Erneuter Prozess um lebensgefährliche Attacke auf Dortmunder Fußballfan mit Geständnis gestartet

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Griffen zwei Schalke-Fans einen BVB-Anhänger an? Foto: Uwe Zucchi/dpa

2017 sollen zwei Schalke-Fans einen BVB-Anhänger in Hessen lebensgefährlich verletzt haben. Jetzt wird der Fall erneut verhandelt. Das ist der Grund:

Im Juli 2017 sollen zwei Schalke-Fans einen BVB-Anhänger auf einem Fest in Hessen lebensgefährlich verletzt haben. Dafür hat ein Gericht in Marburg sie bereits verurteilt. Doch jetzt wird der Fall neu aufgerollt - auf Anordnung des Bundesgerichtshofs (BGH).

  • Zwei Schalke-Fans sollen 2017 einen Anhänger des BVB angegriffen haben.
  • 2018 verurteilte ein Gericht in Marburg die mutmaßlichen Täter zu je viereinhalb Jahren Jugendstrafe.
  • Ab heute (16. September) wird der Fall neu verhandelt.

Update, Montag (16. September), 16.54 Uhr: Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, haben die beiden Angeklagten Schalke-Fans im Prozess in Marburg die Tat eingeräumt. Das hatten sie bereits bei der ersten Verhandlung getan. Dennoch waren sie danach - genau wie die Staatsanwaltschaft - in Revision gegen das Urteil gegangen.

Wollten zwei Schalke-Fans einen BVB-Anhänger töten?

Urpsrungsmeldung, Montag (16. September), 13.00 Uhr: Es soll im Juli 2017 im hessischen Gladenbach (bei Marburg, Hessen) passiert sein: Zwei Schalke-Fans wird vorgeworfen, dort bei einem Fest einen Anhänger des BVB fast umgebracht zu haben - weil er ihrer Meinung nach Fan des falschen Vereins ist.

Zunächst sollen die beiden 20-Jährigen mutmaßlichen Täter auf ihr Opfer eingeprügelt haben. Danach folgte noch ein Tritt "wie bei einem Freistoß". Der BVB-Fan blieb nach dem Angriff der Schalke-Anhänger mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen zurück. Mit den Folgen lebt er bis heute.

Immer wieder Ausschreitungen zwischen Fußballfans

Immer wieder kommt es zu solch gewalttätigen Ausschreitungen. Erst am Wochenende haben sich rund 40 Fußballfans in Bochum geprügelt.

"Sie wollten ihn von vornherein niedermachen"

Der Vorsitzende Richter im ersten Prozess über die verdächtigen Schalke-Fans

Im Fall der gewalttätigen Schalke-Fans wollten die ihr Opfer wohl "von vornherein niedermachen", sagte der vorsitzende Richter laut Deutscher Presse-Agentur bei der Verhandlung im Jahr 2018. Damals sprach er die bei der Tat 20-Jährigen schuldig und verurteilte sie zu je viereinhalb Jahren Jugendstrafe - unter anderem wegen versuchten Mordes.

BGH ordnet eine neue Verhandlung an

Jetzt muss sich erneut ein Gericht mit dem Fall beschäftigen. Die Angeklagten hatten Revision gegen das Urteil eingelegt, der Bundesgerichshof (BGH) in Karlsruhe ordnete eine neue Verhandlung an. Laut der Oberhessischen Presse hatten die BGH-Richter Zweifel an der Tötungsabsicht der Verdächtigen.

Diese beginnt am Montag (16. September) vor dem Landgericht in Marburg (Hessen). Wie und ob die Beschuldigten sich in dem Revisionsprozess äußern wollen, steht noch nicht fest. Bei der Verhandlung vor einem Jahr hatten die Schalke-Fans sich weitgehend geständig gezeigt. mit dpa-Material