Reus nach BVB-Sieg gegen Uerdingen: "Wenn ich es so sehe, ist es Handspiel"

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Der Treffer von BVB-Kapitän Marco Reus gegen den KFC Uerdingen hätte wegen eines Handspiels nicht zählen dürfen. Foto: dpa

Ein Handspiel sorgte beim 2:0-Sieg des BVB gegen den KFC Uerdingen für Verwirrung. Das sagen Marco Reus, Kevin Großkreutz und Lucien Favre.

Marco Reus (30) schoss den BVB beim Sieg über den KFC Uerdingen mit 1:0 in Führung. Dabei lag allerdings offenbar ein Handspiel vor, welches für Irritationen sorgte. Das sagen die Beteiligten.

  • Der BVB besiegte den KFC Uerdingen in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 2:0.
  • Ein Handspiel von Marco Reus wurde zum Aufreger.
  • Das sagen Reus, Großkreutz, Favre und Co.

Die Geschehnisse in der 49. Minute beim Borussia Dortmunds 2:0-Sieg gegen den KFC Uerdingen sollten im Nachgang für einige Verwirrung sorgen. Handspiel oder nicht? So richtig sicher war sich niemand.

BVB-Kapitän Reus erzielt offenbar regelwidriges Tor gegen den KFC Uerdingen

49. Minute in Düsseldorf: Manuel Akanji spielt Reus im Strafraum an. Dieser bekommt den Ball durch Zufall an den Arm, was ihn plötzlich frei vor dem Tor der Gastgeber auftauchen lässt. Der BVB-Kapitän versenkt eiskalt zum 1:0-Führungstreffer und bringt Borussia Dortmund so auf die Siegerstraße.

Fernsehbilder zeigen nun, dass bei der Szene ein Handspiel vorgelegen hat. Denn nach dem neuen Reglement ist es nicht mehr entscheidend, ob Absicht vorliegt oder nicht.

Schiedsrichter Stegemann ließ weiterspielen. Zu einem Eingreifen des Video-Assistenten kam es nicht. Dieser ist im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale im Einsatz.

Reus gibt zu: "Wenn ich es so sehe, ist es Handspiel"

Der Torschütze sah es ähnlich, als ihm die Szene nach Abpfiff noch einmal bei Sport1 vorgespielt wurde. Und gab zu: "Wenn ich es so sehe, ist es Handspiel."

BVB-Trainer Lucien Favre gab ebenfalls an, das Vergehen zuerst gar nicht gesehen zu haben: "Von der Bank siehst du es absolut nicht. Er bekommt den Ball an die Hand." Abschließend bewerten, ob für ihn ein Freistoßpfiff gerechtfertigt gewesen wäre, wollte der Schweizer aber nicht.

Auch KFC-Uerdingen-Trainer Heiko Vogel sagt, er habe die Szene zuerst gar nicht als strafbares Vergehen identifiziert: "Ich habe auch erst im Nachhinein erfahren, dass es ein Handspiel war und nicht hätte zählen sollen."

Uerdingen-Trainer Vogel: Handspiel hat das Spiel gedreht

Er bemängelte allerdings, dass für seine Mannschaft möglicherweise mehr drin gewesen wäre, hätten sie das Spiel noch ein bisschen länger offen halten können. So aber sei "das Spiel auf die Seite des BVB gerutscht".

Ex-Borusse Kevin Großkreutz, der vor Anpfiff einem Einlaufkind eine große Freude machte, sah die Handspiel-Szene weniger dramatisch: "Kann man Hand pfeifen. Ist ein bisschen angelegt und ein bisschen nicht. 50:50."

Großkreutz und Effenberg sehen die Handspiel-Szene entspannt

Auf die Frage, ob der Video-Assistent hier für mehr Fairness gesorgt hätte, sagte Großkreutz unmissverständlich: "Ich wünsch mir den nicht. Ich sag dazu mal besser nichts." Später bedankte Großkreutz sich in einem emotionalen Instagram-Post bei den BVB-Fans.

Sport1-Experte Stefan Effenberg sah die Szene auch nicht weiter dramatisch: "Er bekommt den Ball auf den Arm. Aber kein Uerdinger hat reklamiert, wir sollten hier kein Fass aufmachen. Letztendlich hat Dortmund nicht deswegen das Spiel gewonnen."