"Total scheiße, aber wir wollen es" - Aki Watzke über seine schwierigste Entscheidung beim BVB

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Hans-Joachim Watzke. Foto: Ina Fassbender/dpa

Hans-Joachim Watzke war im Zuge der Promo-Tour für sein Buch bei Markus Lanz zu Gast. Dort sprach er über den Anschlag auf den Bus vom BVB. Hier die Infos.

Hans-Joachim Watzke (60) war gestern bei Markus Lanz im ZDF zu Gast. Thema war einmal mehr der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund und die Folgen für den BVB.

  • Hans-Joachim Watzke hat bei Markus Lanz über den Anschlag auf den BVB-Bus gesprochen.
  • Die Kritik an der Entscheidung, noch am nächsten Tag zu spielen, hat den 60-Jährigen "kaputt gemacht".
  • Ein Ende als Geschäftsführer von Borussia Dortmund hat er trotzdem nur kurz in Erwägung gezogen.

Aki Watzke spricht bei Markus Lanz über den Anschlag auf den Mannschaftsbus vom BVB

Wegen seines Buchs „ECHTE LIEBE. Ein Leben mit dem BVB“ ist Hans-Joachim Watzke momentan auf Promo-Tour. Am Dienstagabend (15. Oktober) war der 60-Jährige gemeinsam mit Debbie Harry (74), Deniz Yücel (46) und Düzen Tekkal (41) Teil der Gesprächsrunde bei Markus Lanz (50) im ZDF.

Neben den bekannten Anekdoten über Jürgen Klopp (52) war auch der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vom 11. April 2017 Thema der Sendung. Ein einschneidendes Erlebnis für den BVB-Geschäftsführer.

Aki Watzke: Phase nach Anschlag auf den BVB-Bus "hat mich kaputt gemacht"

Die Entscheidung, das Spiel gegen die AS Monaco schon am nächsten Tag auszutragen, sei für Hans-Joachim Watzke die schwierigste Entscheidung seines Lebens gewesen, die er am Ende des Tages nicht einmal allein getroffen habe. "Aber die Verantwortung habe ich schon sehr stark gespürt und das war wirklich auch eine Phase, die mich kaputt gemacht hat."

Denn bekanntermaßen hat die Mannschaft nach langer Überlegung beschlossen, schon am Tag nach dem Anschlag anzutreten. Auch, weil der BVB, der wohl viel Geld für Denis Zakaria (22) bezahlen muss, sonst aus der Champions League ausgeschieden wäre. "Wir finden es total scheiße, dass wir spielen müssen, aber wir wollen es", sollen die Spieler nach einer kontroversen Diskussion gesagt haben.

Borussia Dortmund nach Anschlag chancenlos gegenüber der öffentlichen Wahrnehmung?

Besonders gestört hat Hans-Joachim Watzke, dass die Entscheidung in der Öffentlichkeit ohnehin zerrissen worden wäre. Unabhängig davon, in welche Richtung man sie getroffen hätte.

Denn beim BVB ging man zunächst davon aus, dass es sich um einen Terroranschlag und nicht um den Versuch, die Aktie abstürzen zu lassen, handelte. Man vermutete eine terroristische Organisation wie den IS hinter dem Anschlag auf den Mannschaftsbus.

Kein richtig und falsch für Watzke und den BVB?

"Wenn wir damals gesagt hätten 'Wir spielen jetzt nicht', hätten genau die gleichen Leute, die jetzt gesagt haben 'Wie konnte man da spielen' gefordert, man müsse in so einem Moment Haltung zeigen", so Hans-Joachim Watzke bei Markus Lanz.

Allem Gegenwind und schwierigen Entscheidungen zum Trotz, hat der 60-Jährige die Freude an seinem Job bei Borussia Dortmund aber nie verloren. Auch nicht, während einer leichten Sinnkrise zwischen dem Anschlag auf den Mannschaftsbus und dem DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (2:1).

"Für mich das größte Privileg auf der Welt"

"Ich liebe diesen Job mehr als jeden anderen auf diesem Planeten. Für diesen Verein, bei dem ich seit 50 Jahren erlebe, wie großartig er ist, in der Position arbeiten zu dürfen, ist für mich das größte Privileg auf der Welt", erklärt Hans-Joachim Watzke. Eine Aussage, die nicht nur zu Applaus aus dem Publikum führte, sondern wohl auch das Herz des ein oder anderen BVB-Fan erwärmen dürfte.