Im Land des WM-Ausrichters

BVB-Held hat Katar vorzeitig verlassen: Bikini-Zoff um Ehefrau

Beim BVB wurde er zum Derby-Helden. Jetzt spricht der Dortmunder Fan-Liebling über seine Zeit im Land des WM-Ausrichters Katar.

Dortmund – Ebi Smolarek wurde im Jahr 2007 zum Helden vieler BVB-Fans. Der heute 41-Jährige vermieste dem Erzrivalen Schalke 04 am vorletzten Spieltag die Meisterschaft. Nach seinem Treffer zum entscheidenden 2:0 in der 85. Minute stieg er auf den Zaun und feierte mit der Südtribüne den Triumph.

BVB-Held hat Katar vorzeitig verlassen: Temperaturen machten Ebi Smolarek zu schaffen

Nach zwei Jahren bei Borussia Dortmund verließ er den Verein. Über Stationen in Spanien, Griechenland und Polen landete Smolarek schließlich in Katar. Beim dortigen Verein Al-Khor SC hielt es ihn trotz eines Zweijahresvertrages aber nur fünf Monate. Mit sportowefakty.wp.pl spricht er jetzt über seine Erlebnisse im Land des WM-Ausrichters.

„Ich fühlte mich dort nicht wirklich wohl“, sagt der Ex-BVB-Stürmer. „Dafür gab es mehrere Gründe. Ich werde nie vergessen, wie ich dort zum ersten Mal aus dem Flugzeug ausstieg. Ich konnte nicht glauben, was passierte. Die Luft war so heiß, dass ich dachte: ‚Sie muss aus den Flugzeugmotoren kommen‘. Aber das war das katarische Klima. Es fühlte sich an, als hätte jemand einen heißen Föhn direkt in mein Gesicht gehalten. Wenn ich ein paar Schritte gegangen bin, war ich schon schweißgebadet.“

Ex-BVB-Profi Ebi Smolarek verließ Katar vorzeitig.

BVB-Liebling Ebi Smolarek: Bikini-Ärger am Strand in Katar

Das Klima bestimme dort alles, sagt Smolarek. „Außerdem fühlte meine Frau sich nicht wohl, was ihre Freiheit betraf. Viele Dinge sind ganz anders als in Europa. Meine Frau ist komplett für Gleichberechtigung. Sie sagt immer: ‚Wenn du das darfst, warum darf ich das nicht?‘“

Ein Beispiel ist dem BVB-Liebling besonders in Erinnerung geblieben: „Auf einem öffentlichen Strand in Katar durfte sie sich nicht mit Bikini hinlegen. Ich meine ... sie hat es versucht, aber dann kam ein Polizist und sagte, sie müsse sich bedecken oder 100 Dollar Strafe zahlen.“ Die beiden seien dann auf einen Privatstrand im Hotel Four Seasons ausgewichen, wofür sie täglich 50 Dollar Eintritt bezahlen mussten. Dort sei es Bikini-technisch lockerer zugegangen.

BVB: Ehefrau von Ex-Profi Ebi Smolarek in Katar ausgepfiffen

„Aber ich erinnere mich noch an eine weitere Geschichte zu diesem Thema. Wir mieteten ein Boot, um an einen kleinen Strand zu gelangen. Von dort waren es nur ein paar Meter bis zum Auto. Meine Frau und ihre Schwester legten den Weg im Bikini zurück und sie wurden ausgepfiffen. Die einheimischen Frauen pfiffen, um ihr Missfallen auszudrücken. Ich verstehe ja, dass es eine andere Kultur ist und man diese respektieren sollte, wenn man dort ist. So sind die Regeln. Aber insgesamt war es aus Sicht meiner Familie kein Ort, wo wir länger leben wollen“, fährt Somlarek fort.

Alles sei aber auch nicht schlecht gewesen: „Die Leute im Verein waren sehr höflich, nett und hilfsbereit.“ Dennoch: Auf seine Zeit in Katar blickt Ebi Smolarek deutlich kritischer zurück als auf seine zwei Jahre beim BVB. Für die Borussia lief er 85-Mal in Pflichtspielen auf, schoss 25 Tore und bereitete 15 weitere vor. Für Al-Kohr SC stand er nur 6 Mal auf dem Platz (1 Tor).

Rubriklistenbild: © Picture Point/Imago, BVB, Collage: Nicolas Luik/RUHR24

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