aus, eine Verlängerung steht derzeit eher nicht im Raum. Um noch Geld zu kassieren, müsste der BVB Guerreiro diesen Sommer verkaufen. Mit dem FC Barcelona steht wohl auch ein möglicher Verein in den Startlöchern.

Das ist das Ergebnis der Saisonanalyse

Bei der Saisonanalyse mit Trainer Lucien Favre machte man laut Zorc vor allem die verspielten Führungen dafür verantwortlich, dass es am Ende nicht zur Meisterschaft reichte. Hier setzt man auf die Weiterentwicklung der oftmals noch jungen Spieler. In der nächsten Saison will Favre zudem den Fokus noch einmal schwerpunktmäßig auf die defensive Stabilität legen.

Zorc bestätigt zudem baldige Gespräche mit Favre über eine Vertragsverlängerung.

Auch die Kommunikation soll, wie auch Watzke bereits ansprach, offensiver werden. „Wir wollen zumindest versuchen, den Titel wieder nach Dortmund zu holen“, sagt Zorc. Alles andere sei auch schwierig zu vermitteln, wenn man mit nur zwei Punkten Rückstand Vizemeister wurde.

Zorc über seinen Ansporn in den nächsten Jahren

Der Job eines Sportdirektors wird immer umfassender und anstrengender. Aus diesem Grund installierte der BVB im vergangenen Sommer mit Sebastian Kehl eine weitere Personalie in der sportlichen Führung. Michael Zorc macht sein Job trotzdem weiterhin großen Spaß: „Ich fühle mich gerade sehr, sehr wohl hier und möchte nichts anderes machen“. Und weiter: „Ich habe Spaß daran, wenn ich sehe, dass die Entscheidungen, die wir treffen, beginnen zu greifen“.

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