Zu viele Gegentore

Nach Torflut in Augsburg: Sebastian Kehl kritisiert BVB-Team scharf!

Sebastian Kehl nimmt seine Mannschaft nach dem knappen 5:3 Erfolg beim FC Augsburg in die Pflicht.
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Sebastian Kehl nimmt seine Mannschaft nach dem knappen 5:3 Erfolg beim FC Augsburg in die Pflicht.

Nach dem knappen 5:3 Erfolg des BVB beim FC Augsburg übt Sebastian Kehl Kritik an seiner Mannschaft. Das Spiel des BVB offenbarte zu viele Fehler. 

  • Borussia Dortmund hat zum Rückrundenauftakt nicht überzeugen können und einige Schwächen offengelegt.
  • Sebastian Kehl glaubt, dass die Ziele des BVB nun in Gefahr sein könnten. 
  • Dennoch gab es einen kleinen Lichtblick. 

Dortmund - Trotz des starken Comebacks von Borussia Dortmund beim FC Augsburg wurden die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen des BVB nicht kleiner. Zu viele Fehler, insbesondere vor den Gegentreffern, offenbarte die Partie beim Tabellen-Zehnten. Nun legt Sebastian Kehl (39) den Finger in die Wunde und kritisiert seine Mannschaft. 

Sebastian Kehl: Der BVB spielt in dieser Saison zu "sorglos"

Der Leiter der Lizenzspielerabteilung wirkt genervt von der Art und Weise, wie die Dortmunder ihre vielen Gegentore in dieser Saison kassieren. Im Kicker fordert der 39-Jährige: "Wir dürfen nicht immer so sorglos sein." 

Laut Sebastian Kehl, dessen Verbleib beim BVB von mehreren Faktoren abhängt, zieht sich diese Sorglosigkeit jedoch schon durch die komplette Saison und das, obwohl die Verantwortlichen dieses Phänomen regelmäßig thematisieren: "Man kann die Dinge ansprechen, man kann darauf hinweisen. Aber ab einem gewissen Punkt ist der Spieler selbst dafür verantwortlich, wie er auf den Platz tritt", sagte der langjährige BVB-Kapitän im Interview.

Sebastian Kehl: BVB kassiert in dieser Saison zu viele Gegentore

Erschreckend ist zudem auch der Blick auf die nackten Zahlen der Schwarzgelben. In 18 Spielen kassierten sie satte 27 Gegentreffer und damit exakt so viele, wie Aufsteiger Union Berlin. Sieben Mannschaften schneiden in dieser Statistik besser ab als der BVB, der bei der Haaland-Gala gegen den 1. FC Köln defensiv wieder deutlich sicherer stand (hier geht es zur Einzelkritik)

Bei aller Offensivpower die Borussia Dortmund, wo Jonathan David (20) vom KAA Gent auf dem Zettel stehen soll, dem entgegensetzen kann, ist diese Defensivschwäche eine riesige Hypothek, die den Meisterschaftskampf zugunsten anderer Teams wie RB Leipzig oder Bayern München entscheiden kann. Sebastian Kehl mahnt: "Jeder muss sich fragen, ob er selbst genug dafür tut, auf den Punkt da zu sein und sich selbst genug vorzubereiten." Diese Prämisse gilt auch für das BVB-Spiel gegen Union Berlin (wir berichten im Live-Ticker).

Sebastian Kehl: Einfache Fehler hätten den BVB in Augsburg fast den Sieg gekostet

Die Partie beim FCA lieferte viel Anschauungsmaterial, welches die These des dreifachen deutschen Meisters stützt und sich auch in der Einzelkritik der BVB-Spieler zum Spiel niederschlägt. Das 0:1 resultiert aus einem einfachen Fehlpass über fünf Meter von Thorgan Hazard (26). Das 0:2 serviert Manuel Akanji seinem Gegenspieler mit einem schwachen Kopfball in den Fuß. 

Beim Treffer zum 1:3 sind sowohl Lukasz Piszczek als auch Manuel Akanji zu weit weg von ihren Gegenspielern. Darüber hinaus zeigte der BVB im weiteren Spielverlauf gegen den FC Augsburg (hier gibt es den Live-Ticker zum Nachlesen) noch einige weitere Unzulänglichkeiten, welche die Hausherren jedoch nicht bestrafen konnten. In der Summe sind dies deutlich zu viele Mängel für eine Mannschaft, die den Anspruch hat um die Meisterschaft mitzuspielen. 

BVB: Lucien Favre und Michael Zorc pflichten Sebastian Kehl bei

Zu einer ähnlichen Überzeugung sind auch Trainer Lucien Favre (62) und Sportdirektor Michael Zorc (57) gelangt. Der Schweizer Lehrmeister sagte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: "Du kannst nicht immer 5 Tore schießen, um zu gewinnen." Wie viele Tore der BVB gegen Union Berlin für den Sieg benötigt, könnt ihr live im TV und im Live-Stream verfolgen.

Michael Zorc formulierte es sogar noch etwas drastischer: "So werden wir unsere Ziele nicht erreichen". Nichtsdestotrotz haben die Westfalen ihr Spiel letztlich gewonnen und mit dem Wahnsinns-Debüt von Erling Haaland (19) einen echten Lichtblick gehabt.

Der musste gegen Werder Bremen im DFB-Pokal zunächst auf die Bank. Nach dem Pokal-Aus wurde dies wohl stark thematisiert und Sebastian Kehl äußerte ungewohnt deutliche Kritik an BVB-Trainer Lucien Favre.

Video: Die Experten im CHECK24 Doppelpass analysieren das BVB-Debüt von Erling Haaland

Der Norweger fügte sich auf Anhieb in das Dortmunder Spiel ein und schoss den BVB fast im Alleingang zurück auf die Siegerstraße. Die Hoffnungen liegen in den nächsten Wochen auf seinen Schultern. Aber um den Titelkampf nicht vorzeitig schon zu verlieren, muss der Vizemeister seine Abwehrschwächen schleunigst in den Griff bekommen.