BVB-Star Marco Reus in der Kritik: Ist er noch der richtige Kapitän bei Borussia Dortmund?

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Marco Reus im Spiel gegen den FC Barcelona, Foto: dpa

Ist Marco Reus noch der richtige BVB-Kapitän. Hat Borussia Dortmund eine bessere Möglichkeit im Kader? Jetzt mehr erfahren.

Borussia Dortmund hat erneut in einem Auswärtsspiel in der Bundesliga wichtige Punkte liegen lassen. Marco Reus (30) echauffierte sich über die Frage nach der Mentalität und muss sich nun selbst die Frage gefallen lassen, ob er noch der richtige Kapitän beim BVB ist.

  • Nach dem TV-Ausraster stellt Bild die Frage, ob Marco Reus noch der richtige Kapitän ist.
  • Der BVB-Kapitän habe keine Selbstkritik, er sei selbstzufrieden und kein Anführer.
  • Doch Borussia Dortmund kann froh sein, Reus zu haben, und muss mit anderen Problemen kämpfen.

Marco Reus: BVB-Kapitän nach Ausraster im TV in Kritik

Beim BVB knallt es nach dem 2:2 auswärts gegen Eintracht Frankfurt. Seit 2013 kam Borussia Dortmund zwar nie über ein Remis gegen die SGE im Auswärtsspiel hinaus. Aber der vergangene Spieltag entlud eine bei Fans und Mannschaft langanhaltende Spannung aufgrund schlechter Auftritte auf fremdem Platz.

Reus hat es nun mit seinem Interview nach dem Spiel bei Sky in die Ruhmeshalle der TV-Ausraster geschafft. Daraus sind zwei Debatten entstanden. Zum einen geht es um die sogenannte Mentalität, die angeblich beim BVB fehle. Zum andere stellen einige Marco Reus als Kapitän bei Borussia Dortmund in Frage.

Warum der 30-Jährige nicht der richtige Kapitän sein soll

Aber warum? Fakt ist, dass der 30-Jährige noch nicht an die Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen konnte. Zwar erzielte er zwei Tore gegen Leverkusen aber bisher stehen andere Akteure - Paco Alcácer (25) - im Rampenlicht.

Reus wird von der Bild in einem Kommentar vorgeworfen, dass er eine Selbstzufriedenheit ausstrahlen würde, die nicht wirklich zum Job des Anführers passen würde. Zudem habe er keine Kritikfähigkeit und er sei überfordert.

Die Frage wird auch gestellt, ob eine gewisse Torschlusspanik herrsche, weil er mit 30 Jahren erst einen Titel gewonnen hat. Mats Hummels (30) und Axel Witsel (30) seien die besseren Kandidaten für den Job als BVB-Kapitän.

Reus ist der richtige Kapitän bei Borussia Dortmund

Reus und der TV-Ausraster stehen nicht etwa für Selbstzufriedenheit. Jemand, der sich so über ein 2:2 in Frankfurt, was ja eigentlich kein schlechtes Ergebnis auf dem Papier ist, aufregt, der ist nicht mit sich selber zufrieden.

Zudem ist der 30-Jährige selber derjeniger, der Kritik äußert. "Da müssen wir in den letzten fünf Minuten einfach besser gegenhalten." Der Kapitän klagt das Defensivverhalten an.

Kritikfähigkeit eventuell nicht da?

Dennoch muss sich Reus die Frage nach der fehlenden Kritikfähigkeit gefallen lassen. Denn in dem Interview spricht er einzig über die vermeintlich schlechte Defensive. Über die ausgelassenen Chancen in der Offensive - kein Wort!

Aber ist er der falsche BVB-Kapitän? Nein! Er ist der Richtige. Das sieht auch Boss Hans-Joachim Watzke (60) so. Reus hat in mehreren Situationen bewiesen, dass er Führungsspieler ist, voran geht und auch die anderen Spieler im Team unterstützt. Beispiele?

  • Im April 2019 überließ Reus seinem Teamkollegen Paco Alcácer (25) einen Elfmeter. Der Spanier kämpfte sich so aus seiner Krise heraus.
  • Auf der Premiere von "BVB Inside" sprach der Kapitän offensiv über die Deutsche Meisterschaft - "Weil wir die beste Mannschaft haben."
  • Der 30-Jährige ist angeblich der Grund, warum ein Top-Spieler wie Julian Brandt (23) für den BVB spielt.

Hummels wäre zwar keine schlechte Wahl, ist aber nach drei Jahren München gut beraten, die Füße still zu halten. Auch Witsel wäre zwar eine Möglichkeit, doch der Belgier stellt sich in der Führungsriege hinten an. Beide Akteure sind - auch ohne Binde - Führungsspieler.

BVB: Die Probleme liegen woanders

Die Probleme bei Borussia Dortmund liegen woanders. Sowohl fußballerische Probleme als auch die Frage, ob Lucien Favre (61) der richtige Trainer ist, sind gerade akute Themen.

"Marco Reus ist und bleibt selbstverständlich unser Mannschaftskapitän. Er muss in dieser Situation genau wie die anderen erfahrenen Spieler im Team Führungsstärke zeigen. Und ich bin sicher: Das wird er tun", sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc (57) gegenüber der Bild.

Reus bleibt BVB-Kapitän. Und das ist auch gut so.