BVB siegt in Prag: Wie viel Anteil hat Favre am Erfolg?

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Geniestreich von Trainer Lucien Favre? Achraf Hakimi erzielte beim 2:0-Sieg gegen Slavia Prag beide Treffer für den BVB. Foto: dpa

Der BVB besiegt Slavia Prag mit 2:0. Lucien Favre stellte Achraf Hakimi und Julian Brandt auf ungewohnten Positionen auf. Ein Geniestreich des Trainers?

Der BVB besiegt Slavia Prag mit 2:0. Trainer Lucien Favre (61) stellte Achraf Hakimi (20) und Julian Brandt (23) auf ungewohnten Positionen auf. Ein taktischer Geniestreich des Trainers?

  • Das Duo Achraf Hakimi und Julian Brandt sorgen beim BVB-Sieg über Slavia Prag für die entscheidenden Momente.
  • Wie viel Anteil am Erfolg in der Champions League haben die taktischen Umstellungen von Lucien Favre?
  • Roman Bürki war einer der Leistungsträger in einer mäßig überzegeunden Mannschaft von Borussia Dortmund.

BVB-Sieg gegen Slavia Prag auch ein Verdienst von Favre? Hakimi und Brandt entscheiden das Spiel

BVB-Coach Lucien Favre wartete bei der Aufstellung für das Champions-League-Spiel bei Slavia Prag mit zwei Überraschungen auf: Außenverteidiger Achraf Hakimi spielte auf dem linken Flügel wesentlich offensiver als gewohnt.

Und Julian Brandt startete unter Abwesenheit des verletzten Paco Alcácer (26) anstelle von Mario Götze (27) als Sturmspitze.

Die Umstellungen sollten sich bezahlt machen. Denn das Duo präsentierte sich als entscheidender Faktor gegen die früh pressende Mannschaft von Slavia Prag.

In den Minuten 35 und 88 überspielte Brandt die hoch stehende Defensive der Gastgeber, der schnelle Hakimi traf nach zwei sehenswerten Alleingängen doppelt - und avancierte somit zum Matchwinner beim 2:0-Sieg.

BVB-Plan von Favre geht auf - mit Einschränkungen

Im Anschluss stellte BVB-Sportdirektor Michael Zorc (57) fest: "Der Plan des Trainers ist voll aufgegangen".

Und für den Matchwinner auf dem Platz gab es ein Sonderlob: "Hakimi hat über die offensive Außenbahn ein überragendes Spiel für uns gemacht und die Partie entschieden."

So weit, so gut. Doch die Wahrheit bildet noch eine zweite Seite ab: Der zweifache Vorlagengeber Brandt war bis auf die Geistesblitze, die zu den Hakimi-Toren führten, weitestgehend abgemeldet.

Er konnte lediglich 29 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen. Nur 71 Prozent seiner Pässe kamen an.

Bürki rettet mehrfach für Borussia Dortmund

Damit reihte Brandt sich recht nahtlos in eine BVB-Mannschaft ein, die vor allem in der zweiten Halbzeit einen uninspirierten Auftritt hinlegte.

Gegen aufopferungsvoll kämpfende Prager beschränkte sich Borussia Dortmund fast ausschließlich aufs Verteidigen der Führung. Und kam auf eine wenig überzeugende Torschussbilanz von 9:16.

Das Favre-Team durfte dem tadellosen Torwart Roman Bürki (28) dafür danken, dass der BVB auch im zweiten Spiel der Champions-League-Gruppe F ohne Gegentor blieb. Er parierte mehrfach gegen die Offensivspieler von Slavia Prag.

Bürki setzte mit seiner Fußabwehr im 1-gegen-1-Duell mit Lukas Masopust (20. Minute) das Highlight, als er seine Mannschaft vor einem frühen Rückstand bewahrte.

Dank Hummels? BVB zeigt sich bei gegnerischen Standards verbessert

Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Vorwochen war dennoch festzustellen. Denn Standardsituationen von Slavia Prag konnte der BVB ungewohnt sicher verteidigen.

Maßgeblichen Anteil am Fortschritt bei der Abwehr gegnerischer Ecken dürfte die Rückkehr von Mats Hummels (30) bedeutet haben, der zuletzt verletzungsbedingt gefehlt hatte.

Man habe an den bekannten Schwächen gearbeitet und nun eine Lösung gefunden, hatte Hummels auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Slavia Prag angekündigt.

Man darf gespannt sein, wie sich der BVB am Samstag (5. Oktober, 15.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Freiburg präsentiert. Der aktuelle Tabellendritte der Bundesliga wird Borussia Dortmund erneut einen aufopferungsvollen Kampf bieten. Dann ist auch Trainer Lucien Favre, der im Derby auf Marco Reus (30) hoffen kann, wieder gefordert.