Nach Pulisic-Abgang: Hat der BVB in den USA noch eine Chance?

Christian Pulisic. Foto: Bernd Thissen/dpa
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Christian Pulisic. Foto: Bernd Thissen/dpa

In den vergangenen Jahren hat das internationale Interesse am BVB zugenommen. Auch in den USA ist der Klub beliebt. Und nach dem Pulisic-Wechsel?

Durch den sportlichen Erfolg der vergangenen Jahre hat das internationale Interesse am BVB zugenommen. Auch in den USA ist Borussia Dortmund bei vielen beliebt. Ob der Hype auch nach dem Abgang von Christian Pulisic weiter anhält?

  • Der BVB ist der zweitbeliebteste Verein in den USA, hinter dem FC Bayern.
  • Pulisic-Wechsel tut der Beliebtheit keinen Abbruch.
  • Borussia Dortmund will weiter in den US-Markt eindringen.

Der BVB hat sich mittlerweile nicht nur in Deutschland und Europa einen Namen gemacht. Auch in den USA kennt man die Schwarz-Gelben. Deshalb lassen sich dort längst nicht mehr nur Fans des FC Bayern München ausfindig machen.

BVB gilt in den USA als Underdog

Das bestätigt auch Travis Timmons, Blogger bei The Bundesliga Fanatic. Im Gespräch mit RUHR24 spricht der US-Amerikaner über die Wahrnehmung der Schwarz-Gelben in den USA. "Nach dem Champions-League-Finale 2013 wurde Borussia zum 'Lieblings-Bundesligisten' vieler Menschen, zumal die Amerikaner etwas in Richtung Underdogs tendieren. Und während Bayern sicherlich der beliebteste deutsche Verein in den USA ist, ist der BVB hier eindeutig die Nummer zwei unter den deutschen Vereinen", so Timmons.

Spätestens seit dem Wechsel von Christian Pulisic von den Pennsylvania Classics zur U17 von Borussia Dortmund im Jahr 2015 hatten immer mehr Amerikaner den BVB auf dem Schirm. Der Rechtsaußen ist nach Auffassung von Timmons in seiner Heimat sehr beliebt.

"Offensichtlich gilt er als unser bester Spieler und das beste Talent, das die USA seit langem hervorgebracht haben. Genau dort wo ich wohne, in Pittsburgh, sehe ich viele in der Fußball-Community, die ein Nationalmannschafts-Trikot mit seinem Nachnamen tragen."

Pulisic ist Fußballheld in den USA

In den Staaten halte man Pulisic für eine Art Fußballhelden, der große Träume hatte und sich in Europa durchgesetzt hat.

Der BVB war dafür offenbar genau der richtige Verein: "In den USA nahmen es die Leute als 'cool' war, dass Pulisic für den BVB spielte. Dortmund war der perfekte Ort für ihn. Die Borussia wurde für ihn sicherlich nicht als 'zu klein' angesehen, vor allem angesichts der Erfolge in der Champions-League und der weltweiten Bekanntheit des Vereins", so der Blogger.

Nachdem Pulisic in den vergangen drei Spielzeiten in der ersten Mannschaft des BVB eine Menge Erfahrungen sammeln konnte, zog es den 20-Jährigen nun jedoch nach England. Beim FC Chelsea ist der 21-Jährige jedoch überhaupt nicht zufrieden.

Ein großer Schritt für den Fußballer, weiß auch Timmons. "Wenn überhaupt, sind alle etwas nervös, dass Chelsea ein zu großer Sprung ist." Pulisic könnte "verpuffen" sich bei den Engländern nachher nur noch auf der Bank wiederfinden.

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Die Dortmunder befinden sich derweil in der Vorbereitung auf die kommende Saison. Im Rahmen ihrer USA-Reise bestreitet der BVB in der Nacht zu Samstag (20. Juli/4.30 Uhr deutscher Zeit) sein zweites Testspiel gegen den FC Liverpool und Ex-Trainer Jürgen Klopp.

Fans bleiben dem BVB treu

Die Dortmunder stehen auf der Sympathie-Skala der Amerikaner auch nach dem Pulisic-Wechsel noch weit oben. Einige würden die Trikots vielleicht nicht mehr tragen, aber das seien eher die Kinder, so Timmons. "Die älteren Fans werden dem Verein natürlich treu bleiben."

Und auch Borussia Dortmund will weiter an einer stabilen Beziehung zu den USA arbeiten. Im Mai dieses Jahres eröffnete der Klub sechs neue Standorte der "BVB International Academy America" in den Vereinigten Staaten. Die Trainer in den Fußballschulen erhalten Unterstützung aus Dortmund. Das Ziel ist, allen fußballbegeisterten Kindern und Jugendlichen in den USA den Sport nach der Philosophie des BVB zu vermitteln.

Ein Punkt, den auch Timmons gegenüber RUHR24 erwähnt. "Borussia Dortmund will die US-Fans nicht durch Star-Spieler für sich gewinnen. Der Verein bringt ihnen seine Identität näher und versucht darüber in den amerikanischen Markt einzudringen."

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schwarz-Gelben den Transfermarkt in den USA nicht intensiv im Auge behalten würden. Mit Giovanni Reyna sicherte sich der Verein gerade erst das nächste hochveranlagte US-Talent. Der FC Chelsea will übrigens Jadon Sancho vom BVB. Dabei spekuliert das englische Boulevardblatt The Sun über eine Methode, die auch schon bei Christian Pulisic funktioniert hat. Kaufen und für die Rückrunde an den BVB ausleihen. Doch ist das im Rahmen der Möglichkeiten für Borussia Dortmund und Jadon Sancho?