Bild: David Inderlied/dpa

Mindestens ein Jahr lang wird Jadon Sancho (19) noch für den BVB auf Torejagd gehen. Doch wie geht es danach weiter?

  • Hans-Joachim Watzke sprach bei 19.09 Uhr – der schwarzgelbe Talk über die Zukunft von Jadon Sancho.
  • Der BVB-Boss hegt Zweifel an einem langjährigen Verbleib des Ausnahmetalents.
  • Dennoch möchte er das Szenario nicht komplett ausschließen.

Jadon Sancho macht genau da weiter, wo er vergangene Saison aufgehört hat. Vier Treffer gelangen ihm in den Testspielen der Vorbereitung, beim Supercup-Sieg gegen den FC Bayern sorgte er für das vorentscheidende 2:0. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) äußerte sich jetzt zur Zukunft des BVB-Juwels.

Watzke schließt längeren Sancho-Verbleib beim BVB nicht aus

Man habe ihm bereits im März die Frage gestellt, ob Borussia Dortmund Sancho diesen Sommer noch halten könne, sagte Watzke bei 19.09 Uhr – der schwarzgelbe Talk. Um sogleich festzustellen: „Er ist immer noch hier“. Die Frage ist nur: wie lange noch?

Zwar wollte Watzke, der Schalke in der oberen Tabellenhälfte sieht, nicht versprechen, dass man die Auftritte des Ballkünstlers auch noch in fünf Jahren im Westfalenstadion bewundern darf. Er fügte jedoch an: „Ich würde aber auch nicht sagen, er wird in fünf Jahren definitiv hier nicht mehr spielen“. Gibt es also Hoffnung auf einen längeren Sancho-Verbleib?

Watzke: Du musst jedes Jahr neu überprüfen, wie es mit Sancho weitergeht

In der kommenden Saison soll Sancho (Vertrag bis 2022) definitiv die Schuhe für Borussia Dortmund schnüren. Was danach passiert, vermag auch der BVB-Boss nicht zu sagen. Sollte der Spieler selbst nicht die Überzeugung besitzen, dass der Klub jetzt in diesem Moment für ihn richtig sei, dann habe es auch keinen Zweck, ihn zum Verbleib zu zwingen.

Deshalb vermeidet Watzke, der auch einen kleinen Seitenhieb für den FC Bayern übrig hatte, langfristige Versprechungen: „Du musst bei einem Spieler wie Jadon Sancho jedes Jahr neu überprüfen, wie es weitergeht. Alles andere ist nicht ehrlich“.

Wann wechselt Sancho zu einem ausländischen Topverein?

Ernsthafte Abwerbeversuche von größeren Klubs gab es bis hierhin nicht, wie Watzke vor einiger Zeit im Spox-Interview betonte. Für alle potentiell interessierten Vereine sei klar gewesen, dass Sancho, der die BVB-Fans im Spiel gegen Augsburg mit einer tollen Geste verzückte, aktuell nicht zu haben ist. „Und weil man das in Europa weiß, hat sich niemand bei uns erkundigt“, sagte er damals.

Im Talk mit den Ruhr Nachrichten ließ der 60-Jährige, der sich außerdem über die Zukunft von Raphael Guerreiro und Mario Götze äußerte, jetzt ein Status-Update folgen: Zwar habe es mittlerweile ein einzelner hochrangiger Funktionär versucht, dieser biss offenbar auf Granit. Noch.

Denn dass die Topklubs spätestens kommenden Sommer Schlange stehen werden, weiß auch Watzke. Schließlich gebe es nicht viele 19-Jährige mit vergleichbarem Potential. Immerhin gehört Sancho bereits jetzt zu den fünf wertvollsten Fußballern des Planeten.

England-Rückkehr als wahrscheinlichstes Szenario

Dann haben voraussichtlich Vereine aus der Premier League die besten Karten bei Sancho, der vor zwei Jahren aus der Jugend von Manchester City zum BVB aufbrach, um den Durchbruch zu schaffen.

Mittlerweile hat er dieses erste Karriere-Ziel eindrucksvoll erreicht. Als 18-Jähriger debütierte er im Oktober vergangenen Jahres für die englische Nationalmannschaft, gilt als einer der größten Hoffnungsträger für die Zukunft der Three Lions. Dementsprechend wird Sancho bald darüber nachdenken, seine Zelte in Dortmund abzubrechen.

„Er ist jetzt auch kein Spieler, der hier aus der Region kommt oder irgendwelche Bindungen hat“, sagt Watzke. Der in London geborene Teenager zählt Landsleute wie den Hoffenheimer Reiss Nelson oder City-Star Raheem Sterling zu seinen engsten Vertrauten.

Dass er seine mittelfristige Zukunft auf der Insel sieht, gilt als sehr wahrscheinlich. Und doch behält man sich beim BVB einen Funken Hoffnung, Sancho noch eine Weile im schwarzgelben Trikot bewundern zu dürfen.